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Mi, 11:41 Uhr
30.08.2017
Eine Vision wird (vielleicht) Realität?

Kein Gegenpol zur Wirtschaftsförderung

Eigentlich ist Wirtschaftsförderung eine Sache von kommunaler Politik und kommunaler Verwaltung. Eigentlich, denn im Landkreis Nordhausen und in der Stadt, wird man den Aufgaben wirtschaftlicher Unterstützung kaum oder lediglich in einem minimalen Umfang gerecht. Nun will das ein Verband selbst in die Hand nehmen…



Seit vielen Jahren fordert der Nordthüringer Unternehmerverband (NUV), dass Stadt und Landkreis die Wirtschaftsförderung zusammenlegen und somit effektiver gestalten. Das hätte der NUV-Vorstand aber auch irgendeinem Denkmal in Nordhausen erzählen können. Bewegt hatte sich nichts und das bestätigt wiederum den Eindruck, dass Verwaltungen am liebsten mit ihrer Eigenverwaltung beschäftigt sind. Auch deshalb bezeichnete NUV-Chef Niels Neu den heutigen Termin auch als „historisch“.

Historisch deshalb, da der NUV eine einheitliche Koordinationsstelle Wirtschaftsförderung für Nordthüringen installiert hat. Hier wird Claudia Rheinländer als Ansprechpartnerin und Koordinatorin für die Wirtschaft tätig sein. Bezahlt wird die 33 Jahre alte Frau aus Mitteln des Verbandes, Unterstützung gibt es allerdings auch vom Nordthüringer Regionalmanagement, dem drei Nordthüringer Landkreise angehören. Neu deshalb: „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu bestehenden Fördern.“ Wenn sie denn vorhanden sind.

Der Unternehmerverband ist sich durch die steigende Anzahl der Mitgliedsunternehmen (fast 200) seiner Stärke und Verantwortung bewusst und freut sich, dass durch die Initiative von Landrat Matthias Jendricke, die gemeinsam mit Hochschulpräsident Prof. Jörg Wagner ins Leben gerufen wurde, die Möglichkeit besteht, “auf schnellem, unbürokratischem Weg und ohne politische Animositäten eine kompetente regionale Ansprechpartnerin zu etablieren.“

Jendricke wollte mit der Initiative helfend und unterstützend wirksam zu werden. Geschaffen werden soll mit dem neuen Regionalmanagement ein Gebilde, das zum Beispiel nicht von Gebietsreformdiskussionen tangiert wird. Über das nun installierte Konstrukt für die Landkreise Nordhausen und Unstrut-Hainich sowie den Kyffhäuserkreis werden mehrere Stellen finanziert, darunter auch eine „halbe Stelle“ für Claudia Rheinländer. Eine weitere halbe Stelle konnte für den SPD-Nachwuchspolitiker und Politikstudenten Maximilian Schröter in der Nordhäuser Kreisverwaltung geschaffen werden. Dazu kommen Stellen in den beiden anderen Landkreisen. Für das Management sind für insgesamt vier Stellen 700.000 Euro vorgesehen, die 300.000 Euro pro Jahr verteilen dürfen. So sollen unter anderem Veranstaltungen organisiert, Formulare ausgefüllt oder Dokumentationen erstellt werden.

Eine der ersten konzertierten Aktionen, die sich der NUV auf seine Verbandsfahnen geschrieben hat, soll die Teilnahme an der diesjährigen Expo Real in München sein, wo neben der Region vor allem das Industriegebiet in der Goldenen Aue vermarktet werden soll. Quasi aus eigener Kraft, nicht nur der LEG vertrauend, sollen Investoren gesucht und – vielleicht – auch gefunden werden. Wir hatten hierzu bereits ausführlich berichtet.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

31.08.2017, 07.40 Uhr
-Insider- | Was
qualifiziert denn bitte Herrn Schröter für diese Stelle? Mutmaßlich das gleiche wie Herrn Mohr für die Leitung des VEB Service vom Landkreis - also nichts, außer das Parteibuch.

Vetternwirtschaft ins Quadrat im Landratsamt :)

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31.08.2017, 10.07 Uhr
Crimderöder | Das Parteibuch als wichtigste Qualifikation
Es ist schon pikant, wenn der Landrat seinen 23jährigen SPD-Jungkollegen in einen eigens geschaffenen Posten hievt. Man erahnt wieder ein Paradebeispiel roter Parteibuchwirtschaft in einem Staate, den sich die Parteien zur Beute machen. Jendricke sagte, er hält die Verquickung unternehmerischer und staatlicher Initiativen für "vorteilhaft". Ähnlich vorteilhaft scheint auch die Verquickung mit der eigenen Partei zu sein.

Daher die Frage an das Landratsamt: Welche Qualifikationen und Erfahrungen (in dem Alter!) bringt denn dieser Student mit sich, um sich solch einer wichtigen Aufgabe adäquat zu stellen? Gab es Ausschreibungen und andere Bewerber?

Unserer Region ist nicht gedient, wenn in den Verwaltungen Partei-Loyalität statt Fachkunde zählt. Ansonsten muss sich Landrat Jendricke den Vorwurf der Günstlingswirtschaft gefallen lassen.

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06.09.2017, 07.39 Uhr
Babette Klingert | Wo war die Stellenausschreibung Herr Landrat?
Herr Landrat stellt wieder einen Parteifreund mit Herrn Maximilian Schröter ein. Eine kleine Frage: Wo war die Stellenausschreibung? Es erinnert alles an DDR Zeiten und niemand schreitet ein.

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06.09.2017, 08.39 Uhr
murmeltier | Verwaltungen
Es scheint in Verwaltungen üblich zu sein, Posten mit Freunden, Parteifreunden usw. zu besetzen. Wer da nicht rein passt, wird einfach weggedraengt. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob er oder sie hervorragende Arbeit leisten, völlig uninteressant. Man richtet es sich eben ein. Das ist nicht nur im Landratsamt so. Hier zeigt sich, wie überflüssig Personalräte sind. Wer kontrolliert das die Besetzung der Stellen nach Recht und Ordnung vergeben werden? Keiner.

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