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Do, 16:00 Uhr
09.03.2017
Das blaue Zelt kehrt zurück

Die große Luftnummer

Im vergangenen Jahr hat sich der junge Zirkus Zappelini einen Wunsch erfüllt und Nordhausen damit einen kleinen Diamanten beschert - ein großes, blaues Zirkuszelt an der Rothleimmühle, das nicht nur den Zappelinis Platz bietet, sondern auch jede Menge außergewöhnliche Artisten und Künstler in den Südharz lockt. Ein wenig von dem, was die zweite Zelt-Saison bringen wird, haben die Zappelinis jetzt verraten...

Das Zappelini Zelt wirft seine Schatten voraus (Foto: Angelo Glashagel) Das Zappelini Zelt wirft seine Schatten voraus (Foto: Angelo Glashagel)


Es wird ein hartes Stück Arbeit, das blaue Zappelini Zelt aufzurichten - 10 Tonnen Material müssen bewegt werden, und mindestens zehn Helfer wird man brauchen, wenn man das Zelt ohne Hilfe von außerhalb in einer Woche an seinen Platz stellen möchte. Aber es soll sich lohnen. Für die Kinder des jungen Zirkus Zappelini versteht sich, die in diesem Jahr mit zwei ihrer eigenen Produktionen zu sehen sein werden, aber auch für Freunde ausgefallenerer Unterhaltung.

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Neben der ersten eigenen Show der zwei Break-Dance-Truppen der Zappelinis wird man auch die Show "Das Floß ist los" noch einmal im Zelt sehen können. "Das wird noch einmal komplett anders für uns. Wir haben vielmehr Platz und können weiter in die Höhe gehen. Da geht noch was", sagt Steffi Böttcher. Zusammen mit Alexander Jäger betreut sie die jungen Artisten, zur Zeit 46 an der Zahl, und studiert mit ihnen die bunten Programme und anspruchsvollen Kunststücke ein. Es wird jongliert, Einrad gefahren, vom Trapez geschwungen oder hoch über dem Boden in den Seilen gehangen. Um das dann auch auf der Bühne zeigen zu können, braucht es nicht nur Kraft und Koordinationsvermögen sondern auch Mut und Selbstbewusstsein.

Die anderen Gäste, die man dieses Jahr im blauen Zelt begrüßen will, haben diese Hürden schon lange gemeistert. Auf dem Programm stehen wieder außergewöhnliche Künstler, die weit mehr zu bieten haben als reine Kinderunterhaltung. Eröffnet wird die Saison am 6. Mai mit der Show "Stehfleisch und Sitzvermögen", eine universale Mischung aus Jonglage, Musik und akrobatischer Komik in der Niels Seidel und Malte Steinmetz absurdes Theater á la Samuel Beckett detailverliebt choreographieren. Weit außerhalb des üblichen Rahmens bewegt sich auch das Stück "Laute Stille", das am 2. September im Zelt gastieren wird. In der ungewöhnlichen Pantomime Show zeigt Elias Elastisch vier archetypische Charaktere, die spektakulär, zuweilen grotesk bis blutrünstig am Leben und der Gesellschaft scheitern, "das ist eine fantastische Show aber absolut kein Kinderprogramm", sagt Steffi Böttcher.

Steffi Böttcher und Alexander Jäger freuen sich schon auf die zweite Zeltsaison (Foto: Angelo Glashagel) Steffi Böttcher und Alexander Jäger freuen sich schon auf die zweite Zeltsaison (Foto: Angelo Glashagel) Auftritte wie diese werden auch möglich, weil die diesjährige Saison durch die Thüringer Staatskanzlei gefördert wird. "Wir können Produktionen nach Nordhausen holen, die man eigentlich nicht zu sehen bekommt, ohne zu reisen", freut sich Böttcher, "der moderne Zirkus ist mehr als der "Cirque du Soleil", wer absolute Profi-Artisten sehen will, der muss nicht nach Berlin oder Halle fahren, sondern kann sich das hier anschauen, zusammen mit Freunden und Nachbarn".

Neben weitgereisten Künstlern werden auch hiesige Kulturschaffende dieses Jahr die Möglichkeiten des Zeltes nutzen können. Der Nordhäuser Jazzclub etwa wird am 20. Mai mit "Santa Machete" bei den Zappelinis gastieren. Auch die Rothleimmühle und das Jugendsozialwerk können die Manege in der Nachbarschaft nutzen, erzählt Alexander Jäger. Am 13. Juni lädt man zur offenen Bühne, bei der jedermann die Möglichkeit haben wird, mit seiner oder ihrer eigenen Nummer vor das Publikum zu treten. Man hoffe das Zelt im kommenden Jahr noch weiter öffnen zu können, meint Jäger, für 2017 sei man aber komplett ausgebucht.

Die Zappelinis werden außerdem auch wieder auf der großen Bühne des Theaters zu sehen sein. "Fabelhafte Helden auf Papier" heißt das diesjährige Programm. Die artistischen Bilder und Kunststücke lehnen sich dabei an klassische Kinderbuchhelden an, ein Geschenk nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen, sagt Steffi Böttcher, schließlich gehe es auch um die Helden der eigenen Kindheit. "Das wird die große Luftnummer", erklären die beiden großen Zappelinis die artistische Seite des neuen Stücks. Da man viele neue Kinder in den eigenen Reihen habe, die sich vor allem für Luftartistik begeistern, werde man hoch hinaus gehen. Auch Ein- und Hochrad-Auftritte sollen eine prominente Rolle spielen. Besonders freut man sich über die neuen, farbenfrohen Kostüme, die man sich dank der Unterstützung der Sparkassen Kulturstiftung jetzt leisten konnte.

Die Saison will man auch nutzen, um den Platz an der Rothleimmühle etwas mehr Flair zu verpassen. "Und wir wollen ganz viele neue Zappelinis gewinnen, sechzig an der Zahl", wünscht sich Steffi Böttcher. Ein Weg dahin wird das Projekt "Zirkus von morgen" sein, bei dem 50 Kinder eine Woche lang unter professioneller Anleitung ihr eigenes Stück erarbeiten.

Anders als in im ersten Jahr, wird sich die Zeltsaison dieses mal nicht nur drei, sondern gleich fünf Monate andauern, bis Anfang Oktober. Zeit genug also, sich selber ein Bild von diesem Nordthüringer Kleinod zu machen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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