Do, 11:59 Uhr
16.08.2001
nnz-Betrachtung: Mittelmäßigkeit
Nordhausen (nnz). Der SVC Nordhausen hat seine Männermannschaft aus der 2. Bundesliga abgemeldet. Dazu folgende nnz-Betrachtung.
Eine Woche nach der Ausrichtung des Volleyball-Länderspiels zwischen Deutschland und Japan ist auch der Volleyball-Sport in Nordhausen von der nüchternen Realität eingeholt worden. Und die heißt schlicht und ergreifend: Eine Region wie Nordhausen taugt nicht für höherklassigen Sport. Das musste in den zurückliegenden Jahren die Fan-Gemeinde von Wacker Nordhausen schmerzlich erfahren, jetzt hat das (fast) gleiche Schicksal die Volleyballer ereilt.
Das SVC-Präsidium hat nur eher - vielleicht auch rechtzeitig? - die Reißleine gezogen. Bevor es zum finanziellen GAU kommt, bäckt man nun die Brötchen eine Spur kleiner. Diese neue Größe der Brötchen wird dem treuen Volleyballpublikum wohl oder übel über mehrere Jahre zur Verfügung stehen. Es gibt wohl kaum einen Kenner der Szene, der davon ausgeht, dass der Nordhäuser Volleyball im nächsten Jahr schon wieder bundesligatauglich sein wird. Die Zutaten für große Brötchen fehlen einfach, vor allem fehlt die Hefe, sprich das notwendige Kapital.
Das Präsidium des SVC kann sich glücklich schätzen, dass der harzhaft-frische Biergenuß noch bei der Stange geblieben ist und wohl auch bleibt, ohne das Engagement der Wernigeröder Brauerei wäre das Experiment Bundesliga schon vor Jahren beendet gewesen. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nordhäuser Region werden es auch in den kommenden Jahren nicht hergeben, dem Publikum einen höherklassigen Sport anzubieten, weder im Fußball, noch im Volleyball, noch im Handball. Sport in und um Nordhausen wird mittelfristig im Landes-, vor allem aber im Bundesmaßstab unteres Mittelmaß darstellen. Damit muß man hier einfach leben und sich einrichten.
Da klingt das alles schön und gut, dass man sich beim SVC auf den eigenen Nachwuchs konzentrieren und vielleicht auch die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule suchen will. Wenn wirklich wieder eine Mannschaft geformt werden kann, die das Zeug zur Bundesliga hat, dann werden die entscheidenden Spieler weggekauft, dann winken andere Regionen mit Arbeitsplätzen und Konditionen, von denen man in Nordthüringen über Jahre hinaus nur träumen kann.
Bleiben wir Realisten und gönnen uns die Mittelklassigkeit. Das, was die Wacker-Fans bereits hinter sich haben, das steht der Nordhäuser Volleyballgemeinde jetzt bevor. Und da wird sich zeigen, ob die Anhänger noch zu ihrem Klub stehen oder nicht. Bei Wacker ist die Rechnung nicht aufgegangen, die Fans haben dem einstigen Vorzeigeklub den Rücken gekehrt, mühseelig ist jetzt die Aufbauarbeit. Das möge den Volleyballern erspart bleiben.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEine Woche nach der Ausrichtung des Volleyball-Länderspiels zwischen Deutschland und Japan ist auch der Volleyball-Sport in Nordhausen von der nüchternen Realität eingeholt worden. Und die heißt schlicht und ergreifend: Eine Region wie Nordhausen taugt nicht für höherklassigen Sport. Das musste in den zurückliegenden Jahren die Fan-Gemeinde von Wacker Nordhausen schmerzlich erfahren, jetzt hat das (fast) gleiche Schicksal die Volleyballer ereilt.
Das SVC-Präsidium hat nur eher - vielleicht auch rechtzeitig? - die Reißleine gezogen. Bevor es zum finanziellen GAU kommt, bäckt man nun die Brötchen eine Spur kleiner. Diese neue Größe der Brötchen wird dem treuen Volleyballpublikum wohl oder übel über mehrere Jahre zur Verfügung stehen. Es gibt wohl kaum einen Kenner der Szene, der davon ausgeht, dass der Nordhäuser Volleyball im nächsten Jahr schon wieder bundesligatauglich sein wird. Die Zutaten für große Brötchen fehlen einfach, vor allem fehlt die Hefe, sprich das notwendige Kapital.
Das Präsidium des SVC kann sich glücklich schätzen, dass der harzhaft-frische Biergenuß noch bei der Stange geblieben ist und wohl auch bleibt, ohne das Engagement der Wernigeröder Brauerei wäre das Experiment Bundesliga schon vor Jahren beendet gewesen. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nordhäuser Region werden es auch in den kommenden Jahren nicht hergeben, dem Publikum einen höherklassigen Sport anzubieten, weder im Fußball, noch im Volleyball, noch im Handball. Sport in und um Nordhausen wird mittelfristig im Landes-, vor allem aber im Bundesmaßstab unteres Mittelmaß darstellen. Damit muß man hier einfach leben und sich einrichten.
Da klingt das alles schön und gut, dass man sich beim SVC auf den eigenen Nachwuchs konzentrieren und vielleicht auch die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule suchen will. Wenn wirklich wieder eine Mannschaft geformt werden kann, die das Zeug zur Bundesliga hat, dann werden die entscheidenden Spieler weggekauft, dann winken andere Regionen mit Arbeitsplätzen und Konditionen, von denen man in Nordthüringen über Jahre hinaus nur träumen kann.
Bleiben wir Realisten und gönnen uns die Mittelklassigkeit. Das, was die Wacker-Fans bereits hinter sich haben, das steht der Nordhäuser Volleyballgemeinde jetzt bevor. Und da wird sich zeigen, ob die Anhänger noch zu ihrem Klub stehen oder nicht. Bei Wacker ist die Rechnung nicht aufgegangen, die Fans haben dem einstigen Vorzeigeklub den Rücken gekehrt, mühseelig ist jetzt die Aufbauarbeit. Das möge den Volleyballern erspart bleiben.
Peter-Stefan Greiner

