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Do, 10:33 Uhr
17.11.2016
Reaktion auf Bürgerbefragung in Neustadt

Ellrich setzt weiter auf Gespräche

Die Entscheidung in Neustadt, sich im Rahmen der Gebietsreform der Landgemeinde Harztor anzuschließen, sieht man im Ellricher Rathaus gelassen. Die nnz hat mit Bürgermeister Matthias Ehrhold (SPD) gesprochen…

Unbeachtet der Entscheidung in Neustadt will Ellrichs Bürgermeister Matthias Ehrhold in den kommenden Wochen weiter Gespräche „in alle Richtungen führen“, sagte der Stadtchef der nnz. Die Neustädter hatten sich in einer Bürgerbefragung deutlich für einen Anschluss an die Landgemeinde Harztor entschieden; einem möglichen Partner auch für Ellrich.

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Fakt ist: Mit dem Ja der Neustädter bräuchte die Landgemeinde Harztor die Ellricher eigentlich nicht mehr als weiteren Partner, um die von der Landesregierung geforderten 6000 Einwohner im Jahr 2035 zu erreichen. Trotzdem wolle man auch mit Harztor weiter Gespräche führen, so Ehrhold. Bereits für den 12. Dezember ist wieder ein Treffen der beiden Ältestenräte angesetzt. Denn unabhängig der Gemeindegebietsreform hätten beide Kommunen schon seit einem längeren Zeitraum vereinbart, auf kommunaler Ebene enger zusammenzuarbeiten. Ob am Ende eine Fusion stehen wird, müsse man sehen.

Laut Ehrhold gibt es darüber hinaus konstruktive Gespräche mit der Einheitsgemeinde Werther, deren Ortsteile Mauderode und Günzerode direkt an die Einheitsgemeinde Ellrich angrenzen.

Als Bürgermeister eines Grundzentrums schlage er zudem ruhigere Töne an und ginge nicht auf Einkaufstour, so Ehrhold. Rückhalt sieht der Stadtchef im Vorschaltgesetz zur Gebietsreform. In dem hat die Rot-Rot-Grüne Landesregierung unter anderem geregelt, dass die zentralen Orte gestärkt werden sollen. „Dazu zählt im Landkreis auch Ellrich genauso wie Heringen oder Bleicherode“, so Ehrhold. Unter diesem Gesichtspunkt müsse die landesplanerische Entwicklung erfolgen.

Eine Ausnahme ob seiner Randlage ganz im Norden Thüringens wird es für Ellrich bei der Gebietsreform wohl aber nicht geben: „Wir haben zumindest keine derartigen Signale aus Erfurt“, so Ehrhold. Ausnahmen würden Begehrlichkeiten wecken und möglicherweise die ganze Gebietsreform aufweichen, ist Ehrhold überzeugt. Unter diesem Aspekt sei auch eine mögliche Fusion über die Landesgrenze nach Niedersachsen nicht möglich, wenn auch für Ehrhold rein praktisch denkbar. „Mit Walkenried, Wieda und Zorge gibt es enge Beziehungen. Für diese Orte ist Ellrich Grundzentrum, das belegen Pendlerströme“, so Ehrhold. Aber die Landesgrenze scheine heute manchmal unüberwindbarer als früher die innerdeutsche Grenze.
Susanne Schedwill
Autor: sul

Kommentare
micha gerlach
30.11.2016, 14.40 Uhr
Stadtrecht ist nunmal Stadtrecht.
Ungleiche Voraussetzungen bei einem Zusammenschluss sind nie förderlich. Die Stadt Ellrich als ausgewiesenes Grundzentrum kann sich zurücklehnen, ihr Fortbestand ist gesichert, auch ohne Harztor. Diese wiederum ringen um die 6.000er Grenze, wenn es dumm läuft, werden sie den Ellrichern dann doch zu(unter)geordnet.

Die Kernfrage ist doch aber: was würde das letztlich den Bürgern bringen?

Harztor und Ellrich sind ein typisches Beispiel dafür, wie unsinnig es ist, von oben zwangsweise etwas durchzusetzen. Eine Gebietsreform für die Bürger hingegen würde hier besser so aussehen, dass man beide Kommunen in ihrer Eigenständigkeit stärkt. Gefördert werden sollte hingegen, dass man mehr denn je freiwillig zusammenarbeiten, dies aber als gleichberechtigte Partner und da wo es wirklich Sinn macht, von beiden auch gewollt ist und den Bürgern tatsächlich etwas bringt, sei es im Bereich der Wehren, der Bauhöfe, Ordnungsämter, Vertretungen der (Standes)ämter oder wo auch immer.
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