Mo, 07:39 Uhr
20.06.2016
19. Limlingeröder Diskurse
Alle sind wir bunte Vögel
Kommenden Sonntag finden in Limlingerode wieder die "Diskurse" statt. Im frisch reparierten Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch wird es dann unter anderem um skurrile Liebesnovellen, historische Umbrüche, Lebenslust und Endlichkeit...
Schön war's, auf Sarahs Spuren durch'n Wald zu gehen, dem Vergangenen nach zu grüßen, Verse zu lesen und wieder mal (nicht ganz ohne Wehmut) zu erfahren, daß alles seine Zeit hat., so trug sich am 15.1.2014 die Autorin Kerstin Hensel in das Gästebuch der Dichterstätte in Limlingerode ein.
Sie war damals im Rahmen der Tagung der Sächsischen Akademie der Künste in Limlingerode mit anderen Dichterinnen, Dichtern und Literaturwissenschaftlern in Sarah Kirschs Geburtshaus zu Gast. Dabei wurde besprochen, dass sie, die mit der Kirsch befreundet gewesen war, noch einmal nach L. kommen wird, und zwar zu den Diskursen Ende Juni zur Kirschenzeit. Nun wird sie zu den 19. Limlingeröder Diskursen am Sonntag, dem 26.6., ab 10.00 Uhr im Haus Lange Reihe 11 lesen.
Das kann glücklicher Weise nach einer mehrmonatigen Reparatur wegen eines Wasserrohrbruches im Januar wieder vom Förderverein und seinen Gäste genutzt werden. Dank des Einsatzes der Gemeinde Hohenstein konnte dieses wichtige Datum des Juni im Reigen der Veranstaltungen des Vereins gehalten werden.
Kerstin Hensel liest aus ihren Bänden FEDERSPIEL & SCHLEUDERFIGUR, beide bei Luchterhand erschienen. Im Federspiel erzählt sie in drei miteinander korrespondierenden Liebesnovellen von seltsam skurrilen Beziehungen, in denen sich auf wunderbar hintersinnige Weise die historischen Umbrüche in Deutschland spiegeln. Sie handeln von Frauen, die sich lange in geduldiger Liebe verzehren, bis sie beschließen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. In Schleuderfigur, dem neuesten Gedichtband der Autorin treibt das uralte Paar Liebe und Tod, Lebenslust und Endlichkeit sein Spiel. Und noch eine Kraft bricht sich darin Bahn: die der poetischen Sprache und Form. In dem Gedicht Haus Wiepersdorf im Juli 2014 heißt es eingangs O Bettina o Sarah im Park / Pufft der Bovist... Sofort ist man an die Dichterin der Goethezeit Bettina von Arnim und an ihre Nachfahrin Sarah Kirsch erinnert und an deren berühmt gewordenen Wiepersdorfzyklus.
Kerstin Hensel kommt gemeinsam mit Carola Opitz-Wiemers aus Berlin nach Limlingerode. Im Gespräch mit dieser ausgewiesenen Lyrik-Kennerin werden die Gäste der Veranstaltung gemeinsam so mancher Spur der Literatin folgen können. Beide übernachten in der Dichterwohnung, denn sie möchten die besondere Atmosphäre dieses Ortes erfahren.
Kerstin Hensel wird anlässlich der 19. Limlingeröder Diskurse aus ihren Büchern lesen (Foto: Heidelore Kneffel)
Kerstin Hensel wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte am Institut für Literatur in Leipzig und ist seit 1987 freiberufliche Schriftstellerin. Sie unterrichtet an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, weilte z. B. wie Sarah Kirsch auch mit einem Stipendium in der Villa Massimo in Rom, wurde mehrfach für ihr literarisches Werk ausgezeichnet. Sie wird vorgestellt von der Germanistin und Publizistin Dr. Carola Opitz-Wiemers.
Am 26.6. wird auch die HausART Nr. 1/2016 eröffnet mit Werken von Lutz-Martin Figulla, 1953 in Nordhausen geboren. Er studierte nach dem Abitur Theologie, arbeitete seit 1979 als Kunstschmied, Schlosser- und Schmiedemeister. Seit 1987 unterhält er auf Ludwigshall in Wolkramshausen Atelier und Werkstatt. 1991 z. B. war er Preisträger für richtungsweisende Metallgestaltung anlässlich des 2. Weltschmiedekongresses in Aachen. Er wird von Steffen Adam, Nordhausen, vorgestellt.
Nachmittags gibt es die Wanderung auf dem Dichterweg Grüner Junipfad mit der Lesung von Gedichten am See unter der alten Fichte. Für abwechslungsreiche Verpflegung während des Tages sorgen die Mitglieder des Fördervereins.
Heidelore Kneffel
Autor: redSchön war's, auf Sarahs Spuren durch'n Wald zu gehen, dem Vergangenen nach zu grüßen, Verse zu lesen und wieder mal (nicht ganz ohne Wehmut) zu erfahren, daß alles seine Zeit hat., so trug sich am 15.1.2014 die Autorin Kerstin Hensel in das Gästebuch der Dichterstätte in Limlingerode ein.
Sie war damals im Rahmen der Tagung der Sächsischen Akademie der Künste in Limlingerode mit anderen Dichterinnen, Dichtern und Literaturwissenschaftlern in Sarah Kirschs Geburtshaus zu Gast. Dabei wurde besprochen, dass sie, die mit der Kirsch befreundet gewesen war, noch einmal nach L. kommen wird, und zwar zu den Diskursen Ende Juni zur Kirschenzeit. Nun wird sie zu den 19. Limlingeröder Diskursen am Sonntag, dem 26.6., ab 10.00 Uhr im Haus Lange Reihe 11 lesen.
Das kann glücklicher Weise nach einer mehrmonatigen Reparatur wegen eines Wasserrohrbruches im Januar wieder vom Förderverein und seinen Gäste genutzt werden. Dank des Einsatzes der Gemeinde Hohenstein konnte dieses wichtige Datum des Juni im Reigen der Veranstaltungen des Vereins gehalten werden.
Kerstin Hensel liest aus ihren Bänden FEDERSPIEL & SCHLEUDERFIGUR, beide bei Luchterhand erschienen. Im Federspiel erzählt sie in drei miteinander korrespondierenden Liebesnovellen von seltsam skurrilen Beziehungen, in denen sich auf wunderbar hintersinnige Weise die historischen Umbrüche in Deutschland spiegeln. Sie handeln von Frauen, die sich lange in geduldiger Liebe verzehren, bis sie beschließen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. In Schleuderfigur, dem neuesten Gedichtband der Autorin treibt das uralte Paar Liebe und Tod, Lebenslust und Endlichkeit sein Spiel. Und noch eine Kraft bricht sich darin Bahn: die der poetischen Sprache und Form. In dem Gedicht Haus Wiepersdorf im Juli 2014 heißt es eingangs O Bettina o Sarah im Park / Pufft der Bovist... Sofort ist man an die Dichterin der Goethezeit Bettina von Arnim und an ihre Nachfahrin Sarah Kirsch erinnert und an deren berühmt gewordenen Wiepersdorfzyklus.
Kerstin Hensel kommt gemeinsam mit Carola Opitz-Wiemers aus Berlin nach Limlingerode. Im Gespräch mit dieser ausgewiesenen Lyrik-Kennerin werden die Gäste der Veranstaltung gemeinsam so mancher Spur der Literatin folgen können. Beide übernachten in der Dichterwohnung, denn sie möchten die besondere Atmosphäre dieses Ortes erfahren.
Kerstin Hensel wird anlässlich der 19. Limlingeröder Diskurse aus ihren Büchern lesen (Foto: Heidelore Kneffel)
Kerstin Hensel wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte am Institut für Literatur in Leipzig und ist seit 1987 freiberufliche Schriftstellerin. Sie unterrichtet an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, weilte z. B. wie Sarah Kirsch auch mit einem Stipendium in der Villa Massimo in Rom, wurde mehrfach für ihr literarisches Werk ausgezeichnet. Sie wird vorgestellt von der Germanistin und Publizistin Dr. Carola Opitz-Wiemers.Am 26.6. wird auch die HausART Nr. 1/2016 eröffnet mit Werken von Lutz-Martin Figulla, 1953 in Nordhausen geboren. Er studierte nach dem Abitur Theologie, arbeitete seit 1979 als Kunstschmied, Schlosser- und Schmiedemeister. Seit 1987 unterhält er auf Ludwigshall in Wolkramshausen Atelier und Werkstatt. 1991 z. B. war er Preisträger für richtungsweisende Metallgestaltung anlässlich des 2. Weltschmiedekongresses in Aachen. Er wird von Steffen Adam, Nordhausen, vorgestellt.
Nachmittags gibt es die Wanderung auf dem Dichterweg Grüner Junipfad mit der Lesung von Gedichten am See unter der alten Fichte. Für abwechslungsreiche Verpflegung während des Tages sorgen die Mitglieder des Fördervereins.
Heidelore Kneffel


