Mi, 18:00 Uhr
11.04.2018
Theaterpläne konkretisiert
Wir gehen jetzt los
Im Hauptausschuss war heute jeder Platz besetzt, Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen des Theaters waren gekommen um der Sitzung beizuwohnen. Nicht von ungefähr, es sollte vor allem um die Zukunft des Spielhauses gehen...
Auf den Ratssaal auszuweichen war kurzfristig nicht mehr möglich, Oberbürgermeister Buchmann kündigte aber schon zu Beginn an das der öffentliche Teil der Sitzung voraussichtlich nicht lange Dauern werde. Da sollte er sich irren, die Vorstellung der möglichen Um- und Ausbaupläne am Nordhäuser Theater verlängerten die übliche Verweildauer im Hauptausschuss beträchtlich.
Das auf Bühnen spezialisierte Architekturbüro "theapro" aus München stellte die aktuellen Pläne zur Theatersanierung vor. Ein Raum- und Funktionskonzept hatte das Theater vorgelegt, die Münchner sollten die Angemessenheit der Raumplanung prüfen. Endgültig seien die vorliegenden Pläne nicht, sagte Reinhold Daberto, Chef des Architekturbüros, "das kann so aussehen, muss es aber nicht". Die Arbeit des Architekturbüros sei vor allem ein Nachweis der Machbarkeit gewesen.
Ein Hauptaugenmerk der Planungen liegt auf dem Platz hinter dem Theater, der im Moment von Behelfsbauten und Containern zur Lagerung dominiert wird. Die "Problemzone" nennt Dalberto das, adäquate Produktionsbedingungen seien das nicht.
Weniger gravierend aber auch problematisch ist die Verteilung einzelner Bereiche des Hauses über die Stadt. Diese Funktionen sollten ganz oder teilweise konzentriert werden. Die jetzige Situation sei zwar möglich aber nicht wünschenswert, so der Architekt.
Wirklich dringlich sei die Lösung der Sicherheitsfrage auf dem Bühnenboden, die Technik wird hier noch von Hand bewegt und ist mehr als in die Jahre gekommen. "Ich habe schon vieles erlebt und dachte ich hätte die Spitze erreicht", sagte der Dalberto, "aber ich muss sagen Nordhausen hat das getoppt, das ist an der Grenze des Verantwortbaren." Nordhausen hätte hier eindeutigen und dringenden Handlungsbedarf. Zuletzt sei auch die Verbesserung des Angebotes an das Publikum zu bedenken.
Wünschenswert wäre also vieles. Hauptaufgabe des Büros war aber die Überprüfung der Angemessenheit dieser Wünsche mitsamt einer Kostenschätzung. In Gesprächen mit den Fördermittelgebern habe sich gezeigt das die bisherige Planung
in ihrem Umfang und den damit einhergehenden Kosten zu ambitioniert war, stattdessen soll es die notwendige Entwicklung einer "Grundvariante" geben.
Angesichts der Fluchtwegesituation soll das "Theater unterm Dach", die kleine Zweitbühne des Hauses, ausgelagert werden. DIe jetzige Situation sei nicht haltbar. Das "TuD" bekommt eine eigenen Studiobühne, die jetzige Bühne zum Chorproberaum umfunktioniert werden,
Die Orchester-Garderode ist aktuell nicht viel mehr als ein Flur, auch das soll sich ändern. Zudem soll es im Untergeschoss des Anbaus Lagerflächen, WC's, Duschen und Sanitäreinrichtungen, einen Lastenaufzug sowie einen Aufwärmraum für das Ballett geben. Auf Bühneniveau wird man eine Hinterbühne mit entsprechender technischer Ausstattung einrichten, hier wird sich auch die Studiobühne mit 108 Plätze finden. Die Büroräume werde man neu ordnen und "dort hinpacken wo sie funktional hingehören". Der Zuschauerraum soll weitestgehend unangetastet bleiben.
Theoretisch sind danach Erweiterungen über die Grundvariante hinaus, möglich, das habe man mitgedacht damit sie später unterbringbar sind, erklärte der Architekt, in die Kalkulation sind sie nicht mit eingeflossen. Aktueller Kostenpunkt: 24,2 Mio. Euro.
Auf dem Wunschzettel des Theaters stand noch mehr
Noch in diesem Jahr könnte mit vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden, der erste Bauabschnitt wäre dann der Neubau, die Sanierung würde in Abschnitt 2. folgen.
Den Ausführungen hatte das zahlreich erschiene Theaterpersonal schweigend gelauscht, am Ende des Vortrags gab es Applaus vom Publikum. "Das ist cool", sagte Theaterintendant Daniel Klajner, es sei ein langer Weg gewesen der in Grunde an seinem ersten Arbeitstag vor gut anderthalb Jahren begonnen habe.
Für die Sanierung soll es Fördermittel in Höhe von 22 Millionen Euro geben, die verbleibenden zwei Millionen muss die Stadt beisteuern. Planerisch sei man soweit "in die Vollen zu gehen", sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann, einen ersten Fördermittelbescheid der Staatskanzlei für die ersten drei Leistungsphasen habe man bereits erhalten. "Wir gehen jetzt los, im Kern wird es das werden.", erklärte der Oberbürgermeister.
Nachdem es nach der letzten Dienstreise Verstimmungen in den Fraktionen gegeben hatte kündigte Buchmann heute weitere Dienstreisen im Vorfeld an. Am 2.5. geht es für den OB nach Ostrow, am 7. September erwartet man ihn in Bochum und am 29.9 in Charleville. Zur anstehenden Kulturnacht erwartet man im Gegenzug aus den Partnerstädten Ostrow und Charleville.
Bezüglich der Unterlagen zur Feuerwache sei er überrascht, speziell über unterschiedliche Inhalte des Begleitbriefes des Landes an das Landratsamt und vom Landratsamt an die Stadt. Er werde sich bei einem Termin mit dem Innenminister, seine an Akten nachvollziehbare Sachlage darlegen. Der Fördermittelanteil des Landes liege unter 20%, mit dem "Heckmeck" komme man nicht vorwärts, er wolle "eine Entscheidung erwirken die uns nicht mehr die Zeit stiehlt."
Angelo Glashagel
Autor: redAuf den Ratssaal auszuweichen war kurzfristig nicht mehr möglich, Oberbürgermeister Buchmann kündigte aber schon zu Beginn an das der öffentliche Teil der Sitzung voraussichtlich nicht lange Dauern werde. Da sollte er sich irren, die Vorstellung der möglichen Um- und Ausbaupläne am Nordhäuser Theater verlängerten die übliche Verweildauer im Hauptausschuss beträchtlich.
Das auf Bühnen spezialisierte Architekturbüro "theapro" aus München stellte die aktuellen Pläne zur Theatersanierung vor. Ein Raum- und Funktionskonzept hatte das Theater vorgelegt, die Münchner sollten die Angemessenheit der Raumplanung prüfen. Endgültig seien die vorliegenden Pläne nicht, sagte Reinhold Daberto, Chef des Architekturbüros, "das kann so aussehen, muss es aber nicht". Die Arbeit des Architekturbüros sei vor allem ein Nachweis der Machbarkeit gewesen.
Ein Hauptaugenmerk der Planungen liegt auf dem Platz hinter dem Theater, der im Moment von Behelfsbauten und Containern zur Lagerung dominiert wird. Die "Problemzone" nennt Dalberto das, adäquate Produktionsbedingungen seien das nicht.
Weniger gravierend aber auch problematisch ist die Verteilung einzelner Bereiche des Hauses über die Stadt. Diese Funktionen sollten ganz oder teilweise konzentriert werden. Die jetzige Situation sei zwar möglich aber nicht wünschenswert, so der Architekt.
Wirklich dringlich sei die Lösung der Sicherheitsfrage auf dem Bühnenboden, die Technik wird hier noch von Hand bewegt und ist mehr als in die Jahre gekommen. "Ich habe schon vieles erlebt und dachte ich hätte die Spitze erreicht", sagte der Dalberto, "aber ich muss sagen Nordhausen hat das getoppt, das ist an der Grenze des Verantwortbaren." Nordhausen hätte hier eindeutigen und dringenden Handlungsbedarf. Zuletzt sei auch die Verbesserung des Angebotes an das Publikum zu bedenken.
Wünschenswert wäre also vieles. Hauptaufgabe des Büros war aber die Überprüfung der Angemessenheit dieser Wünsche mitsamt einer Kostenschätzung. In Gesprächen mit den Fördermittelgebern habe sich gezeigt das die bisherige Planung
in ihrem Umfang und den damit einhergehenden Kosten zu ambitioniert war, stattdessen soll es die notwendige Entwicklung einer "Grundvariante" geben.
Angesichts der Fluchtwegesituation soll das "Theater unterm Dach", die kleine Zweitbühne des Hauses, ausgelagert werden. DIe jetzige Situation sei nicht haltbar. Das "TuD" bekommt eine eigenen Studiobühne, die jetzige Bühne zum Chorproberaum umfunktioniert werden,
Die Orchester-Garderode ist aktuell nicht viel mehr als ein Flur, auch das soll sich ändern. Zudem soll es im Untergeschoss des Anbaus Lagerflächen, WC's, Duschen und Sanitäreinrichtungen, einen Lastenaufzug sowie einen Aufwärmraum für das Ballett geben. Auf Bühneniveau wird man eine Hinterbühne mit entsprechender technischer Ausstattung einrichten, hier wird sich auch die Studiobühne mit 108 Plätze finden. Die Büroräume werde man neu ordnen und "dort hinpacken wo sie funktional hingehören". Der Zuschauerraum soll weitestgehend unangetastet bleiben.
Theoretisch sind danach Erweiterungen über die Grundvariante hinaus, möglich, das habe man mitgedacht damit sie später unterbringbar sind, erklärte der Architekt, in die Kalkulation sind sie nicht mit eingeflossen. Aktueller Kostenpunkt: 24,2 Mio. Euro.
Auf dem Wunschzettel des Theaters stand noch mehr
- Werkstätten am Haus
- szenische Probebühne
- separater Fundus
- Ballettprobenraum am Haus
Noch in diesem Jahr könnte mit vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden, der erste Bauabschnitt wäre dann der Neubau, die Sanierung würde in Abschnitt 2. folgen.
Den Ausführungen hatte das zahlreich erschiene Theaterpersonal schweigend gelauscht, am Ende des Vortrags gab es Applaus vom Publikum. "Das ist cool", sagte Theaterintendant Daniel Klajner, es sei ein langer Weg gewesen der in Grunde an seinem ersten Arbeitstag vor gut anderthalb Jahren begonnen habe.
Für die Sanierung soll es Fördermittel in Höhe von 22 Millionen Euro geben, die verbleibenden zwei Millionen muss die Stadt beisteuern. Planerisch sei man soweit "in die Vollen zu gehen", sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann, einen ersten Fördermittelbescheid der Staatskanzlei für die ersten drei Leistungsphasen habe man bereits erhalten. "Wir gehen jetzt los, im Kern wird es das werden.", erklärte der Oberbürgermeister.
Sonstiges
Weiter ging im öffentlichen Teil: die Finanzierung der Bombenentschärfung. Fünf Tage vor dem letzten Stadtrat wurde ein neues Gesetz in den Bundestag eingebracht, an der Gesetzgebung der Bundesebene wolle man sich in Zukunft orientieren, solange werde man sich an den vor Ort abgesprochenen Weg halten.Nachdem es nach der letzten Dienstreise Verstimmungen in den Fraktionen gegeben hatte kündigte Buchmann heute weitere Dienstreisen im Vorfeld an. Am 2.5. geht es für den OB nach Ostrow, am 7. September erwartet man ihn in Bochum und am 29.9 in Charleville. Zur anstehenden Kulturnacht erwartet man im Gegenzug aus den Partnerstädten Ostrow und Charleville.
Bezüglich der Unterlagen zur Feuerwache sei er überrascht, speziell über unterschiedliche Inhalte des Begleitbriefes des Landes an das Landratsamt und vom Landratsamt an die Stadt. Er werde sich bei einem Termin mit dem Innenminister, seine an Akten nachvollziehbare Sachlage darlegen. Der Fördermittelanteil des Landes liege unter 20%, mit dem "Heckmeck" komme man nicht vorwärts, er wolle "eine Entscheidung erwirken die uns nicht mehr die Zeit stiehlt."
Angelo Glashagel


