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Do, 09:53 Uhr
30.03.2017
Dichterstätte auf Reisen

Wo das Dichten seinen Anfang nahm

Die Dichterstätte Sarah Kirsch geht auf Reisen. Ende Mai lädt der Förderverein zu einer Exkursion nach Halle, wo das Dichten der Limlingeröderin Ingrid Bernstein seinen Anfang nahm. In der Stadt an der Saale will man sich auf die Spuren der Dichterin begeben...

Die Mitglieder des Fördervereins „Dichterstätte Sarah Kirsch“ erinnern im laufenden Jahr daran, dass die anerkannte Lyrikerin, aus Limlingerode stammend, vor 20 Jahren wieder einen Weg an ihren Ursprung fand und vom 2. Juni bis 5. Juni 1997 in unserer Region zu zwei Lesungen und einer Aquarellausstellung weilte. Inbegriffen war eine Engeltour zu den in barocker Zeit angefertigten Taufengeln für die evangelischen Kirchen in Immenrode, Pützlingen, Trebra, Friedrichsthal und Stempeda.

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Im Laufe unserer mehrjährigen Bekanntschaft mit dieser ungewöhnlichen Frau erschloss sich uns auch das Beginnen ihres Dichtens in Halle an der Saale. Aus mehreren Gesprächen und dem Lesen in ihrer Dichtung konnten wir diese Lebensphase ergründen. In die Händelstadt, gelegen an der alten Salzstraße, kam Ingrid Bernstein 1954, um bis 1959 Biologie zu studieren und mit dem Diplom abzuschließen. 1960 heiratete die junge Frau den Lyriker Rainer Kirsch, der sich bereits damals wegen unangebrachter Verse in der Produktion „bewähren“ musste. Sie selbst wählte für sich seit dieser Zeit das Pseudonym Sarah Kirsch, denn sie wandte sich gleichfalls dem literarischen Schreiben zu.

Diese Stadt sah zu DDR-Zeiten in vielen Teilen sehr desolat aus. Die Kirschs wohnten im Zentrum, in der Bahnhofstrasse 7, im Hinterhof, im Seitenflügel rechts über einer Weinkelterei, deren Gerüche sie begleiteten. Auf dem Hof lagen gestapelt geleerte Flaschen und leere Wein- und Sektkisten. „Grüns Weinstuben“ hieß die Gaststätte, in der die italienischen Weine Favoriten waren und die heute als „Weinstube“ eine gepflegte Gastronomie bietet.
Im Band „Schwingrasen“ zum Beispiel, 1991 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart erschienen, erzählt sie in einigen Prosaminiaturen über ihre Zeit in Halle, in „Pfeffer und Salz“, „Waldhorn“, „Katzenpfote“, „Versteinerte Wälder“ und „Nachtarbeit“.

Die Dichterstätte Sarah Kirsch begibt sich in Halle demnächst auf Spurensuche (Foto: Heidelore Kneffel) Die Dichterstätte Sarah Kirsch begibt sich in Halle demnächst auf Spurensuche (Foto: Heidelore Kneffel)

Deshalb bieten wir für Samstag, den 27. Mai, allen Interessierten eine Exkursion nach Halle an der Saale an, wo das Dichten der Limlingeröderin Ingrid Bernstein seinen Anfang nahm. Vom Händeldenkmal, das die Musikliebhaberin gern in Augenschein nahm, folgen wir ihr in die nahe gelegene Rathausstraße 7, wo sie mit ihrem Mann Rainer Kirsch lebte, hin zum Stadtgottes-Acker, weiter zu einem „zierlichen“ Balkon nahe des Landesmuseums für Vorgeschichte.

Wir begleiten die Kirsch auf die Rabeninsel, in Reichhardts Garten, zum „Krug zum grünen Kranze“ an der Saale, verbunden mit dem berühmt gewordenen Maler Ebert und anderes mehr. Wer gern diesen abwechslungsreichen Spuren folgen möchte, melde sich bitte unter der Telefonnummer 03631/990 960 (Heidelore Kneffel, Vorsitzende des Fördervereins) bis zum 16. April! Je nach der Teilnehmerzahl fahren wir mit PKWs (Fahrgemeinschaften) oder mit dem Zug.
Autor: red

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