Mo, 14:20 Uhr
29.02.2016
Landespolitik
Berufsschulnetz wird gestrafft
Bildungsministerin Birgit Klaubert hat Maßnahmen zur Straffung des Berufsschulnetzes in Thüringen vorgestellt. Das hat Folgen für einzelne Standorte...
Mein Ziel ist eine leistungsfähige, zukunftsfeste und solide finanzierte Berufsschullandschaft, sagte Klaubert in Erfurt. Sie verwies darauf, dass sie dazu vor einem Jahr einen Dialogprozess angestoßen habe, an dem Schulträger, Kammern, Gewerkschaften und weitere Verantwortliche teilnahmen.
Klaubert setzte sich kritisch mit der Tatsache auseinander, dass Entscheidungen zum Berufsschulnetz über viele Jahre aus verschiedensten Gründen verschleppt wurden. Doch man müsse den Tatsachen ins Auge blicken und Schlussfolgerungen ziehen. So habe sich die Schülerzahl an Staatlichen Berufsbildenden Schulen in zehn Jahren von knapp 80.000 im Schuljahr 2003/04 auf 41.250 im jetzigen Schuljahr fast halbiert. Die Zahl der Berufsschulen habe sich in diesem Zeitraum aber nur von 58 auf 41 verringert. Eine Auswirkung sei ein hoher Anteil von unterfrequentierten Berufsschulklassen. Bei einem Viertel der 2.000 Klassen sei das der Fall.
Da der Entwicklung im Berufsschulnetz nicht entschlossen begegnet wurde, seien die Kosten explodiert. Lagen die Kosten pro Schüler am Anfang des Jahrtausends noch bei 2.700 Euro und damit im deutschlandweiten Schnitt, gebe Thüringen heute mehr als das Doppelte pro Schüler aus, nämlich 6.500 Euro. Thüringen leiste sich damit die teuerste Berufsschullandschaft in ganz Deutschland.
Aus dieser Situation resultiere die Notwendigkeit, Veränderungen endlich anzupacken und damit das Berufsschulnetz zukunftssicher aufzustellen. Da sie die Schülermindestzahl von 1.000 Schülern teilweise deutlich unterschreiten, bestehe bei 5 der insgesamt 41 Berufsschulstandorte Anpassungsbedarf. Dies sind die Staatliche Berufsbildende Schule Sömmerda, die Staatliche Berufsbildende Schule Arnstadt, das Staatliche Berufsbildungszentrum Saale-Orla-Kreis, das Staatliche Berufsschulzentrum Hermsdorf sowie die Staatliche Schule Gewerbliche Berufe Gera.
Nach Klauberts Worten seien die Schulträger aufgefordert worden, dem Bildungsministerium innerhalb eines Jahres eine Konzeption vorzulegen, die eine Fortführung dieser Schulen als Schulteil einer anderen Staatlichen Berufsschule oder im Rahmen eines Schulverbundes ermöglicht. Sollte dies nicht möglich sein, seien diese Schulen durch die Schulträger aufzuheben.
Änderungen sollen zum neuen Schuljahr 2016/17 auch bei den Ausbildungsklassen vorgenommen werden. In rund 60 Ausbildungsberufen ändern sich Schulstandorte bzw. ist die Option zur Klassenbildung, die meist zu einer Unterfrequentierung geführt hat, aufgehoben worden. Klaubert betont: Es ist verantwortbar, manchen Ausbildungsstandort aufzugeben, wenn es uns gelingt, die Ausbildung in dem jeweiligen Beruf dadurch in Thüringen zu halten. Klaubert verwies auch darauf, dass traditionell in Thüringen verwurzelte Berufe, wie Büchsenmacher, Holzbildhauer oder Glasbläser, weiter ausgebildet werden sollen.
Ein wesentliches Ziel des neuen Berufsschulnetzes sei es, die Zahl von unterfrequentierten Klassen mit weniger als 15 Schülern, von denen es gegenwärtig 465 gibt, deutlich zu senken. Dies gestatte mehr Effizienz beim Personaleinsatz sowie eine Steigerung der Unterrichtsqualität und der Unterrichtsabsicherung. Auch für die Schulträger und Unternehmen schaffen wir ein hohes Maß an Planungssicherheit, so Klaubert.
Das Netz solle sechs Jahre Bestand haben und nicht, wie bisher, jährlich geändert werden. Wenn wir jetzt den Mut und die Kraft für die notwendigen Veränderungen haben, dann sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, betonte die Ministerin.
Autor: redMein Ziel ist eine leistungsfähige, zukunftsfeste und solide finanzierte Berufsschullandschaft, sagte Klaubert in Erfurt. Sie verwies darauf, dass sie dazu vor einem Jahr einen Dialogprozess angestoßen habe, an dem Schulträger, Kammern, Gewerkschaften und weitere Verantwortliche teilnahmen.
Klaubert setzte sich kritisch mit der Tatsache auseinander, dass Entscheidungen zum Berufsschulnetz über viele Jahre aus verschiedensten Gründen verschleppt wurden. Doch man müsse den Tatsachen ins Auge blicken und Schlussfolgerungen ziehen. So habe sich die Schülerzahl an Staatlichen Berufsbildenden Schulen in zehn Jahren von knapp 80.000 im Schuljahr 2003/04 auf 41.250 im jetzigen Schuljahr fast halbiert. Die Zahl der Berufsschulen habe sich in diesem Zeitraum aber nur von 58 auf 41 verringert. Eine Auswirkung sei ein hoher Anteil von unterfrequentierten Berufsschulklassen. Bei einem Viertel der 2.000 Klassen sei das der Fall.
Da der Entwicklung im Berufsschulnetz nicht entschlossen begegnet wurde, seien die Kosten explodiert. Lagen die Kosten pro Schüler am Anfang des Jahrtausends noch bei 2.700 Euro und damit im deutschlandweiten Schnitt, gebe Thüringen heute mehr als das Doppelte pro Schüler aus, nämlich 6.500 Euro. Thüringen leiste sich damit die teuerste Berufsschullandschaft in ganz Deutschland.
Aus dieser Situation resultiere die Notwendigkeit, Veränderungen endlich anzupacken und damit das Berufsschulnetz zukunftssicher aufzustellen. Da sie die Schülermindestzahl von 1.000 Schülern teilweise deutlich unterschreiten, bestehe bei 5 der insgesamt 41 Berufsschulstandorte Anpassungsbedarf. Dies sind die Staatliche Berufsbildende Schule Sömmerda, die Staatliche Berufsbildende Schule Arnstadt, das Staatliche Berufsbildungszentrum Saale-Orla-Kreis, das Staatliche Berufsschulzentrum Hermsdorf sowie die Staatliche Schule Gewerbliche Berufe Gera.
Nach Klauberts Worten seien die Schulträger aufgefordert worden, dem Bildungsministerium innerhalb eines Jahres eine Konzeption vorzulegen, die eine Fortführung dieser Schulen als Schulteil einer anderen Staatlichen Berufsschule oder im Rahmen eines Schulverbundes ermöglicht. Sollte dies nicht möglich sein, seien diese Schulen durch die Schulträger aufzuheben.
Änderungen sollen zum neuen Schuljahr 2016/17 auch bei den Ausbildungsklassen vorgenommen werden. In rund 60 Ausbildungsberufen ändern sich Schulstandorte bzw. ist die Option zur Klassenbildung, die meist zu einer Unterfrequentierung geführt hat, aufgehoben worden. Klaubert betont: Es ist verantwortbar, manchen Ausbildungsstandort aufzugeben, wenn es uns gelingt, die Ausbildung in dem jeweiligen Beruf dadurch in Thüringen zu halten. Klaubert verwies auch darauf, dass traditionell in Thüringen verwurzelte Berufe, wie Büchsenmacher, Holzbildhauer oder Glasbläser, weiter ausgebildet werden sollen.
Ein wesentliches Ziel des neuen Berufsschulnetzes sei es, die Zahl von unterfrequentierten Klassen mit weniger als 15 Schülern, von denen es gegenwärtig 465 gibt, deutlich zu senken. Dies gestatte mehr Effizienz beim Personaleinsatz sowie eine Steigerung der Unterrichtsqualität und der Unterrichtsabsicherung. Auch für die Schulträger und Unternehmen schaffen wir ein hohes Maß an Planungssicherheit, so Klaubert.
Das Netz solle sechs Jahre Bestand haben und nicht, wie bisher, jährlich geändert werden. Wenn wir jetzt den Mut und die Kraft für die notwendigen Veränderungen haben, dann sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, betonte die Ministerin.

