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Do, 21:30 Uhr
17.11.2016
Neues aus dem Braunlager Falken-Nest

Es warten große Aufgaben

Auch an diesem Wochenende steht die Devise der Harzer Falken unter dem Zeichen „Favoriten ärgern“. Denn rein statistisch hat man es am Freitag beim Auswärtsspiel in Duisburg und am Sonntag um 18:00 Uhr im heimischen Stadion gegen Leipzig mit zwei Mannschaften zu tun, deren Saisonziel ganz klar ein Play-Off-Platz ist...

Starkes Wochenende für die Harzer Falken (Foto: Katja Freier) Starkes Wochenende für die Harzer Falken (Foto: Katja Freier)
Und vor allem die Duisburger sehen die Play-Off-Teilnahme nur als Zwischenschritt. Denn der Aufstieg in die DEL2 ist das erklärte Ziel der Füchse aus dem Ruhrpott. Als Architekten dieses Vorhabens hat man mit Lance Nethery einen Trainer und Sportmanager bis 2022 gebunden, der nicht nur als Spieler eine beachtliche Karriere hingelegt hatte, sondern bereits als Headcoach und Manager bei diversen Teams in der DEL fungierte.

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Doch so richtig sollte der Topfavorit bislang nicht in Fahrt kommen. Zu Hause musste man sich zwar bislang nur den Crocodiles Hamburg knapp mit 3:4 geschlagen geben, doch auswärts setze es gegen Herne, Essen und Tilburg gleich drei Niederlagen, die die Duisburger zunächst auf den 3. Platz postierten. Und naturgemäß, gemessen an den eigenen Ansprüchen, unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf, kam es für die Duisburger letzte Woche noch schlimmer. In den Spielen gegen Rostock und Timmendorf, die beide deutlich gewonnen werden konnten, stand mit Christ St. Jacques ein Spieler auf dem Eis, dessen Spielberechtigung bereits abgelaufen war.

Ein Fehler, den der DEB mit zwei 0:5-Niederlagen für die Füchse bestrafte, womit man sich urplötzlich auf dem 7. Tabellenplatz, punktgleich mit dem Tabellenachten, Hannover Indians, wiederfand. Eine öffentliche Entschuldigung des Managements, ein emotionales und anfeuerndes Statement durch einen der erfahrensten Duisburger Spieler, Andre Huebscher, auf Facebook und ein öffentlicher Fantalk im Vorfeld des Spieles gegen die Harzer Falken sollen die Wogen nun glätten. Alles in allem Dinge, die es den Harzer Falken nicht gerade leichter machen werden, auf der anderen Seite aber den sowieso schon vorhandenen Druck auf das Füchseteam noch zusätzlich erhöhen. Denn mehr denn je wird und muss die Duisburger Mannschaft nun darum kämpfen, sich vor ihren Fans durch sportliche Leistung zu rehabilitieren und in der Tabelle wieder nach oben zu wandern. Und natürlich hat man im Hinblick auf die gesteckten Ziele dazu auch die passende Mannschaft.

Voll eingeschlagen hat der Niederlande-Kanadier Raphael Joly, der inklusive der nicht gewerteten Siege gegen Timmendorf und Rostock, in 14 Spielen bislang 26 Punkte (12 Tore und 14 Torvorlagen) sammeln konnte. Neben dem vom DEL-Team aus Ingolstadt im Sommer verpflichteten Routinier Björn Barta gesellen sich mit Lars Grözinger und Patrick Klöpper zwei weitere ambitionierte Stürmer, die ebenfalls schon in der DEL und DEL2 vorgespielt haben. Abzuwarten bleibt, ob die Verteidiger Tom und Mike Schmitz auflaufen werden, da sie mit einer Förderlizenz ausgestattet eventuell in der DEL bei den Pinguinen aus Krefeld aushelfen müssen.

Weitaus weniger spektakulär haben sich die Icefighters aus Leipzig im Sommer aufgestellt. Doch sollte man von der Papierform zunächst gespannt sein, ob man das Vorjahresniveau vor allem nach dem Abgang von Topscorer Brad Snetsinger und den beiden Torhütern Erik Reukauf und Sebastian Staudt halten könne, so belehrten die Sachsen die Konkurrenz eines besseren und belegen aktuell den 6. Tabellenplatz.

Vor allem die Harzer Falken sollten gleich im zweiten Saisonspiel recht deutlich erfahren, dass mit den Icefighters nach wie vor nicht zu spaßen ist. Noch etwas unorganisiert und in einem mittlerweile grundlegend veränderten System holte man sich in Leipzig eine deutliche 8:2-Niederlage ab. Garanten für den bislang recht erfolgreichen Saisonverlauf gibt es einige. An vorderster Stelle natürlich Routinier Florian Eichelkraut, der mit zwei Jahren Unterbrechung in seine bereits 10. Saison für Leipzig geht und dies nach wie vor extrem torgefährlich tut. Und neben dem Deutsch-Kanadier Ian Farrell haben auch die beiden Kontingentspieler Edward Gale und Nicholas Lazorka bislang eine überzeugende Spielzeit geboten.

Die beiden vakanten Torhüterpositionen wurden mit Kevin Beech aus Timmendorf und dem erst 19 Jahre jungen Patrick Cerveny besetzt. Fällt Beech doch recht deutlich von der Leistung her ab, so überzeugt Cerveny bislang mit einem starken Schnitt von 2,05 Gegentoren.

Wie immer bleibt Trainer Norbert Pascha angesichts der vielen Zahlenspiele, die man vor solchen Begegnungen anstellen kann, relativ gelassen. Als klarer Außenseiter in beiden Partien sieht er für sein Team dennoch eine Chance am Wochenende ein paar Punkte zu sammeln. Ist in Duisburg der Druck durch die gegebenen Umstände sowieso schon sehr hoch, gilt es für die Harzer die ersten Minuten unbeschadet ohne Gegentor zu überstehen, um dem Gegner noch mehr Druck aufzubürden und so eventuell zu der einen oder anderen Konterchance zu kommen. Und ähnlich stellt sich die Situation auch im Heimspiel gegen Leipzig dar.

Dabei warnt Pascha davor, aufgrund der erfolgreichen Systemumstellung seit dem Hinspiel anzunehmen, dass man Leipzig ebenbürtig sein könne. Wie bereits gegen Tilburg muss man bemüht sein, aus einer kompakten Defensive heraus geduldig auf seine Chancen zu warten. Eine Spielweise, die das Falkenteam zuletzt recht erfolgreich umgesetzt hat und die es jedem Gegner schwer machen kann, den Falken Punkte abzunehmen. Zwei große Aufgaben bei denen Trainer Pascha bis auf den Langzeitverletzten Fabian Pyszynski alle Spieler zur Verfügung stehen.

Ganz nebenbei wünscht sich dabei nicht nur Pascha, dass sich die starke Leistung seiner Jungs nun auch immer mehr auf die Zuschauerzahlen niederschlägt. Denn das rund 650 Zuschauer an einem Freitagabend gegen ein Topteam wie Tilburg nicht unbedingt zufriedenstellend ist, ist nicht nur den Kassierern aufgefallen. Auch die Mannschaft, die jede Woche auf hohem Niveau liefert, hofft, dass sich ihre Leistung immer mehr herumspricht und durch volle Ränge die Anerkennung erfährt, die es verdient hat.
Steffen Heister
Autor: nnz

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