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Do, 12:24 Uhr
26.01.2017
Brandgefahr

Defekte und Lithiumbatterien in "grünen Sammelboxen“

Die Initiative Pro Li-Ionen-Batterien kümmert sich um Fragen zu den Lithiumbatterien, die auch die Erfassung und Entsorgung betreffen. Batterien und Akkumulatoren, wenn sich diese verbraucht haben, gehören in die Sammelboxen, wie wir Sie in unseren Baumärkten vorfinden. Aber Vorsicht mit Lithiumbatterien...


Nicht ohne Schutz (Pole und Kontaktierungen mit Plastik abkleben oder in einen Siegelrandbeutel (verschlossen) einwerfen oder zu Hause lagern.

Für die Initiative Pro Li-Ionen-Batterien hat die Nordhäuser Firma Envites Energy grüne Sammelboxen für Batterien in Baumärkten untersucht. Das Ergebnis ergibt eine signifikante Erhöhung der Brandgefahr, denn ungeschützte oder defekte Lithiumbatterien werden eingeworfen. Bei einem möglichen Kurzschluss besteht eine erhöhte Brandgefahr, die gefährliche Folgen mit sich führen kann.

Die Untersuchung quer in Deutschland- ist nur ein Ausschnitt. Aber es besteht Handlungsgefahr zur Vorbeugung von Bränden. Denn in jeder von fünf gezielt angesehen Boxen wurde festgestellt, dass Li-Ionen Zellen und Lithiumbatterien, besonders Knopfzellen und zylindrische Formate, darin enthalten waren. Die oberflächlich zu erkennenden Stückzahlen bewegten sich in mindestens 4- 12 Stück, ohne also die Box auszuzählen.

Die Lithiumbatterien waren nicht Kurzschlussgeschützt, insbesondere die zylindrischen Zellen waren offenbar aus defekten Packs herausgerissen und hatten Stücke der ursprünglichen Kontaktierung, wiederum gar nicht geschützt, offen in den Boxen. Geeignetes Polstermaterial oder Ähnliches, vgl. auch SV 636b ASDR/RID, war nicht vorhanden, auch beschädigte Akkus waren in den Boxen.

Das ist alarmierend, denn insbesondere auch schon eine Akkuzelle Li-Ionen oder eine Li-Knopfzelle kann einen Brand auslösen. Besonders ja dann, wenn diese beschädigt sind, in einen Kurzschluss geraten können oder wenn deren Kontaktierung als Blechstreifen offen und ungeschützt in der Box ist. Die Folgen eines solchen Brandes können gravierend sein.

Nun, was könnte diese Situation schnell verbessern?
Zunächst einmal sollten aus unserer Sicht die Hinweisinformationen verbessert werden. Also sollte darauf hingewiesen werden, dass die Lithiumbatterien entsprechend geschützt in die Boxen kommen sollen. Oder vollends separat, was wohl eher nicht durchsetzbar ist.

Die Sammelboxen sollten entweder dort aufgestellt werden, wo es im Falle der Fälle einen Schutz gibt. Andererseits wäre zu empfehlen, dass das Personal vor Ort sensibilisiert ist und den Gehalt oder den Einwurf der Batterien kontrolliert erfolgt. Letzteres hat den Vorteil, dass die Batterien in einen geeigneten Kurzschlussschutz überführt werden können.

Als Kurzschlussschutz wäre zu empfehlen, dass eine Akkuzelle in einen verschließbaren, widerstandsfähigen Plastikbeutel (wie in der Akkubranche durchaus üblich) eingelegt wird oder dass man diese einschäumt. Auch das simple Einkleben mittels einem Klebestreifen ist eine gute Maßnahme. Das offene und lose Einlegen solcher Batterien in Vermiculite könnte deshalb suboptimal sein, weil die defekte Kontaktierung der Zellen in der Bewegung beim Transport leicht durchstechen und mithin Kurzschlüsse erzeugen können.

Allerdings sollte man auch das Personal vor Ort darauf hinweisen, Akkus aufgrund des praktisch öfter vorkommenden Materialaustritts nur mit persönlichen Schutzmaßnahmen zu berühren.

Auch wirtschaftlich halten wir solche vergleichsweise preiswerten Maßnahmen für sinnvoll. Denn ein Brand mit Auslösung der gebäudetechnischen Brandschutzanlagen oder ein Einsatz der Feuerwehr, besonders aber eine Gefährdung von Menschenleben und der Umwelt sind unter Umständen auch mit hohen Kosten verbunden.
Tim Schäfer
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Kommentare

30.01.2017, 07.40 Uhr
Jürgen Wiethoff | Das Dilemma mit den Akkus
Sicher kann man nach jahrelanger Praxis jeden Satz dieses Beitrages bestätigen. Dennoch sehe ich keine Möglichkeit, auch nur in begrenztem Umfang etwas von den Forderungen nach mehr Sicherheit im Umgang mit „ausgedienten“ Akkus und Batterien umzusetzen.

Einigen hauptsächlich im Ausland hergestellten Akkus sieht auch der Fachmann die Bauform nicht an. Wie soll es dann ein Mitarbeiter im Supermarkt können? Und soll sie/er den ganzen Tag neben der Sammelbox stehen, um die „Kraut-und-Rüben-Anlieferung“ der Kunden zu sortieren?

Selbst einem großen Smartphone-Hersteller brachten 2016 die Akkus viele Probleme bis zum Rückruf einer ganzen Serie ein.

Stephan Scheuer vom TÜV Rheinland hat einer großen deutschen Zeitung ein Interview zum Umgang mit den Akkus von Mobiltelefonen gegeben. Googeln Sie mal, es ist interessant für jeden, auch für die Leute, die sich mit wachem Blick auf die Probleme der Elektromobilität zuwenden wollen.

Es bleibt dabei: Elektroenergie in Akkus speichern zu wollen, ist auch nach vielen Jahren Forschung noch sehr problembehaftet.
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