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Fr, 09:27 Uhr
13.11.2015
Gutachten zur Sanierbarkeit

Spiegelsches Haus wird unter die Lupe genommen

Zum Spiegelschen Haus in Werna wird derzeit ein Gutachten zum Zustand des Gebäudes erstellt. Geprüft werden soll inwiefern das alte Gutshaus saniert werden kann. Fernziel ist eine Wiederbelebung des rund 400 Jahre alten Wernaer Wahrzeichens...

"Das Gutachten soll klären, wo genau das Gebäude geschädigt ist und wie sich eine Sanierung realisieren lässt", sagt der Architekt Hans Jürgen Gerboth, der das Projekt im Auftrag der Service Gesellschaft des Landkreises betreut...

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Das Unternehmen hat das alte Gutshaus im vergangenen Jahr vom Landkreis erworben, um das Wahrzeichen von Werna zu erhalten, zu sanieren und perspektivisch wieder neu zu beleben. "Auf dem Weg dahin war uns jetzt die Zusage von Ministerin Birgit Keller, aus ihrem Ressort Fördermittel für das Schadensgutachten bereitzustellen, eine große Hilfe", bedankt sich der Geschäftsführer der Service Gesellschaft Gunnar Reuter für die Unterstützung der Landes. Mit 23.000 Euro fördert der Freistaat das Gutachten, das als Basis erforderlich ist, um zielgerichtet mit einer Sanierung beginnen zu können. Die Service Gesellschaft trägt einen Eigenanteil von 5.000 Euro.

Untersucht wird in dem Bau von 1590 nun beispielsweise der Zustand der Fachwerkbalken, wo es vielleicht einen Schädlingsbefall gibt und welche Balken gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Zudem wird die Statik geprüft, dabei geht es insbesondere um die bessere Absicherung eines Giebels, der sich schon leicht geneigt hat. Schließlich schauen die Fachleute, inwieweit Feuchtigkeit ins Gebäude eingedrungen ist.

Spiegelsches Haus in Werna (Foto: Pressestelle Landratsamt) Spiegelsches Haus in Werna (Foto: Pressestelle Landratsamt)

Außerdem sollen Proben aus den Holzbalken Aufschluss darüber geben, wie alt die verschiedenen Gebäudeteile sind, denn über die Jahre sind mehrere Anbauten an das Hauptgebäude gekommen. So soll später in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie entschieden werden, welche Teile besonders erhaltenswert sind.

"Ziel ist es, weitere Fördermittel zu erhalten, um die Sanierung vorantreiben und das IBA-Konzept schrittweise umsetzen zu können", so Gerboth. Als die IBA, die Internationale Bauausstellung in Thüringen, im September 2014 hier Station machte, hatte die Service Gesellschaft das Spiegelsche Haus als Projektidee eingereicht. Schon damals hatte der Architekt Gerboth gemeinsam mit seiner Frau Annette Oeller-Gerboth, ebenfalls Architektin, und der Service Gesellschaft ein neues Nutzungskonzept für das Spiegelsche Haus entwickelt. Der Fachwerkbau, der in Teilen bereits 425 Jahre alt ist, sollte touristisch genutzt werden, beispielsweise für Gruppenreisen.

Durch die Lage mitten im Naturpark Südharz und die Nähe zum Karstwanderweg und dem neuen Harzrundweg biete sich dies an, so Reuter. Auch als Objekt für Schulungen bietet es sich sich an. "Wir wollen gern gemeinsam mit der Gemeinde Werna und den ehrenamtlich Engagierten, die sich seit vielen Jahren für den Erhalt des Spiegelschen Hauses stark machen, dieses geschichtsträchtige Gebäude wieder neu beleben", so Gunnar Reuter. Dabei hoffe er auf weitere Unterstützung des Landes, denn das historische, für den kleinen Ort im Südharz so prägende Ensemble sei es wert, gesichert und saniert zu werden.
Spiegelsches Haus in Werna wird untersucht (Foto: Pressestelle Landratsamt)
Spiegelsches Haus in Werna wird untersucht (Foto: Pressestelle Landratsamt)
Spiegelsches Haus in Werna wird untersucht (Foto: Pressestelle Landratsamt)
Spiegelsches Haus in Werna wird untersucht (Foto: Pressestelle Landratsamt)
Autor: red

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Kommentare
Kritiker2010
13.11.2015, 11:34 Uhr
Träume darf man ja noch haben,
aber ich halte es für fragwürdig, was man sich da so vorstellt und worin man investieren möchte.

Ohne Frage handelt es sich um ein imposantes Gebäude und sicher hat auch der zum Gutachter bestellte Architekt schon oft unter Beweis gestellt, das seine Projekte fachlich Hand und Fuß haben. Dennoch halte ich das Vorhaben in seiner Gesamtheit für eine Verschwendung an Fordermitteln in unfassbarer Höhe und ohne jede wirtschaftliche Perspektive.

Hier sollen also in einem Kuhdorf am Rande des Landkreises viele Millionen Euro investiert werden, um ein altes Haus zu sanieren und ein Gästehaus zu bauen, ach ja und ein Gemüsegärtchen. Für die laufende Unterhaltung dieser Idee wunderlicher Kaffeetanten werden sicher auch mehrere hunderttausend Euro pro Jahr nötig sein. Nur sehe ich kaum eine realistische Chance, den Betrieb auch nur ansatzweise durch die zu erzielenden Einnahmen gegen zu finanzieren oder einen echten Beitrag für die Region abzuliefern.

Blickt man hingegen nach Neustadt, dem vermutlich einzigen Ort im Landkreis mit touristischer Zukunft, muss man zur Kenntnis nehmen, dass dort die zugestandenen Mittel nicht einmal für den Betrieb der öffentlichen Einrichtungen ausreichen.
Das wohl ebenfalls einzige touristisch interessante Projekt der Region, nämlich der Aufbau eines funktionierenden Kurbetriebes in Neustadt, liegt in der Hand eines einzelnen Arztes, der das ganze selbst schultern will, weil er wohl keine Fördermittel bekommt, trotz wirtschaftlicher und touristischer Perspektive für die ganze Region.

Dieses Projekt ist so bezeichnend für die aktuelle Politik in Bund, Land und Kreis: Die Verantwortlichen sind all zu oft nicht hinreichend qualifiziert und informiert, um derartige Entscheidungen verantwortungsvoll treffen zu können.
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