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Di, 14:32 Uhr
19.09.2017
Aktion zur Bundestagswahl

10 Thesen zum Grundeinkommen

Heiko Windisch aus Niedersachswerfen kämpft mit ungewöhnlichen Mitteln für das Bedingungslose Grundeinkommen. Zuletzt ist der Südharzer nach Eisenach und Wittenberg aufgebrochen…


Heiko Windisch vor der Wartburg. (Foto: privat) Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens würde einer Revolution gleichkommen, ist Heiko Windisch überzeugt. Seit Herbst vergangenen Jahres ist er Mitglied im Bündnis Grundeinkommen (BGE).

Das Ziel der Ein-Themen-Partei: Das Grundeinkommen in den Bundestag bringen. „Kein Mensch weiß, dass wir zur Bundestagswahl am 24.September auch wählbar sind“, erläutert der 48-jährige Bäcker. Das will der Sachswerfer ändern und ist seit August mit seinem Fahrrad für dieses Ziel unterwegs. Auf dem Rücken ein großes Wahlplakat, das auf die Zweitstimme für das BGE verweist.

Nachdem er Ende August auf den Brocken geradelt ist, hatte sich Windisch vergangene Woche auf über 100 Kilometern in Richtung Wartburg aufgemacht. Dort, wo vor über 500 Jahren Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte und eine Kirchenrevolution anschob. „Doch an der Wartburg angekommen, verwies mich der Sicherheitsdienst nach draußen“, berichtet Windisch. Plakat und Rad mussten vor den Burgmauern bleiben. Einige Aufmerksamkeit habe er trotzdem bei Besuchern für das Thema Grundeinkommen erregen können, so Windisch.

Zehn Thesen zum Grundeinkommen. (Foto: privat) Einen Tag später machte sich der Sachswerfer auf den Weg nach Wittenberg, dieses Mal aber mit dem Auto. Sein Ziel war die Schlosskirche, an der Luther vor genau 500 Jahren seine Thesen anschlug. Keine 95, nur 10 Thesen sind es im Fall von Windisch, die er an der neuen Eingangstür der Wittenberger Schlosskirche anbrachte.

Wer sich zum Bedingungslosen Grundeinkommen informieren will, der hat dazu am heutigen Dienstag ab 19 Uhr im Ratssaal des Nordhäuser Bürgerhauses die Gelegenheit. Der Soziologe, Professor Sascha Liebermann, will während der BGE-Veranstaltung unter anderem Fragen zur Finanzierbarkeit des Grundeinkommens klären.

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Kommentare

20.09.2017, 09.08 Uhr
Alanin | Viel interessanter...
als die Finanzierbarkeit sind die Gesamtvolkswirtschaftlichen Auswirkungen des BGE.

Subventionen werden kurz- und mittelfristig durch Preiserhöhungen aufgefressen. Beispiel ist die Subvention von Autos über die damalige Abwrackprämie. Oder die Zuschüsse zum Bau von Eigentum, hier erhöhten sich in beiden Fällen die Preise.

Die kleinen Versuche in begrenzten Gebieten zeigen zwar schön die Auswirkungen auf die beteiligten Personen, aber leider nicht auf die Volkswirtschaft, da einfach zu wenige Personen betroffen sind - oder eher zu viele nicht betroffen.

Bei so wenigen Teilnehmern werden sicherlich keine Mieten oder Gemeinkosten steigen. Einzig die volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind interessant.

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20.09.2017, 09.37 Uhr
Mueller13 | Man schaue auf seine Thesen
Er stellt ja die korrekten Fragen. Ich frage mich nur, was haben diese Fragen mit dem BGE zu tun? Und wie will er diese Fragen mit dem BGE beantworten?

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20.09.2017, 12.36 Uhr
BGE- Pirat | hallo mueller 13
das sind bespiele wo wir noch den rest vom geld fürs bge her bekommen können
113 gesetzliche krankenkassen würden nicht 3 stück reichen
und wir hätten 110 verwaltungen u vorstände ein gespart
oder können unsere kinder von berlin bis münchen nicht zb das gleiche matte buch nutzen
oder zb. ein dr der überstunden macht zahlt 45 % steuern
auf seinen lohn aber wer 10 000 000,-hat und von den zinsen leben kann u nichts macht zahlt nur 25 %
usw warum sollten wir das geld nicht fürs bge nutzen
und wenn sie gestern ins bürgerhaus gekommen wären
hätten wir uns in ruhe darüber unterhalten können
mfg heiko windisch

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20.09.2017, 13.57 Uhr
ReconNDH | "Thesen" ....
"...113 gesetzliche Krankenkassen würden nicht 3 stück reichen..."
Nein, weil dies keinerlei Auswirkungen auf den Erhebungssatz hätte.

"...und wir hätten 110 Verwaltungen und Vorstände eingespart..."
Nun, es möge wirklich weniger Vorstände geben, doch hätte auch dies keine Auswirkungen auf den Erhebungssatz. Die Verwaltung würde dadurch auch nicht kleiner, denn die Anzahl der Versicherten ändert sich ja nicht und somit bleibt der Verwaltungsaufwand gleich.

"...oder könnten unsere Kinder von Berlin bis München nicht z.B. das gleiche Matte Buch nutzen..."
Doch, aber inwiefern trägt dies zu einer spürbaren Kostenreduzierung bei?

"...oder z.B.. ein Dr. der Überstunden macht zahlt 45 % Steuern auf seinen Lohn, aber wer 10.000.000,-€ hat und von den Zinsen leben kann und nichts macht, zahlt nur 25 %
usw. Warum sollten wir dieses Geld nicht fürs BGE nutzen..."
Ganz einfach, weil das Geld bereits versteuert wurde. Das Geld ist ja nicht vom Himmel gefallen.

Auch der Rest Ihrer "Thesen" ist zu großen Teilen einfach nur populistischer Unfug. Und wissen Sie überhaupt was THESEN sind? Ich lese nur Fragen.

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20.09.2017, 14.42 Uhr
Alanin | @BGE-pirat
Ich möchte nochmals meine Fragen von oben ins Gespräch bringen. Wie gesagt, finanziert bekommt man das schon irgendwie, da mache ich mir keine Gedanken.

Allerdings geht es um die langfristige Nachhaltigkeit. Und diese ist bei den normalen volkswirtschaftlichen Vorgängen einfach nicht gegeben.

Aber schön, wie irgendwie in jedweder Diskussion diese Aspekte vollkommen außen vor gelassen werden... Bisher konnte mir diese sehr zentralen Punkte noch niemand beantworten, meist wurde es noch nicht einmal versucht...

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20.09.2017, 17.37 Uhr
BGE- Pirat | die meisten leistungen gibt es schon
nur werden überall bedingungen festgelegt
zb das man sich bewerben muß..
oder man darf keine frau haben die arbeitet
oder man darf nicht selber kündigen
wenn man die bedingungen weg lassen tut
dann ist es nicht weit zum bedingungslosen grundeinkommen
wenn wir es wirklich wollen dann finden wir auch wege zur umsätzung.
mfg heiko windisch

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20.09.2017, 18.46 Uhr
Mueller13 | die Umverteiler
Wann man das liest, steht da immer nur eines: UMVERTEILEN!

Kleines Beispiel warum eine Steuersatz von 50% auf Zinserträge Bullshit ist:

Ingenieur XY hat es geschafft im Laufe seines Lebens für das Alter 240.000Eu aus versteuerten Geld anzusparen.
Was bekommt er aktuell für Zinsen? 1 Prozent? Macht 2.400Euro Zinsertrag. Wie hoch ist die Inflationsrate? 2 Prozent?
Er verliert also 4.800 Euro Kaufkraft im Jahr. Abzüglich der Zinsen, ergibt sich ein realer Kaufkraftverlust von 2.400Euro. Dazu kommt, dass er auch jetzt schon eine Kapitalertragssteuer von 25% = 600 Euro zahlt. Diesen Satz wollen Sie auf 50% erhöhen, was bedeutet, dass er 1.200 zu zahlen hat.
Untern Strich steht:
2.400 Euro Zinseinnahmen
- 1.200 Euro Steuern
= 1.200 Euro nominale Einnahmen
- 4800 Euro Kaufkraftverlust
= 3.600 Euro tatsächlicher (Kaufkraft)Verlust

Da denkt ihr Euch wirklich tolles Zeug aus.
Das Problem von Euch Umverteilern: Ihr seht irgendwelche Riesenvermögen/Einkünfte (Albrecht, Winterkorn), baut Euch einen Schlachtplan auf, wie ihr das einkassieren wollt und vernachlässigt, dass Ihr dann nicht nur das obere eine Prozent erwischt, sondern auch den kompletten Mittelstand.
Noch ein kleiner Hinweis: Ihr sagt doch immer, dass das BGE die Antwort auf die Globalisierung ist. Apropos Globalisierung: meint Ihr wirklich, dass der Superreiche XY sich sein Geld von Euch wegbesteuern lässt? Der lacht über Euch: 3 längere Zahlen/Buchstabenkombinationen (BIC und Swift, sowie den Betrag) in den Computer eingegeben und das Geld befindet sich auf der anderen Seite der Welt. Sicher vor Euren Ideen...

@ Alanin: Natürlich bedenkt hier keiner die volkswirtschaftlichen Wechselbeziehungen. Dabei kann man sich soetwas an zwei Fingern abzählen...
Was ist passiert, als die Zinsen gefallen sind? Die Preise für Häuser sind gestiegen...
Was passiert, wenn der Staat via BGE Geld über den Menschen auskippt? Die Preise für alle Güter werden steigen... ganz einfaches Ding.
Man glaubt hier wirklich, dass man am Ende mehr Geld hat. Nominell mag das stimmen. Absolut wird man sich hinterher das gleiche leisten können wir vorher.
Im Anschluss an diese gigantische Umverteilungsorgie werden alle wieder in der gleichen Bude sitzen wie vorher, nur dass sie jetzt mehr Geld für die Bude bezahlen müssen.
Preise in einer Marktwirtschaft werden sich immer in einem Optimum einpegeln. Der Staat muss nur die Bildung von Monopolen verhindern, den Rest erledigen die Wirtschaftsteilnehmer von alleine.

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20.09.2017, 19.37 Uhr
BGE- Pirat | mueller13 ich kenne nur einen der 2400,- zinnsen oder mehr hat
und der hat es durch ausbeutung bekommen
ich gehe jetzt in nachtschicht
und wenn sie nicht den mut haben sich mit uns zu treffen
und über das bge zu reden
dann brauchen sie mir auch nicht antworten
eine gute nacht ihnen und deutschland
mfg heiko windisch

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21.09.2017, 07.24 Uhr
Alanin | @BGE- Pirat
Ich hoffe Sie sind gut durch die Nachtschicht gekommen. Aber warum 'trauen' Sie sich denn nicht auf meine Aspekte und Fragen einzugehen?

(Nur um es mit Ihren eigenen Worten zu sagen)

Für mich ist das BGE reines Wunschdenken. Die Grundidee ist an sich toll, aber leider ist die genaue Ausgestaltung totaler Mist und wird nie und nimmer funktionieren. Der Markt wird es einfach kaputt machen.

Wenn das BGE eingeführt wird und wir spekulativ und rein für's Beispiel von 1.000 Euro pro Person BGE ausgehen, wird folgendes passieren.

Anfangs hat jeder Bürger in Arbeit dann 1.000 Euro mehr. Jeder Bürger, der heute auf Ersatzleistungen angewiesen ist hat dann 1.000 Euro.

Nach einer Weile, wenn der Markt sich angepasst hat und die monatlichen Aufwände in etwa 1.000 Euro mehr kosten werden, stellt sich die Situation von oben in etwa so dar: Der Bürger in Arbeit hat wieder soviel wie vor dem BGE, die 1.000 Euro muss er ja nun mehr aufwänden, da die Preise gestiegen sind. Und der Bürger, der auf Ersatzleistungen angewiesen ist? Genau der hat am Ende der Rechnung überhaupt nichts mehr. Die 1.000 Euro sind dann weg und Ersatzleistungen gibt es dann auch keine mehr.

Weiter kommt hinzu, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland so dermaßen unterschiedlich sind, dass ein BGE nie und nimmer funktionieren kann. Der Bürger in Brandenburg kann für 1.000 Euro in ein Schloß ziehen, der Bürger in München kann sich fortan endlich ein Wohnklo mit Kochnische leisten. Klasse!

Schöne neue Welt...

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22.09.2017, 16.13 Uhr
HUKL | Ein fleißiger Wahlhelfer war diesmal unterwegs!
Etwas günstiger wäre es bestimmt für den Abenteurer und Bäckermeister gewesen, wenn auf seinem mitgeführten Schild mit den vielen Fragen auch die entsprechenden Lösungen gestanden hätten, die sich seine übrigens auch zu wählende Partei erträumen würden und deren Umsetzungen von den stärkeren Mitbewerbern erwünscht worden wäre! Es ist vorstellbar, dass die in Wittenberg von ihm angebrachten 10 Thesen, was ihm vorher im Eisenacher Schlossinnern der „Wartburg“ nicht gelang, die kurz neben den 99 von Martin Luther an der Eingangstür der dortigen Schlosskirche hingen, von den Sicherheitsleuten längst wieder für das Museum entfernt wurden......

Wenn am Sonntag die Wahl ausgewertet ist, wird besonders ein reisefreundlicher Mann in Bäckerbekleidung aus Niedersachswerfen, vor dem Fernseher sitzend, staunen, wie wenig die bundesweiten Auszähler der Stimmen seiner Partei berücksichtigen mussten! l

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