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Mo, 18:19 Uhr
28.03.2016
Boxen 1. Bundesliga Motor Babelsberg – Nordhäuser SV

Ersatzgeschwächt zum Showdown

Es soll der große Showdown um den Meistertitel werden, wenn sich am 2. April ab 18:00 Uhr die punktgleichen Boxteams von Motor Babelsberg (1.) und dem Nordhäuser SV (2.) im letzten Kampf der Bundesliga-Saison 2015/16 in der brandenburgischen Landeshauptstadt messen...

Boxt im Superschwergewichtler: Michal Olas (Foto: Christoph Keil) Boxt im Superschwergewichtler: Michal Olas (Foto: Christoph Keil)
Die Nordhäuser Titelverteidiger müssen dabei ohne ihre Leistungsträger auskommen, denn neben den deutschen Olympiahoffnungen um Kastriot Sopa, Denis Radovan und Leon Bunn fehlen aufgrund nationaler Abstellungen auch der Ungar Balázs Bacskai und Superschwergewichtler Vladimir Ivanov aus Russland.

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Zudem kommen verletzungs- bzw. krankheitsbedingte Absagen von Dias Kuzembaew und Slawa Kerber. „Nun wird sich zeigen, wie stark unsere zweite Reihe ist. Wir wollen uns auf keinen Fall kampflos geschlagen geben und bis zum Schluss fighten“, blickt Mannschaftsleiter Michael Döring voraus.

Die ganze Saison über haben die Nordhäuser Verantwortlichen im Bantamgewicht bereits mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Nachdem sich erst Erik Sokolov verletzte, traf es im letzten Heimkampf gegen Hannover nun Dias Kuzembaew. Bei der Erwärmung zog er sich eine Schulterverletzung zu, musste daraufhin wenige Tage später operiert werden.

„Dias fällt daher leider gegen Babelsberg aus“, bestätigt Michael Döring. Glücklicherweise befindet sich Sokolov, Dritter der Deutschen Meisterschaft 2014, schon wieder im Training, sodass er im letzten Saisonkampf in den Ring steigen kann. „Da es sein erster Kampf nach längerer Verletzungspause ist, müssen wir sehen, wie fit er schon wieder ist“, dämpft Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling die Erwartungen. Im Leicht- und Halbweltergewicht kann das Trainerteam mit Radomir Obrusniak und Viktor Gálos auf zwei Konstante setzten.

Der 21-jährige Pole bestritt bereits den Hinkampf und bezwang Olympiateilnehmer Atdhe Gashi, auch der ein Jahr jüngere Ungar Gálos machte in den letzten Kämpfen durch gute Leistungen auf sich aufmerksam. „Beide können in dieser Saison wertvolle Erfahrungen sammeln, die sie im kommenden Jahr noch stärker machen“, wirft Michael Döring, maßgeblich verantwortlich für die Kaderplanung, bereits den Blick auf anstehende Aufgaben voraus.

Diallo ersetzt Bacskai – Kerber fällt mit Grippe aus

Vor allem sind es aber die oberen Gewichtsklassen, die Chefcoach Andreas Dietrich-Scherfling und Manager Michael Döring diesmal Probleme bereiten. So müssen die Nordhäuser im Weltergewicht auf die Dienste ihres ungarischen Publikumslieblings Balázs Bacskai verzichten, der genau wie das deutsche Trio um Kastriot Sopa, Denis Radovan und Leon Bunn noch auf den Olympiazug aufspringen möchte und vom 9. bis 17. April das europäische Olympia-Qualifikationsturnier im türkischen Samsun bestreitet.

Der eigentlich geplante Ersatzmann Slawa Kerber, im letzten Heimkampf gegen Hannover noch im schwereren Mittelgewicht eingesetzt, fällt ebenfalls mit einer Grippe aus, sodass Youngster Ibrahima Diallo Bacskai ersetzt. „Wir hoffen, dass er hier seine Reichweitenvorteile ausspielen kann“, erklärt Dietrich-Scherfling, weiß aber auch, dass mit Abass Baraou kein geringerer als der amtierende Deutsche Meister warten könnte.

Auch im Mittelgewicht sieht die Lage nicht viel besser aus, denn Denis Radovan ist für das Turnier in Samsun zwar nur die deutsche Nummer zwei, wird im Hinblick auf seinen großen Traum, der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio, seine Probleme mit der Hand auskurieren. „Dafür gibt mit Sebastian Günther ein Thüringer sein Saisondebüt, der 2014 bereits den starken Niederländer Max van der Pas, nun im Dienste der Babelsberger, bezwang“, berichtet Döring und hofft, dass Günther in Babelsberg eine ähnliche Leistung zeigt.

Im Halbschwergewicht bekommt Raymund Meilinger nach überstandener Verletzungspause seinen ersten Saison-Einsatz und muss dabei keinen geringeren als Leon Bunn ersetzen. „Bei Leon ist die Lage ähnlich wie bei Denis. Er ist am Ellenbogen noch leicht angeschlagen und möchte im Hinblick auf Olympia wieder zu 100 Prozent fit werden. Mit Raymund Meilinger haben wir aber einen Sportler, der erfahren genug ist und damit umgehen kann. Je nachdem wer sein Gegner ist, hat auch er Chancen“, so Döring.

Olas kämpft im Superschwergewicht

Nicht verschont bleiben die NSV-Verantwortlichen diesmal im Superschwergewicht, wo Vladimir Ivanov am kommenden Wochenende ein Turnier des russischen Verbandes bestreitet. Dass die Nordhäuser aber auch hier gut aufgestellt sind, zeigte der Heimkampf gegen Prag, als der Pole Michal Olas zum Einsatz kam, Daniel Taborsky bezwang und Ivanov erfolgreich vertrat.

„Der Kampf in Babelsberg ist für unsere jüngeren Sportler die Chance, sich zu beweisen. Sie sind motiviert und wollen bis zum Ende um den Sieg kämpfen“, erklärt Andreas Dietrich-Scherfling. Da auch die Babelsberger mit Abstellungssorgen aufgrund des olympischen Qualifikationsturniers zu kämpfen haben, rechnet Dietrich-Scherfling mit einem Duell der „zweiten Garden“ auf Augenhöhe. „Leider fehlen bei diesem entscheidenden Showdown auf beiden Seiten Sportler, die den Kampfabend hätten aufwerten können. Von Abstellungen bleibt man aber nie verschont, damit haben wir vorher gerechnet und uns darauf eingestellt“, so der Nordhäuser Cheftrainer weiter.

Selbst wenn es mit der anvisierten Titelverteidigung in diesem Jahr nicht klappt, ist Dietrich-Scherfling alles andere als unzufrieden mit der gezeigten Leistung seines Teams: „Mit dem letzten Heimsieg gegen Hannover und der gesicherten Vize-Meisterschaft haben wir bereits unser Minimalziel erreicht. Man darf auch nicht vergessen, dass sich Hannover und Babelsberg extrem verstärkt haben, während wir auf unseren bisherigen Kader vertrauten. Alles was in Babelsberg folgt ist Zugabe und wäre das i-Tüpfelchen.“
Johann Reinhardt
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