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Mo, 06:47 Uhr
06.11.2017
Neues aus dem Falkennest

Sieg und Niederlage am Wochenende

Mit zwei Punkten gehen die Harzer Falken unerwartet erfolgreich aus dem Wochenende gegen die zwei haushohen Favoriten aus Leipzig und Herne. Konnte man dabei bei der knappen 4:2 (1:0; 1:1; 2:1)-Niederlage nicht mehr als viel Lob mit nach Hause nehmen, belohnten sich die Falken nach einem packenden Spiel gegen den Herner EV mit einem 4:3 (0:0; 1:2; 2:1; 1:0)-Sieg in der Overtime...


Im Mittelpunkt des Interesse stand dabei vor allem das Debut des kürzlich verpflichteten Schweden Elias Bjuhr. Und der zeigte in beiden Spielen ohne große Zeit der Eingewöhnung sofort, warum man sich unbedingt über diese Verpflichtung freuen darf. Nicht nur, dass die sonst für einen Kontingentspieler anfallenden Transfer- und Reisekosten diesmal nicht anfielen, da Duisburg diese bereits alle übernommen hatte und auch aufgrund des zeitlich befristeten Vertrages mit Bjuhr auf jegliche Entschädigung der Harzer Falken verzichtete.

Auch abgesehen vom finanziellen Aspekt, der natürlich für die Harzer Falken ein wesentlicher ist, ist Bjuhr mit einem scheinbar unermüdlichen Kampfgeist und unbedingten Erfolgswillen ausgestattet. Kein Puck wird verloren gegeben, schnell und stocktechnisch sicher werden die gegnerischen Reihen durchspielt und wenn er gerade nicht am Puck ist, geht er den gegnerischen Verteidigern vor deren Tor mächtig auf die Nerven. Und so sollte er sich auch gleich in die Harzer Statistiken eintragen, als er gegen Leipzig den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 durch Tim Lucca Krüger auflegte.

Zwar konnten die Leipziger durch einen Doppelschlag von Hannes Albrecht noch auf 3:1 davonziehen, doch ist es mittlerweile auch eine Harzer Tugend, dass man sich durch solche Rückschläge nicht demotivieren lässt. Und so machte es Richard Zerbst 3,5 Minuten vor Schluss mit dem 3:2-Anschlusstreffer nochmal richtig spannend. Am Ende war es dann jedoch Antti Paavilainen, der 38 Sekunden vor Schluss ins leere Harzer Tor einschoss und damit ein ausgeglichenes Spiel zu Gunsten der Leipziger entscheiden konnte.

Gut bzw. gleichwertig gespielt und doch verloren eine Aussage, die man am Sonntag gegen den Herner EV nicht erneut hören wollte. Zumal der Spielverlauf zeitweise durchaus darauf hinauslief. Doch zunächst einmal dominierte man das 1. Drittel. Auch, weil Herne überraschend harmlos agierte und lediglich Bradley Snetsinger und Aaron McLeod immer wieder für gefährliche Situationen sorgten. Doch die Harzer Defensivarbeit rund um den starken Fritz Hessel im Falkentor war an diesem Abend vorbildlich und hatte dann bei einem Pfostenschuss in der 14. Minute auch das Glück des Tüchtigen. Die Harzer dagegen hatten die zwingenderen Chancen vor allem durch Erik Pipp, Elias Bjuhr, Richard Zerbst und Lukas Brückner. Allesamt fanden jedoch in dem nicht immer sicher wirkenden Herner Schlussmann Christian Wendler zunächst noch ihren Meister.

Und auch im 2. Drittel ging es recht munter mit Chancen auf beiden Seiten weiter. Bis der neue Harzer Topscorer Thomas Schmid die großen Mühen in der 30. Minute mit dem 1:0 aus spitzem Winkel belohnte. Doch was folgte war eine dieser Phasen, in der man befürchten musste, dass die Falken hier außer Lob und Anerkennung nichts ernten würden. Denn es folgte eine Darbietung des außerordentlichen Könnens eines Bradley Snetsinger, der die beiden Tore zur Herner 1:2-Führung mustergültig vorbereitete. Nun ist Snetsinger schlittschuhläuferisch sicherlich nicht von der schnellsten Sorte, aber zum einen kaum vom Puck zu trennen und zum anderen verfügt er über eine Übersicht und ein sicheres Zuspiel wie wohl kaum ein anderer Spieler dieser Liga. Zwei Treffer, die die Harzer Falken sichtlich verunsicherten und zunächst völlig aus dem Spielrythmus bringen sollten.

Doch wie so oft schien Bernd Wohlmann in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn im Schlussdrittel waren gerade 14 Sekunden gespielt, als Elias Bjuhr im gegnerischen Drittel zum Alleingang ansetzte, das Tor umkurvte und per Bauerntrick den Ausgleich besorgte. Zu diesem Zeitpunkt wohl eine Art „Game-winning-goal“, wie auch Gästetrainer Frank Petrozza im Anschluss anmerkte. Denn zwar konnten die Herner ihre Überzahl in der 49. Minute mit einem satten Schuss ins lange hohe Eck durch Marcus Marsall zur neuerlichen Führung veredeln. Doch die Harzer blieben dran und belohnten sich in der 57. Minute mit dem Ausgleich durch das zweite Tor von Thomas Schmid, der den Part des offensiven Verteidigers im Block mit Trevor Hendrikx, Erik Pipp, Elias Bjuhr und Thomas Herklotz wie schon in den Spielen zuvor äußerst erfolgreich interpretiert und nicht grundlos die Harzer Torjägerliste mit nunmehr 6 Treffern anführt.

Noch besser sollte es dann in der Nachspielzeit kommen. Zunächst schoss sich Trevor Hendrikx nach einem schönen Zuspiel von Erik Pipp noch torlos warm. Doch nach 2 Minuten 59 Sekunden der Overtime tanzte Hendrikx nach einer Kombination über Erik Pipp und Thomas Schmid den Herner Snetsinger schön aus und vollendete mustergültig in den oberen Torwinkel zum vielumjubelten Siegtreffer.

Zwei Punkte, die man an diesem Wochenende nicht unbedingt erwarten konnte. Die sich die Harzer Falken jedoch mehr als verdient hatten, nachdem man bereits gegen die Hannover Indians und Leipzig gleichwertig war, aber keine Punkte mit nach Hause bringen konnte. Nun belohnte man sich endlich für ein großartiges Spiel. Und die Erkenntnis, dass man nun mit Elias Bjuhr einen Stürmer in seinen Reihen weiß, der ein Spiel an sich reißt und entscheidende Momente auf das Eis bringen kann, lässt hoffnungsvoll auf den weiteren Saisonverlauf blicken, der nach der Deutschlandcup-Pause mit dem Spiel gegen die Hamburg Crocodiles am 17.11.2017 im Wurmbergstadion seine Fortsetzung finden wird.
Steffen Heister
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