Sa, 08:20 Uhr
18.06.2016
nnz-Forum
Ich gehe jetzt zum Stammtisch
nnz-Autor Kurt Frank hat sich für einen fairen Umgangston in Richtung der Politik ausgesprochen. Dazu schreibt ein Leser ihm einen Brief...
Plädoyer für Politiker, so verstehe ich den von Besorgtheit geprägten Beitrag von Herrn Frank. In einem Punkt, den Sie mit rudimentär umschreiben, gebe ich Ihnen vollkommen Recht.
Aber der richtet sich nicht explizit gegen Politiker, sondern das ist der Umgangston in der sich rasant verändernden Gesellschaft, und die wird von Politikern gestaltet. Der Wähler hat in regelmäßigen Abständen seine Stimme abzugeben. Die erhaltene Stimme bekommt der Wähler nie zurück. Der Politiker wird sich an diese Stimmen erst zur nächsten Wahl zurück erinnern.
Dieses Politikverhalten ist federführend für die Demotivation der Wähler verantwortlich und schlägt sich nicht nur in den Wahlbeteiligungen, sondern auch am "Stammtisch"nieder. Gründe in die Politik zu gehen gibt es viele, sicher mehr angenehme, anders kann ich mir diese Entscheidungen nicht erklären. Politiker können nun mal nur "Politiker", in der Wirtschaft hätten sie ein kurzes Verfallsdatum. Ausnahme ist, wenn sie aus der Politik kommen.
Wo findet man einen Job, bei dem man das Geld was andere verdient haben, so ausgeben kann, dass man für zum Fenster hinaus geworfenes Geld nicht zur Verantwortung gezogen wird? Sicher spielt sich das auf kommunaler Ebene im kleinerem Maßstab ab. Das aber gerade unser Landrat feststellen musste, bei den verursachten Kosten für die Lösung der Flüchtlingsproblematik mal mit 2 Millionen am Ziel vorbeigeschossen zu sein, hat keine Konsequenz. Das Personalkarussel des Landratsamtes, aber auch das der Stadt dreht sich so, das von klammen Kassen keine Rede sein kann.
Die von Ihnen kritisierte Diskussion zur Vetternwirtschaft ist perfekte Satire, denn Sie wissen schon, dass das so ist. Klamme Kassen erlebt der Bürger, wenn es um ihn selbst geht. Für die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich ist nur einer verantwortlich, nämlich der Politiker. Welche Verbalnote soll ihm ein Stammtisch dafür geben?
Egal in welcher Koalitionskonstellation Deutschland seit 60 Jahren regiert wird, es geht den Berg runter. Alles, was uns als Errungenschaft vorgegaukelt wird, dem stehen Staatsschulden gegenüber die kein Volk begleichen kann. Auf "Pump" lebt sich gut, vor allem so lange das Wahlvolk Ruhe hält. Geht es irgend wann gar nicht mehr, dann machen wir Krieg und alles fängt von vorne an.
Sehr geehrter Herr Frank, Sie fordern politische Auseinandersetzung nach Regeln des Anstandes, das hat Berechtigung, wie soll es aber funktionieren, wenn Politik ein schmutziges Geschäft ist?... Da gibt es die markigen Merkelsprüche: der Wähler kann doch nicht erwarten, dass nach der Wahl das gilt, was wir vorher versprochen haben.
In diesem Sinne gehe ich heute zum Stammtisch und freue mich auf eine den Verhältnissen angemessene Diskussion. Freudlichst,
Hans-Joachim Kohlhase, Nordhausen
Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Autor: nnzPlädoyer für Politiker, so verstehe ich den von Besorgtheit geprägten Beitrag von Herrn Frank. In einem Punkt, den Sie mit rudimentär umschreiben, gebe ich Ihnen vollkommen Recht.
Aber der richtet sich nicht explizit gegen Politiker, sondern das ist der Umgangston in der sich rasant verändernden Gesellschaft, und die wird von Politikern gestaltet. Der Wähler hat in regelmäßigen Abständen seine Stimme abzugeben. Die erhaltene Stimme bekommt der Wähler nie zurück. Der Politiker wird sich an diese Stimmen erst zur nächsten Wahl zurück erinnern.
Dieses Politikverhalten ist federführend für die Demotivation der Wähler verantwortlich und schlägt sich nicht nur in den Wahlbeteiligungen, sondern auch am "Stammtisch"nieder. Gründe in die Politik zu gehen gibt es viele, sicher mehr angenehme, anders kann ich mir diese Entscheidungen nicht erklären. Politiker können nun mal nur "Politiker", in der Wirtschaft hätten sie ein kurzes Verfallsdatum. Ausnahme ist, wenn sie aus der Politik kommen.
Wo findet man einen Job, bei dem man das Geld was andere verdient haben, so ausgeben kann, dass man für zum Fenster hinaus geworfenes Geld nicht zur Verantwortung gezogen wird? Sicher spielt sich das auf kommunaler Ebene im kleinerem Maßstab ab. Das aber gerade unser Landrat feststellen musste, bei den verursachten Kosten für die Lösung der Flüchtlingsproblematik mal mit 2 Millionen am Ziel vorbeigeschossen zu sein, hat keine Konsequenz. Das Personalkarussel des Landratsamtes, aber auch das der Stadt dreht sich so, das von klammen Kassen keine Rede sein kann.
Die von Ihnen kritisierte Diskussion zur Vetternwirtschaft ist perfekte Satire, denn Sie wissen schon, dass das so ist. Klamme Kassen erlebt der Bürger, wenn es um ihn selbst geht. Für die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich ist nur einer verantwortlich, nämlich der Politiker. Welche Verbalnote soll ihm ein Stammtisch dafür geben?
Egal in welcher Koalitionskonstellation Deutschland seit 60 Jahren regiert wird, es geht den Berg runter. Alles, was uns als Errungenschaft vorgegaukelt wird, dem stehen Staatsschulden gegenüber die kein Volk begleichen kann. Auf "Pump" lebt sich gut, vor allem so lange das Wahlvolk Ruhe hält. Geht es irgend wann gar nicht mehr, dann machen wir Krieg und alles fängt von vorne an.
Sehr geehrter Herr Frank, Sie fordern politische Auseinandersetzung nach Regeln des Anstandes, das hat Berechtigung, wie soll es aber funktionieren, wenn Politik ein schmutziges Geschäft ist?... Da gibt es die markigen Merkelsprüche: der Wähler kann doch nicht erwarten, dass nach der Wahl das gilt, was wir vorher versprochen haben.
In diesem Sinne gehe ich heute zum Stammtisch und freue mich auf eine den Verhältnissen angemessene Diskussion. Freudlichst,
Hans-Joachim Kohlhase, Nordhausen
Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.


