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Do, 11:54 Uhr
03.03.2016
Landwirtschaftsgespräch auf dem Burghof

Zwischen Hoffnungen, Problemen und Herausforderungen

Es ist Anfang März, die Bauern in Nordthüringen bereiten sich auf das Frühjahr vor. Zeit, für die Nordthüringer Volksbank zum Landwirtschaftsfrühstück auf den Burghof am Kyffhäuser einzuladen. Und: die Landwirte der Region nehmen die Einladung traditionell gern an...

Zum Frühstück auf dem Burghof (Foto: nnz) Zum Frühstück auf dem Burghof (Foto: nnz)
Zur Tradition an diesem Ort zählt nicht nur die Tagesordnung, die mit Politik und fachlichen Informationen gespickt, sondern auch die kurz-knappe Eröffnung der Veranstaltung durch Peter Herbst, einen der beiden Vorstände der Volksbank.

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Für die genossenschaftliche Kreditinstitut führte Herbst aus, dass die Landwirtschaft ein wichtiger Partner für die Bank sei. Von den 25 Millionen Euro, die in den Landkreisen Nordhausen, Sömmerda sowie im Kyffhäuserkreis an Krediten ausgereicht wurden, geht rund ein Drittel an die Landwirte. Weiterhin referierte Peter Herbst zum Ist-Zustand der Bank, die sich den Herausforderungen der Zeit stellen muss. Ein Thema sei die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und das damit zusammenhängende Nutzungsverhalten der Kunden.

Den politischen Teil des Vormittags übernahm zum zweiten Mal in ihrer Amtszeit die Thüringer Landwirtschaftsministerin Birgit Keller. Sie berichtete von einem zu tiefen Milchpreis, den vor allem der Einzelhandel mit seiner Marktmacht zu verantworten habe. Hier müsse die Politik gegensteuern. Gefragt sei die Bundesregierung, für deren Programme Keller wenig Verständnis zeigte, sie kämen in der Agrar-Struktur der jungen Bundesländern kaum an. Die Landesregierung wolle die Landwirte auch weiterhin stärken, so zum Beispiel mit den flächenbezogenen Zahlungen und Beihilfen. Sie sollen bis zum Jahresende auf den Konten der Landwirte sein.

Birgit Keller sprach aber auch die Situation rund um die Flüchtlinge in Thüringen an. Im Mittelpunkt stand dabei die Herausforderung einer künftigen Integration, die den Flüchtlingen eine Perspektive in Thüringen biete. Hier ergeben sich neue Chancen, sowohl für die Menschen, die zu uns gekommen sind, als auch für die landwirtschaftlichen und Gartenbauunternehmen des Freistaates. Damit war das ministerielle Referat beendet.
Landwirtschaftsfrühstück: Peter Herbst (Foto: nnz)
Landwirtschaftsfrühstück: Birgit Keller (Foto: nnz)
Landwirtschaftsfrühstück: Blick auf das Auditorium (Foto: nnz)
Landwirtschaftsfrühstück: Präsident Gumpert (Foto: nnz)
Danach ergriff Helmut Gumpert, der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, das Wort. Er schaute auf das Jahr 2015, das erste volle Jahr dieser Landesregierung und bilanzierte: Thüringen ist nicht untergegangen und es habe eine gute Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium gegeben. Und trotzdem, Gumpert sprach von einer der schlimmsten Krisen der deutschen Landwirtschaft, deren eine Facette der rasante Preisverfall landwirtschaftlicher Erzeugnisse sei. Eine andere seien die Folgen der deutschen Politik in Richtung Russland, unter der die Landwirte besonders zu leiden hätten.

In punkto beabsichtigter Gebietsreform sagte der Bauernpräsident, dass sich die Landwirte einer solchen Reform nicht grundsätzlich verschließen, doch die Bauern wollen in der Diskussionsphase mit einbezogen werden. Gumpert ging auch auf die gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft ein. Hier müssen die Bauern selbst die Initiative ergreifen, müssen Transparenz herstellen. Dazu sei ein Miteinander zwischen Landwirtschaft und Medien unabdingbar. Einerseits gebe es mehr und mehr eine Discount-Mentalität bei den Verbrauchern, andererseits wird gegen eine industrielle Produktion protestiert. Massentierhaltung werde zum Kampfbegriff bestimmter politischer Parteien.

Es gibt also viel zu tun – für die Politik, für die Bauern und ein wenig vielleicht auch für die Nordthüringer Volksbank, die wieder einmal Politik und Realität zusammenbrachte.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
03.03.2016, 12:26 Uhr
Birgit Keller und Landwirte: geschlossene Gesellschaft
Die Politik bräuchte bloß ökologische Produktion zum alleinigen Maßstab zu erklären, dann würde die beklagten Dumpingpreise erstmal eine Auszeit nehmen. Aber die Politik fördert stattdessen die weitere Intensivierung: indem sie nichts gegen den zunehmenden Flachenverbrauch tut und nichts gegen Massenierhaltung. Auch nicht gegen die Bioenergieluege.

Die Folgen sind bekannt: im internationalen Vergleich massive Überduengung und Chemisierung, Artenrueckgang. Dazu noch Landwirtschaftsprogramme wie KULAP, die den Naturschutz in Schutzgebieten aushebeln. Die Lobbyisten lassen grüßen. Und Frau Keller ist lieber eine gepflegte Erscheinung, als Revolutionärin, z.B. zusammen mit ihrer konfliktbereiteren Kollegin Siegesmund.
Peter59
03.03.2016, 15:10 Uhr
Schwarzberg scheint der Experte zu sein......
und das ist nicht negativ zu werten. Frau Keller scheint eine völlige Fehlbesetzung zu sein, die Hauptsache das "Outfit" stimmt. Was uns regiert, sollte mal überprüft werden nach Berufen und Fachkompetenz vorher. Da tun sich sicherlich Abgründe auf. Die Bevölkerung ist des Geschwafels leid. Mit Fachkompetenz ist es nicht so weit her, gut, dass es "Staatssekretäre" gibt.....und Redenschreiber.

Nur, erhobene Zeigefinger bringen auch nichts, wenn man als Drogenkonsument geoutet wird. Ich gebe zu, ich bin schadenfroh, da hängt auch noch eine andere Diskussion mit dran.Schwul sein ist bis jetzt Gott sei Dank doch nicht "inn". Unseren Kindern sei's gedankt.. Das sage ich als Lehrer an einer weiterbildenden Schule.....
Baradur
03.03.2016, 20:51 Uhr
Erstaunlich....
Erstaunlich wie sich wieder Uninformierte und Halbwissende anmaßen die Lösungen kennen zu wollen ....

Auch die Lanwirtschaft, ob groß oder klein, ob öko oder konventionell muss wirtschaftlich arbeiten sonst ist sie morgen nicht mehr da....
Der Verbraucher war doch derjenige, der billige Lebensmittelpreise wollte und der Lebensmitteleinzelhandel wo 80% in den Händen von 4 großen Ketten liegen haben das geliefert und unterbieten sich weiter.
Mit ökologischer Produktion fordern sie, Herr Schwarzberg, noch mehr Tierhaltung? Pflanzen leben wie sie auch nicht nur von Luft und Liebe. Die notwendigen Nährstoffe müssen über eine erhöhte Tierhaltung als Mist zur Entzugsdüngung wieder hinzugeführt werden, und die Erträge werden fallen bis die Selbstverorgung und die versorgung mit bezahlbaren Lebensmitteln auch von Dtl. nicht mehr gewährleistet werden kann.

Was hab ich von einer schönen Wiese wenn sie nicht gepflegt wird? - irgendwann eine verbuschte Steppe
Was hab ich von einer gemähten Wiese? - Lohnkosten, Dieselkosten, und n Haufen Gras
Damit brauch man einen Nutzen damit sich der Erhalt unserer Region selber trägt. Da dies immernoch ein Zusatzgeschäft ist sind die KulturUndLAndschaftsPflege - Programme (KULAP)ins Leben gerufen worden.
Wer plegt den unsere Landschaften, die Städter, die Eigentümer, Sie?
Fördermittel sind doch nur der klägliche Versuch die unwirtschaftlichen Erzeugerpreise zu kompensieren.
Wenn wir weiterhin an der Urproduktion sparen, werden wir bald diese nicht mehr haben und die dümmste aller Fragen wird sich dann stellen : wenn wir die produktivsten Nahrungsmittelgegenden der Erde stillegen, wer ernährt uns dann morgen: die Asiaten ? - die sind eh schon zuviel
die Amerikaner ? - mit den gentechnisch veränderten Pflanzen
die Afrikaner ? - die haben jetzt schon nicht genug
die Russen ? - viel Glück bei der Unberechenbarkeit

Erst nachdenken , dann schreiben....
NDH80
03.03.2016, 21:10 Uhr
@ Baradur
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