Di, 18:36 Uhr
22.03.2016
Lohnendes Ziel nicht nur für Osterspaziergang
Stiehlt Mammut dem Osterhasen die Schau ….?
Österlich geschmückte Brunnen stimmen seit einiger Zeit auf Ostern ein, spezielle Angebote in Kaufhallen begleiten die Kunden seit Wochen. Gerade die Kinder freuen sich auf das Suchen der bunten Eier, die Älteren über die freien Tage. Den nachösterlichen Knüller aber verdankt Nordhausen der gemeinsamen Aktion von Nordbrand, Autokrane Wiemann und dem Kunsthaus Meyenburg...
Mammut in der Höhle (Foto: Archiv Pientka)
Wo man wenige Tage nach dem Osterfest den Osterhasen schon fast vergessen hat, rollt ein lebensgroßes Mammut begleitet von einem 60-Tonnen-Kran durch Nordhausen. Seinen neuen Lebensraum wird dieses für die Eiszeit typische Tier ab dem 30. März im südlichen Teil des Kunsthaus-Parkes finden und sicher werden viele Neugierige es beim Grasen dort beobachten und fotografieren wollen.
Noch sind keine speziellen Schilder angebracht, um diesen Transport sicher bis in die Schröterstraße leiten zu können, da werden schon Fragen an das Kunsthaus herangetragen. Was hat dieses Korn-Werbe-Mammut mit dem Kunsthaus gemein? Weshalb findet es nicht an anderer prominenter Stelle seinen Platz? Nun ist es sicher für jeden eingängig, dass unser Museum nicht zu einer Zweigstelle von Nordbrand mutieren wird.
Es sollte aber betont werden, dass der Beginn der von Menschen geschaffenen Kunst sehr eng mit dem Mammut als Motiv verbunden ist und die Stoßzähne auch als ‚Materialquelle‘ dienten. Das Mammut ist das Charaktertier der Eiszeit. Aus dessen Elfenbein haben unsere Vorfahren vor 40 000 Jahren die erste und älteste Kunst der Menschheit geschnitzt. Mammut, Wisent, Pferd, Höhlenlöwe oder Höhlenbär, aber auch Mischwesen wie Löwenmenschen oder Venusfiguren sind weltbekannte Zeugnisse aus der Zeit des Jungpaläolithikums, der Cro-Magnon-Menschen, die sich in diesem Zeitraum in Europa ausbreiteten.
Das Mammut war schon vor ca. 300.000 Jahren in Europa verbreitet und zog sich wegen der zunehmenden Erwärmung vor ca. 13.000 Jahren nach Sibirien zurück. Geblieben sind Kunstwerke, die uns Menschen der Jetztzeit begeistern, ob als Höhlenmalerei oder als Plastiken – nicht zu vergessen auch Musikinstrumente wie Flöten aus dem Elfenbein der Stoßzähne. Diese Kunstwerke wirken so modern und ausdrucksstark, dass sie in entsprechenden Katalogen schon als expressionistisch bezeichnet wurden.
Sicher – das Mammut im Park, der Termin 30. März und die aktuelle Ausstellung Impressionisten-Expressionisten sind Events, die keinen gewollten Zusammenhang haben. Aber Gedanken an diesen Zeitraum von 15.000 Jahren beim Osterspaziergang in die aktuelle Ausstellung und in den Park - vom Beginn der Kunst zu den Werken der Gegenwart – sind schon angebracht und haben ihre Berechtigung.
Vertieft werden können sie bei den Veranstaltungen des Kunsthauses in der Nachosterzeit – am Mittwoch, 30. März um 15 Uhr KUNST & KAFFEE – hier mit dem Schwerpunkt Cézanne und wie immer anschließend Kaffee und Kuchen (Eintritt 5 EURO). Am Donnerstag, 31. März ladet der KUNSTHAUS MEYENBURG Förderverein um 19 Uhr ein – neben einer speziellen Führung wie immer auch Wein und Gedankenaustausch im KuK – dem Kunsthaus-Keller.
Aber vorher kommt das Osterfest und nicht zu vergessen – nicht nur Ostersonntag, auch am Ostermontag ist das Kunsthaus von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, so dass dieser Feiertag ebenso zu einem Spaziergang von Renoir bis Kandinsky im Haus oder bei schönem Wetter in den noch mammutfreien Garten genutzt werden kann.
Dr. Wolfgang R. Pientka, Vorsitzender des KUNSTHAUS MEYENBURG Förderverein
Autor: red
Mammut in der Höhle (Foto: Archiv Pientka)
Wo man wenige Tage nach dem Osterfest den Osterhasen schon fast vergessen hat, rollt ein lebensgroßes Mammut begleitet von einem 60-Tonnen-Kran durch Nordhausen. Seinen neuen Lebensraum wird dieses für die Eiszeit typische Tier ab dem 30. März im südlichen Teil des Kunsthaus-Parkes finden und sicher werden viele Neugierige es beim Grasen dort beobachten und fotografieren wollen.
Noch sind keine speziellen Schilder angebracht, um diesen Transport sicher bis in die Schröterstraße leiten zu können, da werden schon Fragen an das Kunsthaus herangetragen. Was hat dieses Korn-Werbe-Mammut mit dem Kunsthaus gemein? Weshalb findet es nicht an anderer prominenter Stelle seinen Platz? Nun ist es sicher für jeden eingängig, dass unser Museum nicht zu einer Zweigstelle von Nordbrand mutieren wird.
Es sollte aber betont werden, dass der Beginn der von Menschen geschaffenen Kunst sehr eng mit dem Mammut als Motiv verbunden ist und die Stoßzähne auch als ‚Materialquelle‘ dienten. Das Mammut ist das Charaktertier der Eiszeit. Aus dessen Elfenbein haben unsere Vorfahren vor 40 000 Jahren die erste und älteste Kunst der Menschheit geschnitzt. Mammut, Wisent, Pferd, Höhlenlöwe oder Höhlenbär, aber auch Mischwesen wie Löwenmenschen oder Venusfiguren sind weltbekannte Zeugnisse aus der Zeit des Jungpaläolithikums, der Cro-Magnon-Menschen, die sich in diesem Zeitraum in Europa ausbreiteten.
Das Mammut war schon vor ca. 300.000 Jahren in Europa verbreitet und zog sich wegen der zunehmenden Erwärmung vor ca. 13.000 Jahren nach Sibirien zurück. Geblieben sind Kunstwerke, die uns Menschen der Jetztzeit begeistern, ob als Höhlenmalerei oder als Plastiken – nicht zu vergessen auch Musikinstrumente wie Flöten aus dem Elfenbein der Stoßzähne. Diese Kunstwerke wirken so modern und ausdrucksstark, dass sie in entsprechenden Katalogen schon als expressionistisch bezeichnet wurden.
Sicher – das Mammut im Park, der Termin 30. März und die aktuelle Ausstellung Impressionisten-Expressionisten sind Events, die keinen gewollten Zusammenhang haben. Aber Gedanken an diesen Zeitraum von 15.000 Jahren beim Osterspaziergang in die aktuelle Ausstellung und in den Park - vom Beginn der Kunst zu den Werken der Gegenwart – sind schon angebracht und haben ihre Berechtigung.
Vertieft werden können sie bei den Veranstaltungen des Kunsthauses in der Nachosterzeit – am Mittwoch, 30. März um 15 Uhr KUNST & KAFFEE – hier mit dem Schwerpunkt Cézanne und wie immer anschließend Kaffee und Kuchen (Eintritt 5 EURO). Am Donnerstag, 31. März ladet der KUNSTHAUS MEYENBURG Förderverein um 19 Uhr ein – neben einer speziellen Führung wie immer auch Wein und Gedankenaustausch im KuK – dem Kunsthaus-Keller.
Aber vorher kommt das Osterfest und nicht zu vergessen – nicht nur Ostersonntag, auch am Ostermontag ist das Kunsthaus von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, so dass dieser Feiertag ebenso zu einem Spaziergang von Renoir bis Kandinsky im Haus oder bei schönem Wetter in den noch mammutfreien Garten genutzt werden kann.
Dr. Wolfgang R. Pientka, Vorsitzender des KUNSTHAUS MEYENBURG Förderverein


