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Mo, 10:28 Uhr
22.02.2016
Betrachtung

Proteste ja, abbrennen nein!

Wer von Ihnen, liebe Leser, kannte bis zum Donnerstag vergangener Woche schon das Dörfchen Clausnitz. Der 800-Seelen-Ort ist jetzt die "Schande Deutschlands" und dessen demonstrierende Einwohner "Verbrecher"...


Hallo, Herr Tillich, diese 100 Sachsen in Clausnitz sind also Verbrecher? Wenn Sie das so genau wissen, dann müssten alle hinter Schloss und Riegel. Schnellverfahren, am besten ohne. Wegsperren. Und in den Tagesthemen erdreistet sich eine Bundestagsfraktionsvorsitzende zu sagen, dass es ihr große Sorge bereitet, dass gegen Flüchtlinge ermittelt wird. Um das klarzustellen: Diejenigen, die in Bautzen Löscharbeiten behindert haben, die sind vermutlich straffällig geworden. Letztlich aber muss auch das ein Gericht entscheiden.

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Also sollten wir, wenn es nach Frau Göring-Eckart geht, für Flüchtlinge einen rechtsfreien Raum schaffen, ähnlich wie für Diplomaten? Das findet sicher Unterstützung in diesem Land. Das würde aber auch die Spaltung der Gesellschaft verschärfen, ob man das wahrhaben will oder nicht.

Ob das in Clausnitz nun ein "aggressiver brauner Mob" war, wie eine Leserin der nnz schreibt oder ob der Polizist den Jugendlichen nun aus dem Bus gezerrt hat oder nicht, das weiß ich nicht. Das wissen wir hier im Südharz alle nicht. Wir waren nicht dabei. Wir kennen Sequenzen, bewusst geschnittene Bruchstücke eines Handy-Videos.

Aber wir bekommen die offizielle Meinung seit Freitag serviert. Aus allen Kanälen, mit allen Vorverurteilungen. Vor allem im Hinblick auf die Polizei. Man wartet nicht ab, was intern ermittelt wird. Was vor dem "Rauszerren" passiert ist. Wenigstens der dortige Polizeipräsident und der oberste deutschen Polizist, der Bundesinnenminister haben noch den Hintern in der Hose, um sich vor ihre Untergebenen zu stellen. Wenigstens ein Lichtblick in diesem immer dunkler werdenden Land.

Wird es aber auch brauner, wie immer wieder behauptet wird? Sind das alles Nazis, diese 100 Menschen in Clausnitz? Für einige unserer Mitmenschen schon, denn es ist leicht, einen Stempel aufzudrücken. Und mit dem kann man alles und jeden stigmatisieren. Selbst die Chefin einer Wohnungsbaugesellschaft, die bei der Integration von Flüchtlingen handelt und nicht palavert. Und ja, wer viel Geld für Wohnen ausgeben will, der soll das dürfen können. Er hat es sich womöglich hart erarbeitet. Was ist daran verwerflich? Und ja, vielleicht sind Container die besseren Alternativen? Da muss man diskutieren dürfen.

Und man muss fragen dürfen, wie viele Menschen noch in Deutschland Schutz suchen wollen? Wie viele es dürfen? Diese Frage hätte die Politik schon längst beantworten müssen. Macht sie aber nicht und schafft damit den Nährboden für eine gespaltene Gesellschaft. Kommen in diesem Jahr wieder eine Million Flüchtlinge? Werden es mehr, denn auch das Mittelmeer wird wieder zur Route werden? Was können wir verkraften? Was kann man zumuten?

Wer soll das bezahlen, auch diese völlig unpolitische Frage muss erlaubt sein. Sind es zehn Milliarden, 20, 100 oder eine Billion Euro in den nächsten zehn Jahren? Wo hernehmen, denn selbst Bundes- und Landeshaushalte sind endlich und Geld wurde in den zurückliegenden Jahre schon zuviel gedruckt. Und man muss weiter fragen dürfen, wer dafür aufkommen wird? Eine Antwort kann ich liefern: der Steuerzahler. Die Reichsten der Reichen, die angeblich 90 Prozent des Vermögens in Deutschland besitzen, die werden nicht in dem Umfang dazu gehören, wie sie es könnten. Schließlich lautet das Verteilungsprinzip in diesem gesellschaftlichen System: Kosten sozialisieren, Gewinne privatisieren - wir haben nun mal Kapitalismus, ab und an versetzt mit einem Hauch von Demokratie.

Heute Abend wird in Nordhausen wieder demonstriert. Angemeldet hat das eine selbsternannte Volksbewegung Nordthüringen. Man wird sehen, wie viele Menschen diesem Aufruf folgen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Frank78
22.02.2016, 11:56 Uhr
genau meine Meinung
, danke für diese mutigen Worte! Im Übrigen redet keiner über die Schuld einer Landesregierung, die Flüchtlinge ins sächsische Niemandsland verfrachtet. Wie soll man sich da integrieren? Wer hat die ANwohner mit in die Planungen einbezogen? Wenn es da so lief wie hier in NDH wundert mich der Widerstand der Bevölkerung nicht! Und sollte es soweit kommen dass man bei uns das blaue Wunder mit FLüchtlingen vollstopft, - dann bin ich auch bei der Blockade dabei, allerdings friedlich und vernünftig, - so wie wir Deutschen der Mehrheit nach nun mal sind!
Herr Taft
22.02.2016, 12:26 Uhr
in Clausnitz...
...wollte ein Mob, den Einzug Fremder in ein Wohnheim verhindern...und zwar aus einem folgendem Grund: "es sind Fremde, die wollen wir hier nicht eben weil sie Fremde sind. Uns ist vollkommen egal, warum sie hier sind oder wo sie her kommen. Wir wollen sie hier nicht. Wir sind überzeugt, dass die uns nur etwas wegnehmen wollen und uns mit Gewalt überziehen." Das ist der nackte Fremdenhass. Ich kann das nicht gutheißen und verstehe keinen, der es tut.
othello
22.02.2016, 13:54 Uhr
Klarnamen ?
Nur mit Klarnamen ? Eine Erklärung ist hier wohl angebracht, liebe Redaktion !
___________________________________________________
Anmerk. d. Red: Sie haben natürlich Recht, Haken an falscher Stelle gemacht, sorry.
Aus die Maus
22.02.2016, 15:30 Uhr
Angst
Das ist nicht der nackte Fremdenhass, das ist die Angst was die Politiker noch mit dem Deutschen Volk anstellen(Steuererhöhung , Krankenkassen erhöhung, usw.)
Paulinchen
22.02.2016, 16:30 Uhr
Was sagte letztlich bei...
...Maibrit Illner der Finanzminister Bayerns? "Deutschland kann unter keinen Umständen ganz Afrika evakuieren."

Und genau mit dieser Meinung ist er nicht allein. Dahinter stehen mehr als 75 % der deutschen Bevölkerung. Das Problem ist hier aber die Regierung selbst. Reden, reden, reden, nur nicht handeln. Wenn man doch täglich in den Nachrichten verfolgen könnte, dass diejenigen, welche nie eine Chance auf Asyl haben, abgeschoben würden, dann hätten auch die "Wutbürger" eine andere Haltung gegenüber den wirklich Schutzbedürftigen.

Aber nun gleich ein ganzes Bundesland in die rechte Ecke zu stellen, halte ich für mehr als übertrieben. (so Frau S. Peter "Die Grünen")

Danke Herr Greiner für diesen Artikel!!
Herr Taft
22.02.2016, 17:00 Uhr
@wyski
Ich hab in dem Bus keine Politiker gesehen... Wenn die "Wir sind das Volk"-Rufer gegen Politiker demonstrieren wollen, warum blockieren Sie einen Bus mit Asylanten ? Sollen Sie in Berlin vor das Kanzleramt ziehen und dort ihr "Wir sind das Volk" skandieren.
Peter59
22.02.2016, 17:04 Uhr
Der "Greiner" hats geschrieben...
und absolut Recht hat er. Was da noch hinter dem Ofen sitzt, und mit vorgehaltener Hand aus Angst vor der "Obrigkeit" diskutiert ist eine Menge Potential, wenn die Stimmung entgültig umschlägt, können auch Topfklopfer und Trillerpfeifen nichts mehr ausrichten, und besonders nicht Lakaien, die sich mit dem Nick "Riese" betitulieren, das an sich ist schon eine Diagnose und Größenwahn.... "Merkel muss weg"- als Spruch auf Transparenten, nun gut, Merkel ist eigentlich schon weg, aber nur zu arrogant zurückzutreten, in der Politik läuft das so.... Wenn die "Intellektuellen" in der AFD die Zügel anziehen, bleibt der "Politikprominenz" wenig Spielraum, und das wissen sie genau.....Deshalb Verunglimpfungen jeglicher Art und die Angst, dass sie weg sind vom Fenster, das erzeugt Demagogie und Desinformation gleichgeschalteter Medien, die teilweise aber schon umgeschaltet haben, weil sie erkennen, dass die Felle wegschwimmen (Abonenten und Sinken der Kaufkraft.... Ein interessantes Jahr, hoffentlich bleibt es friedlich in "Old Germany".....
Gemeindediener
22.02.2016, 17:12 Uhr
Ein gelungener Artikel, Herr Greiner
..... und ich stelle mir ergänzend die Frage, wie kann man so kaltherzig sein, alle Deutschen, die nicht für die Flüchtlingspolitik dieser Regierung sind, als "Rechte" abzustempeln. Nein dieser Teil der Bevölkerung hat nur eine andere Meinung und verschiedene Meinungen darf man doch haben und wenn nicht, dann sind wir wieder da, wo wir 1989 aufgehört haben.
Weiter frage ich mich, wie kann man als Politiker, in gleich welcher Ebene, so kaltherzig gegen das eigene deutsche Volk sein und dieses als Taugenichtse, Verbrecher, Pack u.v.a. bezeichnen. So etwas ist niveaulos.
Auch wenn Fehler durch einige Menschen gemacht worden sind, hat jeder das Recht auf ein ordentliches Gericht, welches nicht von diesem Politikermob eine Vorverurteilung benötigt.
Und noch etwas, die erste richtungsweisende Abrechnung mit den Parteien, egal ob Koalition oder Opposition, kommt am 13. März 2016 in Sachsen-Anhalt. Dieses Ergebnis sollte sich die ehemalige FDJ-Sekretärin sehr gut ansehen und entsprechend reagieren, wenn sie nach der parlamentarischen Sommerpause noch Kanzlerin sein will.
Aus die Maus
22.02.2016, 18:59 Uhr
@nussbaum
Das sie den Kommentar nicht verstehen(und die Menschen )ist ja klar gewesen das sieht man ihren Kommentaren!
Herr Taft
22.02.2016, 19:10 Uhr
@wisky
Dann erklären Sie mir bitte, warum der besorgte Bürger Flüchtlinge Traktiert, wenn er was gegen Politiker hat !!!!
Aus die Maus
22.02.2016, 19:56 Uhr
@nussbaum
Das habe ich schon!
Tor666
22.02.2016, 22:41 Uhr
@nussbaum
Es wird einfach zu viel. Sie begreifen es genauso wenig wie unsere Politiker. Natürlich spielt die soziale Komponente eine Rolle. Glauben sie, die veranschlagten 55- 60 Milliarden fallen vom Himmel? Die Stimmung heizt sich auf, unsere Politiker rennen dem geschehen nur noch nach und eins weiß jeder Deutsche, der nicht allzu dumm ist: Wer einmal da ist den wird man nicht mehr los. Egal wie er sich aufführt, da nehme ich mal extreme Verbrechen aus.

Kein Demonstrant hat einen Flüchtling traktiert. Lügen sie doch nicht wieder. Oder was soll passiert sein?

Des Weiteren muss kein Deutscher die Gesten der Kopfabschneider hinnehmen. Also wissen diese Flüchtlinge doch schon, was sie tun. Wie sie uns Deutsche beleidigen, bedrohen und lächerlich machen können. Wer angesichts der Demo schon aufmuckt, was macht er in einer Gruppe von Halbstarken? Die Politik ist gefordert, Flüchtlinge auszusortieren, wirkliche Kriegsflüchtlinge benehmen sich. Aber trotzdem nur eine erträgliche Menge, den Rest heimatnah unterbringen. Die Flüchtlingsinvasion tobt seit über einem Jahr und jetzt, nach so langer Zeit, beginnt man ernsthaft darüber nachzudenken, wie man sie heimatnah unterbringen kann. Völliges versage, dass man hinterher nicht mit „Wir haben Fehler gemacht“ entschuldigen kann. Denn am Ende wird es nötig sein, die Punkte aus den Thesenpapieren der Pegida umzusetzen, gegen die man in typischer roten Manier gehetzt hat. Peinlicher geht es eigentlich nicht mehr.

Aber noch schlimmer, man geht weiter den Weg als amerikanischer Lakai und verunglimpft den Russen, der als einziger nicht völkerrechtswidrig diese Terrorbanden angeht. Ein Jahr lang haben die Amis scheinbar in der Wüste rumgeballert. So lange wir anderen Ländern unsere Lebensweise aufzwingen wollen, parallel dazu aber über den IWF die Länder ausnehmen, wird das doch alles nichts.
Herr Taft
23.02.2016, 11:46 Uhr
denken Sie mal darüber nach...
...wo die 55-60 Mrd. Am Ende ankommen. Beim Einzelhändler um die Ecke bei dem die Flüchtlingee einkaufen, dem Handwerker, der die Unterkünfte richtet, beim wachschutz, der die Flüchtlinge vor Brandstifter schützt, im Badehaus und im Kino. Das ist genauso ein Konjunkturprogramm wie es die abfrackprämie war. Ihr solltet euch über jeden Euro freuen, der dafür ausgegeben wird.
Tor666
23.02.2016, 12:54 Uhr
Ach Nussbaum...
Das ist doch völlig dummes Zeug, was Sie da schreiben. Klar, die Asylindustrie kassiert ab, Hotelbesitzer usw. Meinetwegen noch ein paar Handwerker etc. Also punktuell relativ wenige. Dafür gehen die Werte von abertausenden Häusern in die Knie, von ebenso vielen sinkt die Lebensqualität, Krankenkassenbeiträge, Abgaben und Steuern steigen. Nicht zuletzt werden Baumaßnahmen und Sanierungen für Einheimische verschoben werden, auf Sankt Nimmerleinstag, so dass sich vieles was Sie schreiben als Rohrkrepierer entpuppt. Und glaubst Du ernsthaft, dass noch genauso viele ins Badehaus gehen, wenn sich dort viele Flüchtlinge bewegen?

Man hatte ja vorher für Einheimische nur das Notwendigste übrig. Unterm Strich wird es niemals kostenneutral, ein plus schon gar nicht. Wir zahlen für hunderttausende, die nicht aus Kriegsgebieten kommen und pampern sie.

Aktuell warte ich immer noch auf Informationen, wer in Clausnitz Flüchtlinge traktiert hat. Eine Behauptung von Ihnen.
ndh65
23.02.2016, 13:35 Uhr
@ nussbaum
Ich persönlich würde mich sehr darüber freuen, wenn es ein Konjunkturprogramm für die Herrichtung unserer maroden Schulen, Kitas usw. geben würde, denn hier würden auch etliche Handwerksbetriebe ein Einkommen haben.

Auch der Einzelhändler um die Ecke würde sich freuen, wenn bei ihm Lebensmittel für kostenlose Schul- und Kindergartenspeisung gekauft würden. Badehaus und Kino sind für die Asylbewerber meistens kostenfrei.

Mal ehrlich wir brauchen keine Asylbewerber um die Konjunktur an zu kurbeln, es gibt genug im Land zu tun, welches aus Steuergeldern finanziert werden müsste.
altmeister
23.02.2016, 14:12 Uhr
Milchmädchen Nussbaum
So kleinkariert und kurzfristig kann nicht gedacht werden, wie es uns hier @nussbaum vormachen möchte. Bei allem Optimismus sollte doch mal klar sein, dass das Geld irgendwo herkommen muß, somit es an anderer Stelle fehlt.
Weiterhin sind bei dieser Schönrechnerei sämtliche Folgekosten außer Acht gelassen, die sind jetzt schon nicht überschaubar.

Dass das System so nicht funktioniert haben wir am Beispiel der genannten Abwrackprämie gesehen, unter dem Strich ist dabei herzlich wenig herausgekommen. @nussbaum kann gern das Gegenteil beweisen, sollte aber nicht mit Halbwahrheiten argumentieren.
h3631
23.02.2016, 14:39 Uhr
@nussbaum,selbst mal nachdenken!
Nur ein Satz. Lesen Sie sich die Kommentare von Tor 666 und ndh65 mal ganz langsam durch und versuchen sie zu verstehen. Ich bin auf Ihre Antwort gespannt,wenn Sie antworten.
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Anmerk. d. Red: Keine Antwort mehr, die Diskussion ist beendet.
Günther Hetzer
23.02.2016, 16:37 Uhr
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