Mi, 15:00 Uhr
28.12.2016
Mit dem Ballett auf der Bühne
Bewegungskunst von der anderen Seite
Ein Bühnenleben ist, zumindest für Tänzer, endlich. Louiza Radeva hat es trotzdem geschafft ihr Leidenschaft weiter zu leben - als Lehrerin in Nordhausen. Der Name "Radeva" steht seit mehr als 20 Jahren für Ballettkunst und Tanz. Was hinter der Kunstform steckt und wie die Unterschiede zwischen Hobby und professionellem Tanz aussehen, darüber hat die nnz mit Frau Radeva gesprochen...
Die Schöne und das Biest - Premiere des Tanzstudio Radeva im Nordhäuser Theater (Foto: Angelo Glashagel)
"Ballett ist als Kunstform etwas ganz besonderes", sagt Louiza Radeva, "tanzen kann man in jedem Faschingsverein." Früher hat sie selber auf der Bühne gestanden, erst als Mitglied des belgischen königlichen Balletts, dann am Nordhäuser Theater. Und hier ist sie geblieben, auch dann noch, als es mit dem professionellen Bühnenleben nicht mehr ging. Tanze verbinde alle Menschen, sagt sie, gerade das Ballett zeige nicht nur Grazie und Leichtigkeit sondern fördere auch Muskelkraft und Körperhaltung. Nur ein Beruf für die Ewigkeit ist es nicht. Eine Tänzerkarriere ist endlich, zumindest auf der Bühne.
Louiza Radeva hat ihre Leidenschaft trotzdem nicht aufgegeben, ist Tanzlehrerin geworden und konnte gegen Ende der 90er Jahre ihr eigenes Tanzstudio gründen, zunächst in Sondershausen, später auch in Nordhausen. 1998 stand ihre noch recht überschaubare Truppe mit dem "Nussknacker" das erste Mal auf der großen Bühne. 27 Kinder gehörten damals zum Ensemble, heute betreuen Louiza Radeva und ihr Mann, ebenfalls Theater- und Tanzerfahren, insgesamt 26 Gruppen.
Ballett ist Leichtigkeit, zumindest für den Betrachter, für die Tänzer auf der Bühne ist es harte Arbeit, die konstantes und diszipliniertes Training erfordert. Französisch ist die Sprache des Balletts und so war es auch als Louiza Radeva in jungen Jahren an der einzigen staatlichen Ballettschule Bulgariens eine Prüfung nach der anderen absolvierte. Angefangen habe sie damals zusammen mit 21 anderen Mädchen aus dem ganzen Land, erzählt Frau Radeva, nur 12 brachten es bis zum Abschluss, auf der Bühne standen gar nur fünf der jungen Damen. Bis heute hat nur sie allein noch mit dem Ballett zu tun.
Louiza Radeva bringt Jungen und Mädchen seit über 20 Jahren Tanzkunst bei (Foto: Angelo Glashagel)
Mit dem was sie heute tue und was sie ihren Schülerinnen und Schülern vermittele sei das kein Vergleich. "Es geht vor allem darum, Freude zu vermitteln und den Kindern die Möglichkeit zu geben Kunst einmal von der anderen Seite kennen zu lernen", sagt Radeva. Einmal in der Woche ist Unterricht, wer will kann auch öfter kommen. Gelernt werden die Tanzschritte, Drehungen und Wendungen ganz traditionell auf französisch.
Zum Leben als Tanzlehrerin gehören derweil nicht nur Beweglichkeit sondern auch der Umgang mit Nadel und Faden. Ein großes Stück führt das Tanzstudio im Jahr immer auf, dazu kommen kleinere Auftritte bei verschiedensten Anlässen. Kostüme gibt es denn mittlerweile auch viele. Sehr viele. Die meisten davon selbst hergestellt, einige auch gekauft. Trotz mehr als 20 Jahren Erfahrung seien die großen Auftritte und Premieren immer wieder aufregend, erzählt Frau Radeva.
Alle sollen sich auf der Bühne präsentieren können - die kleinen wie die großen (Foto: Angelo Glashagel)
Zu ihren Eleven zählen vorrangig Mädchen, männliche Tänzer hätten eher Seltenheitswert, zumindest außerhalb der Großstädte. Außer Ballett bietet man auch moderne Tanzformen an, vom Jazzdance für Erwachsene bis zur musikalischen Früherziehung. Mitmachen kann jeder ab vier Jahren, nach oben ist die Altersgrenze offen. Für die Auftritte bringt das ganz eigene Herausforderungen mit sich, schließlich soll sich jeder auf der Bühne präsentieren können, die Großen genauso wie die ganz kleinen, das sei ihr wichtig, sagt Radeva. Einige ihrer Schülerinnen, die inzwischen ihre eigenen Wege gehen, reisten zu den großen Auftritten der Truppe immer wieder an.
So auch am letzten Advenstwochenende, als man mit "die Schöne und das Biest" Premiere feierte. Morgen, am 29.12., wird man das Stück um die schöne Belle und das liebenswerte Biest um 15 Uhr noch einmal im Nordhäuser Theater sehen können.
Angelo Glashagel
Autor: red
Die Schöne und das Biest - Premiere des Tanzstudio Radeva im Nordhäuser Theater (Foto: Angelo Glashagel)
"Ballett ist als Kunstform etwas ganz besonderes", sagt Louiza Radeva, "tanzen kann man in jedem Faschingsverein." Früher hat sie selber auf der Bühne gestanden, erst als Mitglied des belgischen königlichen Balletts, dann am Nordhäuser Theater. Und hier ist sie geblieben, auch dann noch, als es mit dem professionellen Bühnenleben nicht mehr ging. Tanze verbinde alle Menschen, sagt sie, gerade das Ballett zeige nicht nur Grazie und Leichtigkeit sondern fördere auch Muskelkraft und Körperhaltung. Nur ein Beruf für die Ewigkeit ist es nicht. Eine Tänzerkarriere ist endlich, zumindest auf der Bühne.
Louiza Radeva hat ihre Leidenschaft trotzdem nicht aufgegeben, ist Tanzlehrerin geworden und konnte gegen Ende der 90er Jahre ihr eigenes Tanzstudio gründen, zunächst in Sondershausen, später auch in Nordhausen. 1998 stand ihre noch recht überschaubare Truppe mit dem "Nussknacker" das erste Mal auf der großen Bühne. 27 Kinder gehörten damals zum Ensemble, heute betreuen Louiza Radeva und ihr Mann, ebenfalls Theater- und Tanzerfahren, insgesamt 26 Gruppen.
Ballett ist Leichtigkeit, zumindest für den Betrachter, für die Tänzer auf der Bühne ist es harte Arbeit, die konstantes und diszipliniertes Training erfordert. Französisch ist die Sprache des Balletts und so war es auch als Louiza Radeva in jungen Jahren an der einzigen staatlichen Ballettschule Bulgariens eine Prüfung nach der anderen absolvierte. Angefangen habe sie damals zusammen mit 21 anderen Mädchen aus dem ganzen Land, erzählt Frau Radeva, nur 12 brachten es bis zum Abschluss, auf der Bühne standen gar nur fünf der jungen Damen. Bis heute hat nur sie allein noch mit dem Ballett zu tun.
Louiza Radeva bringt Jungen und Mädchen seit über 20 Jahren Tanzkunst bei (Foto: Angelo Glashagel)
Mit dem was sie heute tue und was sie ihren Schülerinnen und Schülern vermittele sei das kein Vergleich. "Es geht vor allem darum, Freude zu vermitteln und den Kindern die Möglichkeit zu geben Kunst einmal von der anderen Seite kennen zu lernen", sagt Radeva. Einmal in der Woche ist Unterricht, wer will kann auch öfter kommen. Gelernt werden die Tanzschritte, Drehungen und Wendungen ganz traditionell auf französisch. Zum Leben als Tanzlehrerin gehören derweil nicht nur Beweglichkeit sondern auch der Umgang mit Nadel und Faden. Ein großes Stück führt das Tanzstudio im Jahr immer auf, dazu kommen kleinere Auftritte bei verschiedensten Anlässen. Kostüme gibt es denn mittlerweile auch viele. Sehr viele. Die meisten davon selbst hergestellt, einige auch gekauft. Trotz mehr als 20 Jahren Erfahrung seien die großen Auftritte und Premieren immer wieder aufregend, erzählt Frau Radeva.
Alle sollen sich auf der Bühne präsentieren können - die kleinen wie die großen (Foto: Angelo Glashagel)
Zu ihren Eleven zählen vorrangig Mädchen, männliche Tänzer hätten eher Seltenheitswert, zumindest außerhalb der Großstädte. Außer Ballett bietet man auch moderne Tanzformen an, vom Jazzdance für Erwachsene bis zur musikalischen Früherziehung. Mitmachen kann jeder ab vier Jahren, nach oben ist die Altersgrenze offen. Für die Auftritte bringt das ganz eigene Herausforderungen mit sich, schließlich soll sich jeder auf der Bühne präsentieren können, die Großen genauso wie die ganz kleinen, das sei ihr wichtig, sagt Radeva. Einige ihrer Schülerinnen, die inzwischen ihre eigenen Wege gehen, reisten zu den großen Auftritten der Truppe immer wieder an.
So auch am letzten Advenstwochenende, als man mit "die Schöne und das Biest" Premiere feierte. Morgen, am 29.12., wird man das Stück um die schöne Belle und das liebenswerte Biest um 15 Uhr noch einmal im Nordhäuser Theater sehen können.
Angelo Glashagel


