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Mi, 15:05 Uhr
30.08.2017
Hausbesuche durch Versorgungsassistentinnen

PLUSmobil für Hausarztpraxis in Neustadt

So langsam aber sicher kehrte die bundesdeutsche Medizinwelt in DDR-Zeiten zurück. Das begann mit den Medizinischen Versorgungszentrum und ist mit den VERAHs vermutlich nicht zu Ende...

Früher mit der Schwalbe, heute ist Heidi Luhn im Auto unterwegs

Schwester Agnes mit ihrer Schwalbe kennen diejenigen, die die Hälfte ihres Lebens im Sozialismus verbracht haben. Was damals die Gemeindeschwester war, ist jetzt die "Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis". Wie einst der Name Poliklinik nicht mehr auftauchen durfte, so saß bei den "Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis" vermutlich auch ein Marketing-Gremium und rätselte an einem neuen Namen herum.

Seit 2010 gibt es den größten Thüringer Hausarztvertrag zwischen AOK PLUS, Thüringer Hausärzteverband und der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen. Aktuell nehmen 784 Hausärzte teil und rund 240.000 Patienten haben sich eingeschrieben. Ein Baustein des Vertrages der AOK PLUS ist, Hausbesuche der speziell ausgebildeten Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAHs) durch die Finanzierung eines Fahrzeuges zu unterstützen. Im gesamten Freistaat nutzen 81 Hausärzte, mit speziell ausgebildeten Krankenpflegern, die Kleinwagen im einheitlichen Design.

Thüringenweit sind 83 PLUSmobile unterwegs
Ein weiteres PLUSmobil erhielt nun in Neustadt/Harz die Praxis von Dr. med. André Haas. Die VERAH der Praxis Am Ring kann damit Patienten zu Hause aufzusuchen, um beispielsweise den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, Blut abzunehmen oder Wunden zu versorgen.

"Mit den PLUSmobilen bieten wir in Thüringen gerade für chronisch kranke Versicherte einen echten Vorteil. AOK-Versicherte müssen nicht mehr so oft zum Arzt, denn die VERAH kommt zu ihnen nach Hause und kümmert sich um die Patienten. Die Ärzte haben mehr Zeit für Aufgaben, die nur sie erledigen können. Unterm Strich steigt damit auch die Versorgungsqualität", so Regionalgeschäftsführer Thomas Fabisch.

"Es muss nicht immer ein Arzt zu erkrankten, immobilen Menschen fahren. Oft handelt es sich um Blutentnahmen, Blutdruck- oder Blutzuckerkontrollen. Dies, ebenso wie Wundkontrollen, kann durch geschultes Assistenzpersonal in hoher Qualität durchgeführt werden. Weiterhin ist es sehr wichtig, dass der direkte Kontakt zur Hausarztpraxis niedrigschwellig und kontinuierlich erhalten bleibt.

Es freut uns sehr, dass im Rahmen des Hausarztprogramms der AOK PLUS diese Maßnahmen mit einem Kleinwagen der Arztpraxis durch das Praxispersonal durchgeführt werden können. Gerade die zunehmend älter werdende Bevölkerung profitiert erheblich durch die Mobilität der Praxisassistenz. Patienten, die eine so entlastete Arztpraxis aufsuchen, werden die hinzugewonnenen Zeit ihres Hausarztes oder ihrer Hausärztin vor Ort positiv spüren", erklärt Dr. med. Ulf Zitterbart, Hausarzt und 1. Vorsitzender des Vorstandes des Thüringer Hausärzteverbandes.

"Die ganzheitliche Betreuung der Patienten im hausärztlichen Bereich ist eine Teamarbeit", sagte Frau Dr. med. Annette Rommel, 1. Vorsitzende des Vorstandes der KV Thüringen. „Die hohen Anforderungen an die Qualität und den Umfang der Behandlung chronisch kranker Patienten in ihrem häuslichen Umfeld erfordert einen koordinierten Einsatz von Ärzten und qualifizierten Praxisassistentinnen. Mobilität und Flexibilität garantieren ein echtes Plus für die Versorgung."
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