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Mi, 21:10 Uhr
07.12.2016
Einwohnerversammlung in Ellrich

Investitionen trotz knapper Kasse

Die Gebietsreform, Investitionen und Flüchtlinge waren unter anderem Themen am Mittwochabend zur Einwohnerversammlung in Ellrich. Das Interesse der Bürger hielt sich allerdings in Grenzen. Gerade einmal 13 Einwohner waren in den „Schwarzen Adler" gekommen...

Bürgermeister Matthias Ehrhold bei der Einwohnerversammlung in Ellrich (Foto: S. Schedwill) Bürgermeister Matthias Ehrhold bei der Einwohnerversammlung in Ellrich (Foto: S. Schedwill)
Trotz knapper Kassen habe man in diesem Jahr einiges geschafft, sagte Ellrichs Bürgermeister Matthias Ehrhold (SPD) zu Beginn. Einer der schönsten Momente war die Eröffnung der Südharzhalle, so der Stadtchef. In Ellrich stünde nun die schönste und modernste Sporthalle im Landkreis. Die alte Stuhlfabrik wurde abgerissen, eine Kalthalle gebaut. Die Kita in Sülzhayn wird aktuell umgebaut, hier entstehen 24 neue Krippenplätze. Die Fertigstellung ist zum 1. Januar 2017 vorgesehen. 600.000 Euro werden investiert. Weitere Maßnahmen, die in diesem Jahr realisiert werden konnten, waren die neue Ortsverbindungsstraße Appenrode-Woffleben und die Sanierung der K2 in der Ortslage Appenrode.

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Investiert worden sei auch in die Feuerwehren der Einheitsgemeinde: Die Woffleber Feuerwehr hat ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug erhalten, mit dem Bau der neuen Fahrzeughalle für die Wehr in Rothesütte sei in den vergangenen Wochen begonnen worden. Der Fördermittelbescheid für das neue Fahrzeug soll noch in diesem Jahr, am 19. Dezember, in Erfurt übergeben werden, blickte Ehrhold voraus.

Doch nicht alle Maßnahmen hätte man in diesem Jahr umsetzen können, beispielsweise sollte der Mühlendamm bereits saniert sein. Allerdings hatte die Ausschreibung ein so schlechtes Ergebnis geliefert, dass man die Arbeiten erneut ausschreiben wird. Das preiswerteste Angebot war immer noch zirka 70.000 Euro teurer als im Haushalt eingeplant.

„Viele Maßnahmen müssen wir verschieben“, sagte Ehrhold im Hinblick auf den Haushalt im kommenden Jahr. Rund 800.000 Euro fließen allein in den Schuldenabbau, nur förderfähige Investitionen habe man in den Haushalt aufgenommen. Und der Bauhof soll neue Technik erhalten, allerdings über Leasing.

Der Umbau des alten NKD-Marktes in ein Begegnungszentrum könne man aufgrund fehlender Förderung nicht in 2017 realisieren. Lediglich die Gebäudesicherung und ein Teilabriss sind eingeplant. Gestrichen ist vorerst auch der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Appenrode. Sollten sich doch Fördertöpfe auftun, könne man noch immer mit einem Nachtragshaushalt reagieren, so Ehrhold.

Die Zorgebrücke am Ellricher Kolonnenweg werde saniert, weil es für diese Maßnahme eine 85-prozentige Förderung gibt. Knapp 70 000 Euro müsse außerdem für die Sanierung von Bahn-Nebenanlagen in den Haushalt eingestellt werden.

Ein komplett anderes Bild als noch im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit bietet sich in den beiden Flüchtlingsunterkünften der Einheitsgemeinde: In Sülzhayn sind laut Ehrhold aktuell nur noch 32 von insgesamt 160 Plätzen in der Erstaufnahmeeinrichtung belegt; in Rothesütte leben derzeit noch zwölf Jugendliche. Da auch in den kommenden Monaten die Zahl der zu erwarteten Flüchtlinge gering bleiben wird, gäbe es beim Landkreis Überlegungen, Erstaufnahmeeinrichtungen zu schließen. Sollte dies auch in Sülzhayn der Fall sein, dann hätte das jedoch keine Auswirkung auf die Turnhalle im Ort. Diese bliebe für vorerst weitere vier Jahre in Betrieb, so die Zusage vom Kreis, erläuterte Ehrhold.

In Rothesütte plant das Jugendsozialwerk, das die Flüchtlingsunterkunft betreibt, das Haus als Kinder- und Jugendheim nachzunutzen. Ehrhold zeigte sich froh, dass es bis auf „wenige verbale Entgleisungen“ keine Angriffe auf die Flüchtlingsunterkünfte in der Einheitsgemeinde gegeben habe. „Die Menschen haben sich eingebracht, haben geholfen. Dafür danke ich allen sehr“, so der Stadtchef.

Einiges getan habe sich in den vergangenen Monaten beim Thema Breitbandanschluss: In Sülzhayn sei mittlerweile LTE verfügbar, in Woffleben habe man dank einer Privatfirmen-Lösung jetzt auch schnelleres Internet. Weiße Flecken gebe es jetzt noch in Werna, Gudersleben und in Teilen von Ellrich.

Zum Thema Gebietsreform beruhigte Ehrhold die anwesenden Bürger: „Wir können beruhigt in Zukunft blicken. Ellrich ist eines von drei Grundzentren im Landkreis Nordhausen. Diese sollen mit der Gebietsreform gestärkt werden“, verdeutlichte Ehrhold. Richtig sei, dass man als Kommune im Jahr 2035 nicht die von der Landesregierung geforderten 6000 Einwohner haben werde. Es gebe dahingehend Gespräche mit Harztor und der Einheitsgemeinde Werther. Als unglückliche Entscheidung bezeichnete Ehrhold, dass man sich in der Einheitsgemeinde Hohenstein nach Nordhausen orientiere.

Im Anschluss konnten die Einwohner ihre Fragen stellen: Wann die Eschen in der Lindenallee gefällt werden, wollte eine Anwohnerin wissen. Die knapp 60 Bäume sollen Anfang kommenden Jahres gefällt werden. Auch die Pappeln werden mit entnommen, sagte Fachbereichsleiter Ronald Kuß. Als Ersatz soll eine Lindenallee gepflanzt werden. Auch im Ellernhain würden in Absprache mit dem Forst kranke Eschen entnommen, so Kuß weiter.

Lotti Lutze lobte die Bauhofmitarbeiter, der Stadtpark und der Friedhof seien in einem sehr guten Zustand. Ärgerlich hingegen sei der desolate Zustand am Schwanenteich. „Hier zeichnet sich ein Projekt ab“, sagte Kuß. Es gebe einen Hoffnungsschimmer, dass sich an dem Zustand rund um das alte Gebäude etwas tut.
Susanne Schedwill
Autor: sul

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