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Fr, 15:11 Uhr
10.11.2017
Fairtrade-Landkreis

Zum dritten mal ausgezeichnet

Der Landkreis Nordhausen ist jetzt schon zum dritten Mal als Fairtrade-Landkreis ausgezeichnet worden. Damit bestätigt der Verein TransFair, das der Landkreis weiterhin die Kriterien der internationalen Fairtrade-Towns-Kampagne erfüllt...

Nun darf er den Titel für weitere zwei Jahre tragen. Ebenso wie die Stadt Nordhausen ist auch der Landkreis zum ersten Mal im Jahr 2010 als Fairtrade-Town zertifiziert worden. Seitdem engagieren sich die beiden kommunalen Verwaltungen in einer gemeinsamen Steuerungsgruppe für den fairen Handel in der Region.

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Dabei werden sie maßgeblich unterstützt vom Verein schrankenlos, der seit 20 Jahren den Weltladen in Nordhausen betreibt. „Wir bedanken uns bei Gabriela Sennecke von der Stadt Nordhausen, die unsere Steuerungsgruppe leitet, und Stephanie Tiepelmann-Halm vom schrankenlos e.V. und ihrem Team vom Weltladen für ihre Unterstützung, ohne die unsere Rezertifizierung nicht möglich gewesen wäre“, so Jessica Piper, die das Thema Fairtrade im Landratsamt begleitet.

Der Landkreis Nordhausen ist der einzige Landkreis in Thüringen, der in der Fairtrade-Towns-Kampagne zertifiziert ist. Unter dem Motto „global denken, lokal handeln“ engagieren sich mehr als 500 Fairtrade-Towns in Deutschland und weltweit über 2.000 Fairtrade-Towns in 28 Ländern.

v.l.n.r. Stephanie Tiepelmann-Halm, Jessica Piper und Gabriela Sennecke (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen) v.l.n.r. Stephanie Tiepelmann-Halm, Jessica Piper und Gabriela Sennecke (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen)

Zum hiesigen Engagement in der Fairtrade-Towns-Kampagne gehört beispielsweise im Bildungsbereich das Möhrchen-Hausaufgabenheft, das Stadt und Landkreis Nordhausen gemeinsam mit den Städten Erfurt, Weimar, Jena und den Landkreisen Ilmkreis und Gotha gestalten. Darin bereiten die Partner Themen wie fairer Handel, Nachhaltigkeit und Klimaschutz kindgerecht für Grundschüler auf. Wichtig ist auch der Austausch der Fairtrade-Towns untereinander.

Gestern trafen sich deshalb die Thüringer Fairtrade-Towns und die Städte, die eine solche Zertifizierung anstreben, bei der Veranstaltung „FairNetzt! Fachtag Faire Kommunen in Thüringen“ in Gotha. Gabriela Sennecke und Stephanie Tiepelmann-Halm berichteten dort von ihren Erfahrungen im Engagement für fairen Handel. Nordhausen war die 17. Stadt bundesweit und die erste Stadt in Thüringen, die als Fairtrade-Town ausgezeichnet worden ist.
Autor: red

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Kommentare
Fönix
11.11.2017, 10:44 Uhr
Unglaublich,
wofür manche Leute (richtig gutes) Geld bekommen. Und zwar deutlich mehr als 90 Prozent der Bürger, die jeden Tag im Wertschöpfungsprozess des produzierenden und des Dienstleistungsgewerbes knuffen (oft für Mindestlohn) und dabei (als einzige !) die monetären Grundlagen für die Existenz und die Entwicklung der Gesellschaft schaffen.

"Möhrchen-Hausaufgabenheft" - Bemühungen im Bereich der Betreuung und Bildung unserer Kinder in allen Ehren, aber wenn dass die herausragenden Leistungen sind dann gute Nacht. Kein Wunder, dass die Kinder später einen Kulturschock bekommen, wenn sie in das Fegefeuer des Lebensalltags entlassen werden. Davor kann sie nur ein Job in der Verwaltung bewahren, aber Vorsicht, in weiten Teilen der unteren Hierarchieetagen ist das tägliche Überleben mittlerweile auch hartes Brot ...

Mein Vorschlag:
An allen Grund- und Regelschulen wird unter sachkundiger Anleitung ein Schulgarten angelegt. Die glyphosat- und roundup-freie Bewirtschaftung wird zum Pflichtfach für alle Schüler, dann wäre auch ein "Möhrchen-Hausaufgabenheft" akzeptabel.

Um nicht missverstanden zu werden: FairTrade ist unter den gegenwärtig gegebenen Bedingungen der ungebremsten globalen Ausbeutung der Menschen in der dritten Welt ein guter und wichtiger Ansatz, die Konsumenten für den wahren Hintergrund der Globalisierung zu sensibilisieren. Den dort zu cent-Stundenlöhnen schufteten Menschen und ihren Familien wird damit nicht geholfen, allenfalls in einigen medienpräsenzwürdigen, meist temporär organisierten Ausnahmefällen. Im Gegenteil, durch diese moderne Form des Kolonialismus werden neue unheilvolle Abhängigkeiten geschaffen. Mir wäre es lieber, wenn sich wieder mehr Menschen in den reichen Ländern beim täglichen Konsum auf Produkte aus der Region besinnen.

Produkte aus exotischen Gefilden sollten wir wie früher als Spezialität betrachten, die nur zu besonderen Anlässen und dann gerne mit hoher Wertschätzung auf den Tisch kommen. Dazu zähle ich ausdrücklich nicht Erdbeeren aus Israel oder auch Schnittblumen wie Nelken und Geranien aus Südamerika, die eigentlich auch in Mitteleuropa produziert werden könnten, dann aber mangels ausreichendem Lohngefälle nicht genügend Profit abwerfen. Dieses oft spritzmittelverseuchte Zeugs auch zu für heimische Produkte untypischen Jahreszeiten anzubieten und so die Verbraucher zu verführen ist in meinen Augen kriminell und das der Gesetzgeber so etwas ohne Sanktionen (richtig hohe Einfuhrzölle wären schon hilfreich) zulässt in hohem Maß verantwortungslos !

Dazu kommt , dass der CO2-Ausstoß angesichts des logistischen Aufwands exorbitant ansteigt. Die Schnittblumen kommen per Flugzeug und was die Containerriesen an Schweröl durch die Schiffsdiesel jagen ist ja mittlerweile bekannt. Letztendlich liegt es an den Verbrauchern, was der Großhandel einkauft, hier fehlt es an Aufklärung. Ein "Möhrchen-Hausaufgabenheft" reicht da bei Weitem nicht, es sei denn, es wird für die Eltern geschrieben.

Vielleicht denkt der eine oder andere Wutbürger (und nicht nur diese) mal darüber nach, ob ein sinnvoll organisiertes Biosphärenreservat in unserer Region nicht ein erster Schritt in die richtige Richtung sein könnte. Die Rhön hat es vorgemacht, die Vermarktung regionaler Produkte läuft bestens. Grundvoraussetzung für einen erfolgversprechenden Antrag wäre allerdings, dass die Hauptakteure die bornierte Fokussierung auf den Gipskarst endlich aufgeben und den wahren Wert der Landschaften im Bereich Südharz und Kyffhäuser erkennen. Dem Gipskarstgürtel steht dabei durchaus eine zentrale Rolle zu, aber der wahre Schatz ist die unglaubliche Vielfalt auf engstem Raum. Das Helbetal, die Flusslandschaften von Zorge/Wieda/Bere, Helme und Wipper mit ihren zentralen Vernetzungspotentialen, das Steinmühlental, das Günzeröder Holz oder die Bleicheröder Berge sind da nur einzelne Beispiele.

Viel Hoffnung, dass die Nörgelnordhäuser so ein Projekt stemmen können, habe nicht. Sie müssten ja etwas abgeben. Schade...
Andreas Dittmar
11.11.2017, 15:26 Uhr
@Fönix Ich gebe Ihnen in vielen Dingen recht....
Der globale Welthandel ist alles andere als umweltfreundlich aber so lange eben Geiz geil ist, wird sich nicht viel ändern. Ich habe auch eher die Befürchtung, das man mit einem Biosphärenreservat ein Teil davon wird.
Dieses viel gelobte Biosphärenreservat ist ja für mich, wenn ich es mit Passagen aus den letzten Artikeln ausdrücke das klare Ziel für diese Region, wo niemand weis wie es aussieht und ergebnisoffen darüber diskutiert werden soll. Warum versucht man sowas mit riesigen überregionalen Projekten zu stemmen und fängt nicht klein an mit zB. Hofläden, wo eigene Produkte angeboten werden. Fleisch wieder verstärkt über Hausschlachtung vermarkten anstatt Überangebot aus unbekannter Herkunft in Supermärkten. Die Produkte sind dann wesentlich teurer aber auf jeden Fall gesünder. Auch muß man dann Werbung machen, die sich mit solchen Alleinstellungsmerkmalen abhebt. Sinnvoll wären auch Verpflichtungserklärung einheimischer Agrarunternehmen zum Verzicht auf Glyphosat und anderer bedenklicher Spritzmittel. Standarts für Tierhaltung schaffen, wo es gar nicht erst zu solchen Skandalen wie mit dem Fipronil kommen kann. Antibiotiaeinsatz reduzieren. und und und aber brauch ich dazu ein Biosphärenreservat, das von Bund bzw. EU gelenkt wird, dort wo die größten Lobbyisten zuhause sind ? Ich denke nicht....
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