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Do, 18:00 Uhr
15.12.2016
neue Richtlinie zu Heim- und Pflegekindern

Mehr Geld für Kinder und Jugendliche

Eine groß angelegte Befragung unter Schülerinnen und Schülern, weniger Aufwand bei Anträgen für Vereine und vor allem neue Regeln zur Förderung von Heim- und Pflegekindern - im Jugendhilfeausschuss gab es gestern viel zu besprechen...

Rund 3.900 ausgefüllte Fragebögen von Schülerinnen und Schülern des Landkreises konnte man im Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes in den letzten Wochen sammeln. Der Rücklauf sei sehr hoch, freute sich Sabine Reich, Fachgebietsleiterin in Sachen Jugendpflege.

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Der Jugendhilfeausschuss traf sich gestern an ihrem alten Arbeitsplatz - dem Jugendclubhaus. Hier stellte Reich den aktuellen Stand zur Erarbeitung des neuen Jugendförderplans für die Periode von 2018 bis 2022 dar. Der alte Plan entstammte noch der Legislatur 2010 bis 2014, sei danach fortgeschrieben worden und entspräche inzwischen nicht mehr den modernen Strukturen, sagte Sabine Reich der nnz.

Im Rahmen dieser Arbeit hatte man jüngst die Umfrage an den Schulen des Landkreises gestartet, eine "Vollerfassung" die zeigen soll, an was den Kindern und Jugendlichen in der Breite gelegen ist und als Grundlage für die kommende Bedarfsplanung dienen soll. Auf 15 Seiten wurden die Jugendlichen zu Freizeitgestaltung, der Nutzung von Jugendtreffs, ihren Sorgen und Nöten, negativen Erfahrungen mit Mobbing und Gewalt sowie weiteren Punkten befragt. Die gesammelten Daten sollen in der nächsten Zeit aufbereitet und den Trägern der Jugendhilfe wie auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigte Reich an.

Jugendhilfeausschuss tagte im Clubhaus (Foto: Angelo Glashagel) Jugendhilfeausschuss tagte im Clubhaus (Foto: Angelo Glashagel)

Zudem nehme man zur Zeit eine Bestandsbewertung vor, so Reich weiter, hierzu habe man 40 Träger im Bereich Kinder- und Jugendarbeit befragt. Im nächsten Schritt will man die Grobstruktur der neuen Pläne definieren, danach sollen Detailfragen konkretisiert werden.

Konkreter wurde man in Sachen Fördermittelvergabe. Hier sollen die Antragsverfahren für sogenannte "kleine Anträge" stringenter gestaltet werden. Man wolle so flexibler und kurzfristiger auf den Bedarf von Jugendgruppen und Verbänden reagieren können, erklärte Sabine Reich. Sprich: wen Organisationen wie die Jugendfeuerwehr auf dem Dorf kurzfristig Unterstützung für kleinere Aktionen wie eine Wochenendfahrt oder ein Freizeitangebot braucht, soll es leichter werden das Geld dafür Zeitnah vom Landratsamt zu bekommen. Insgesamt befinden sich 20.000 Euro in dem Topf, in der Masse ist das nicht viel, aber Kleinvieh macht bekanntermaßen auch Mist. Knapp 70 dieser "kleinen Anträge" verzeichnete man etwa für dieses Jahr.

Ausgiebig diskutiert wurde die Neuformulierung der sogenannten "Annex Leistungen" nach SGB VIII. Aus dem Beamtendeutsch übersetzt: Leistungen für Kinder, die sich in Heimerziehung befinden oder bei Pflegeeltern untergebracht sind. In Nordhausen betrifft das 95 Kinder welche sich in der Obhut von Pflegeeltern befinden, 85 Kinder in Heimbetreuung und weitere 32 Kinder, die sich in stationärer Eingliederungshilfe befinden, erläuterte Nicole Weber, Fachbereichsleiterin für Jugend und Soziales. Die 88 im Landkreis befindlichen "UMA's", unbegleitete Minderjährige Ausländer, fallen nicht unter die Bestimmungen des Annex-Kataloges.

Eine ganze Reihe Änderungen hatte der Ausschuss hier schon eingearbeitet. So soll das Territorialprinzip aufgegeben werden. Das bedeutet, dass alle Kinder die gleichen Leistungen erhalten unabhängig von der Zuständigkeit der Verwaltung. Die Regelung betrifft Kinder aus anderen Landkreisen, welche sich aber dennoch in Nordhausen befinden. Desweiteren wird der Besuch der Musikschule nicht wie bisher mit 25 sondern ab sofort mit 50 Euro gefördert. Auch bei Zuschüssen für Schultaschen, Nachhilfe, Schulgeld und Teilnahme am Vereinsleben wird es zukünftig mehr Geld geben.

Diskutiert wurde gestern vor allem über die Zuschüsse zu Klassenfahrten. Bisher übernahm die Verwaltung hier 2/3 der tatsächlichen Kosten, den Rest mussten die Kinder oder ihre Einrichtungen selber beisteuern. Für Kinder die kaum 20 Euro Taschengeld im Monat bekämen sei das äußerst schwierig, kritisierte Ingo Müller von der Arbeiterwohlfahrt AWO, die am Geiersberg ein stationäres Jugendheim betreibt. Müller sah hier eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Leistungsempfängern, wie etwa Kindern aus Familien im Hartz IV Bezug. Der Ausschuss beschloss nach eingehender Beratung und in Absprache mit dem Vorsitzenden des Finanzausschusses, Jürgen Hohberg, die Kosten in Zukunft voll zu übernehmen.

Die Zustimmung von Seiten des Kassenwächters ist dabei alles andere als eine Selbstverständlichkeit, im Ausschuss zeigte man sich freudig aber auch ein wenig überrascht. Man müsse grundsätzlich über Förderungen nachdenken, meinte Hohberg, nicht nur im vorliegenden Fall.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Checker
15.12.2016, 20:02 Uhr
Neue Richtlinien zu Heim-und Pflegekindern...
Gibt es eigentlich noch eine Veranstaltung in Nordhausen wo Frau Tilly Pape nicht ihren Auftritt hat?
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