Di, 09:53 Uhr
10.04.2018
Lions Club will altes Nordhausen in Erinnerung bringen
Ein-Blick in die Vergangenheit
Nordhausen hat sich in den Wirren des vergangenen Jahrhunderts stark verändert. Die stolze Stadt von einst ist nur noch an wenigen Ecken sichtbar. Mit dem Blick der alten Fotografen will jetzt der Lions Club einen Einblick in die Vergangenheit geben und auf zehn Tafeln das alte Nordhausen so zeigen, wie es einmal war...
Eine kleine Anekdote: in jungen Jahren durchstöbert ein Heranwachsender vor Langeweile oder Neugier die Büchersammlung des Großvaters und entdeckt mit einem Bildband über das alte Nordhausen eine neue, eine andere Welt. Oder vielmehr eine alte Welt, die nicht mehr ist, eine Stadt, die vertraut erscheint, es aber doch nicht ist. Vielleicht ist es auch ein Restaurantbesuch in einer der älteren Gaststätten oder Fotos längst verstorbener Verwandter, die einem die Augen öffnen, für das was einmal war.
Eine voll bebaute Altstadt, riesige, verzierte Gebäude, wo heute nur Beton oder Brache ist, Straßenzüge die kaum einer mehr kennt oder auch der Mühlgraben: gerade wenn es um die eigene Heimat geht, übt die Vergangenheit ihren ganz eigenen Sog aus. Wo wurde denn das Bild aufgenommen? Ach so sah das damals aus! Ist nicht mehr wiederzuerkennen. Mit der Faszination kommt irgendwann auch die Frage nach dem Warum? Warum ist das alles verschwunden? Und schon steckt man mittendrin in der großen Geschichte.
Der Blick in die Vergangenheit bleibt vielen Nordhäusern, gerade den jüngeren, aber zumeist verborgen. Der Lions-Club Nordhausen will das jetzt ändern und die alte Stadt für Einheimische und Gäste wieder sichtbar machen. Der aktuelle Präsident der Nordhäuser Lions, Axel Heck, stellte gestern Abend das neue Projekt des Clubs vor.
Insgesamt zehn Tafeln mit historischen Ansichten will der Club in der Stadt aufstellen, möglichst mit demselben Blickwinkel, den auch die alten Fotografen gewählt haben. Insgesamt 21 mögliche Standorte haben Heck und seine Mitstreiter bereits ausgemacht, viele davon in der Innenstadt zwischen Rautenstraße, Kornmarkt, Hagen und der Barfüßer Straße, einige weiter ab vom Zentrum, etwa am August-Bebel-Platz oder in der Riemannstraße.
"Ich brenne für meine Heimatstadt", sagt Heck, "was die Bausubstanz betrifft blicke ich aber auch mit einem weinenden Auge auf die Stadt." Vieles sei verlorgen gegangen und viele wüssten nicht mehr, wie die Stadt vor ihrer Zerstörung ausgesehen habe, der Club wolle diese Erinnerung nun zurückbringen.
Gestern stellte man die Idee im Lesesaal der Stadtbibliothek zur Diskussion, im Laufe des Jahres will der Club in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Gästeführergilde das Projekt voranbringen und die Auswahl der Standorte eingrenzen. "Wir konnten gestern bereits weitere Vorschläge zusammentragen und in den nächsten Wochen werden sicher noch viele Ideen zusammenkommen", erklärte Heck der nnz heute. Neben anderen Standorten kamen dabei auch andere Perspektiven in Frage, wie die Idee eine Ansicht mitaufzunehmen, die nicht nur die schöne, alte Stadt zeigt, sondern auch ihre Zerstörung.
Angelo Glashagel
Update:Der Lions Club hat der nnz freundlicherweise einige der möglichen Ansichten zur Verfügung gestellt:
Autor: redEine kleine Anekdote: in jungen Jahren durchstöbert ein Heranwachsender vor Langeweile oder Neugier die Büchersammlung des Großvaters und entdeckt mit einem Bildband über das alte Nordhausen eine neue, eine andere Welt. Oder vielmehr eine alte Welt, die nicht mehr ist, eine Stadt, die vertraut erscheint, es aber doch nicht ist. Vielleicht ist es auch ein Restaurantbesuch in einer der älteren Gaststätten oder Fotos längst verstorbener Verwandter, die einem die Augen öffnen, für das was einmal war.
Eine voll bebaute Altstadt, riesige, verzierte Gebäude, wo heute nur Beton oder Brache ist, Straßenzüge die kaum einer mehr kennt oder auch der Mühlgraben: gerade wenn es um die eigene Heimat geht, übt die Vergangenheit ihren ganz eigenen Sog aus. Wo wurde denn das Bild aufgenommen? Ach so sah das damals aus! Ist nicht mehr wiederzuerkennen. Mit der Faszination kommt irgendwann auch die Frage nach dem Warum? Warum ist das alles verschwunden? Und schon steckt man mittendrin in der großen Geschichte.
Der Blick in die Vergangenheit bleibt vielen Nordhäusern, gerade den jüngeren, aber zumeist verborgen. Der Lions-Club Nordhausen will das jetzt ändern und die alte Stadt für Einheimische und Gäste wieder sichtbar machen. Der aktuelle Präsident der Nordhäuser Lions, Axel Heck, stellte gestern Abend das neue Projekt des Clubs vor.
Insgesamt zehn Tafeln mit historischen Ansichten will der Club in der Stadt aufstellen, möglichst mit demselben Blickwinkel, den auch die alten Fotografen gewählt haben. Insgesamt 21 mögliche Standorte haben Heck und seine Mitstreiter bereits ausgemacht, viele davon in der Innenstadt zwischen Rautenstraße, Kornmarkt, Hagen und der Barfüßer Straße, einige weiter ab vom Zentrum, etwa am August-Bebel-Platz oder in der Riemannstraße.
"Ich brenne für meine Heimatstadt", sagt Heck, "was die Bausubstanz betrifft blicke ich aber auch mit einem weinenden Auge auf die Stadt." Vieles sei verlorgen gegangen und viele wüssten nicht mehr, wie die Stadt vor ihrer Zerstörung ausgesehen habe, der Club wolle diese Erinnerung nun zurückbringen.
Gestern stellte man die Idee im Lesesaal der Stadtbibliothek zur Diskussion, im Laufe des Jahres will der Club in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Gästeführergilde das Projekt voranbringen und die Auswahl der Standorte eingrenzen. "Wir konnten gestern bereits weitere Vorschläge zusammentragen und in den nächsten Wochen werden sicher noch viele Ideen zusammenkommen", erklärte Heck der nnz heute. Neben anderen Standorten kamen dabei auch andere Perspektiven in Frage, wie die Idee eine Ansicht mitaufzunehmen, die nicht nur die schöne, alte Stadt zeigt, sondern auch ihre Zerstörung.
Angelo Glashagel
Update:Der Lions Club hat der nnz freundlicherweise einige der möglichen Ansichten zur Verfügung gestellt:












