Mi, 09:07 Uhr
11.11.2015
II. Ilfelder Museumsstammtisch
Ilfelds Vergangenheit, Ilfelds Gegenwart
Vom Museumsumzug zu Karl dem Großen und Heinrich I., zum Verhältnis Ilfeld/Niedersachswerfen, zur Preispolitik der Harzquerbahn und so weiter - zum II. Ilfelder Museumsstammtisch sprang man munter von der Vergangenheit zur Gegenwart, berichtet Museumsleiter Manfred Kappler...
16 Teilnehmer kamen am Montag in das Alte Rathaus in Ilfeld zum Museums-Stammtisch. Die vielen Artikel und Einladungen haben sich also gelohnt. Einen ganz herzlichen Dank an alle welche hierzu gekommen waren. Dieses Mal wurde der frisch gebrühte Kaffee fast alle, denn der alte Kaffee vom letzten Mal, sollte ja auch nicht wieder aufgetischt werden.
Zu diesem Stammtisch war sogar Herr Dr. Chr. Land aus Halle extra nach Ilfeld gekommen. Zu ihm, dem stark Südharz verbundenen Hallenser, besteht schon eine Jahre lange gute Verbindung. Erfreulich ist es auch das von Niedersachswerfen wieder eine Vertreterin gekommen war und ein Vertreter des Ilfelder Ortschaftsrates. Obwohl der Altersdurchschnitt ziemlich hoch lag, haben sogar einige jüngere Ilfelder den Weg zum Stammtisch gefunden.
Es war ein sehr informativer und ein vielseitiger, interessanter Abend, so dass die Teilnehmer erstaunt waren wie schnell die Zeit vergangen war. Nach der Begrüßung erfolgte eine kurze Information über den Umzug des Museums.
Dann ging es zurück in die Zeit von Karl der Großen, Ilfeld und die Karolinger, die Welfen, Heinrich der I. und die Pferdezucht im Harz. Man unterhielt sich über die Finken König Heinrichs Reitertruppe bis hin zur Finkenflucht in Ilfeld und der später abgerissenen Schanze am Eingang ins Ilfelder Tal. Dann wurde über die alte Postkarte mit dem Jagdhaus Zum Auerhahn in der Brandesbach und dem Artikel Das Jagdhaus und Schloß im Südharz spekuliert. Wie weit könnte es hier Zusammenhänge geben? Weitere Recherchen in den Annalen des Fürsten von Stolberg, könnten eventuell hier etwas Licht in die Vergangenheit bringen.
In diesem Zusammenhang schweifte man etwas vom Thema ab. So kam es dann zu einer etwas breiteren Diskussion, über Gemeinsamkeiten der Orte Ilfeld und Niedersachswerfen, dass nicht nur die HSB beide Orte verbindet. Über das Stichwort HSB kam man dann auf die Haltestellen der Region Harztor bis hin zum Birkenmoor und der Selketal Bahn. Hier kam es dann zu der Frage, warum in der Tourismus Werbung die interessanteste Strecke der HSB, das Selketal so vernachlässigt werde? Mit dem Dampfzug von Nordhausen nach Quedlinburg wäre interessanter und vielseitiger als auf den Brocken. Kritisiert wurde der Fahrpreis von Ilfeld zum Netzkater und das hier die Preisbildung mit vom Landkreis NDH einschließlich der Gemeinde Harztor festgelegt wird. Von Ilfeld zum Netzkater 3,50 € sind ein sehr stolzer Preis und Tourismusfreundlich.
Dagegen sind das Selketal Ticket 3 Tage Selketal; NDH – Quedlinburg – NDH für 17.00 € ein Schnäppchen. Weniger ist oftmals sogar mehr!
Hier gleich einmal zwei Termine aus der Vorschau der Harzbahn Post Heft 1/2015. Am Samstag, den 05. 12. Mit dem Dampfzug durch den Harz von Nordhausen nach Quedlinburg und Wernigerode zu den Weihnachtsmärkten. Sonderzüge
Hiernach ging es dann in die Zeit zwischen 1880 und 1900, als es noch keinen Strom und keine Wasserleitung in Ilfeld gab. In die Zeit wo Ilfeld oberhalb der Alten Post endete und unterhalb der Hüttenbereich begann. Damals war die Hauptstraße auch noch nicht gepflastert nur teilweise die Nebenstraßen und Gassen, mit Kesselingen aus dem Steinfeld. Wo bei Regenwetter die Chaussekratzer den Schlamm auf der Straße noch auf Haufen zusammen gekratzt hatten und die Kinder teilweise dann mit Stelzen zur Schule gehen mussten.
Ilfeld war zwar kleiner als Neustadt aber war Kreisflecken und hatte eine große Bedeutung durch die Klosterschule welche mit den großen Schulen des Landes wetteiferte. Dieses prägte das Flecken und seine Entwicklung. Die Bahn der Nordhäuser – Wernigeröder Eisenbahngesellschaft gab es auch noch nicht, dafür gab es sehr viel Ausflugsverkehr mit Pferdekutschen und Wagen. Diese hinterließen jedes Mal eine große Staubwolke auf der Hauptstraße. Um das zu verhindern wurden an solchen Tagen hunderte Eimer Wasser aus dem Hüttengraben auf die Straße geschüttet.
Zu dieser Zeit wurden Schnaps, Fruchtsäfte, Trockenobst bis hin der Schokolade vom Apotheker noch selbst hergestellt. Dieser musste rund um die Uhr erreichbar sein und hatte den halben Kreis Ilfeld und sein Umfeld zu versorgen. Es war viel Selbstversorgung angesagt. Zum Schlachten benötigte man einen riesigen Fleischklotz mit einem sehr großen Wiegemesser um das Fleisch für die Wurst zu zerkleinern. Kühlschränke usw. waren damals auch nicht vorhanden, so musste vieles eingepökelt, geräuchert und an der Luft getrocknet werden.
Es war für alle, ein interessanter Abend mit einem Ausflug in die Vergangenheit. Nur schade, dass von den Lehrern bis heute keiner den Weg zum Museum und zur Heimatgeschichte gefunden hat. Was diese nicht wissen können sie auch nicht weiter geben. Somit geht von der Heimatgeschichte vieles verloren.
Dieser Stammtisch wird am 14. Dezember um 18.30 Uhr im Alten Rathaus in Ilfeld fortgesetzt. Ich freue mich schon jetzt auf Ihr Kommen, um gemeinsam einen interessanten Abend zu erleben.
Mit harzlichen Grüßen und eine schöne Adventszeit
Manfred Kappler
Museum Ilfeld
Autor: red16 Teilnehmer kamen am Montag in das Alte Rathaus in Ilfeld zum Museums-Stammtisch. Die vielen Artikel und Einladungen haben sich also gelohnt. Einen ganz herzlichen Dank an alle welche hierzu gekommen waren. Dieses Mal wurde der frisch gebrühte Kaffee fast alle, denn der alte Kaffee vom letzten Mal, sollte ja auch nicht wieder aufgetischt werden.
Zu diesem Stammtisch war sogar Herr Dr. Chr. Land aus Halle extra nach Ilfeld gekommen. Zu ihm, dem stark Südharz verbundenen Hallenser, besteht schon eine Jahre lange gute Verbindung. Erfreulich ist es auch das von Niedersachswerfen wieder eine Vertreterin gekommen war und ein Vertreter des Ilfelder Ortschaftsrates. Obwohl der Altersdurchschnitt ziemlich hoch lag, haben sogar einige jüngere Ilfelder den Weg zum Stammtisch gefunden.
Es war ein sehr informativer und ein vielseitiger, interessanter Abend, so dass die Teilnehmer erstaunt waren wie schnell die Zeit vergangen war. Nach der Begrüßung erfolgte eine kurze Information über den Umzug des Museums.
Dann ging es zurück in die Zeit von Karl der Großen, Ilfeld und die Karolinger, die Welfen, Heinrich der I. und die Pferdezucht im Harz. Man unterhielt sich über die Finken König Heinrichs Reitertruppe bis hin zur Finkenflucht in Ilfeld und der später abgerissenen Schanze am Eingang ins Ilfelder Tal. Dann wurde über die alte Postkarte mit dem Jagdhaus Zum Auerhahn in der Brandesbach und dem Artikel Das Jagdhaus und Schloß im Südharz spekuliert. Wie weit könnte es hier Zusammenhänge geben? Weitere Recherchen in den Annalen des Fürsten von Stolberg, könnten eventuell hier etwas Licht in die Vergangenheit bringen.
In diesem Zusammenhang schweifte man etwas vom Thema ab. So kam es dann zu einer etwas breiteren Diskussion, über Gemeinsamkeiten der Orte Ilfeld und Niedersachswerfen, dass nicht nur die HSB beide Orte verbindet. Über das Stichwort HSB kam man dann auf die Haltestellen der Region Harztor bis hin zum Birkenmoor und der Selketal Bahn. Hier kam es dann zu der Frage, warum in der Tourismus Werbung die interessanteste Strecke der HSB, das Selketal so vernachlässigt werde? Mit dem Dampfzug von Nordhausen nach Quedlinburg wäre interessanter und vielseitiger als auf den Brocken. Kritisiert wurde der Fahrpreis von Ilfeld zum Netzkater und das hier die Preisbildung mit vom Landkreis NDH einschließlich der Gemeinde Harztor festgelegt wird. Von Ilfeld zum Netzkater 3,50 € sind ein sehr stolzer Preis und Tourismusfreundlich.
Dagegen sind das Selketal Ticket 3 Tage Selketal; NDH – Quedlinburg – NDH für 17.00 € ein Schnäppchen. Weniger ist oftmals sogar mehr!
Hier gleich einmal zwei Termine aus der Vorschau der Harzbahn Post Heft 1/2015. Am Samstag, den 05. 12. Mit dem Dampfzug durch den Harz von Nordhausen nach Quedlinburg und Wernigerode zu den Weihnachtsmärkten. Sonderzüge
Hiernach ging es dann in die Zeit zwischen 1880 und 1900, als es noch keinen Strom und keine Wasserleitung in Ilfeld gab. In die Zeit wo Ilfeld oberhalb der Alten Post endete und unterhalb der Hüttenbereich begann. Damals war die Hauptstraße auch noch nicht gepflastert nur teilweise die Nebenstraßen und Gassen, mit Kesselingen aus dem Steinfeld. Wo bei Regenwetter die Chaussekratzer den Schlamm auf der Straße noch auf Haufen zusammen gekratzt hatten und die Kinder teilweise dann mit Stelzen zur Schule gehen mussten.
Ilfeld war zwar kleiner als Neustadt aber war Kreisflecken und hatte eine große Bedeutung durch die Klosterschule welche mit den großen Schulen des Landes wetteiferte. Dieses prägte das Flecken und seine Entwicklung. Die Bahn der Nordhäuser – Wernigeröder Eisenbahngesellschaft gab es auch noch nicht, dafür gab es sehr viel Ausflugsverkehr mit Pferdekutschen und Wagen. Diese hinterließen jedes Mal eine große Staubwolke auf der Hauptstraße. Um das zu verhindern wurden an solchen Tagen hunderte Eimer Wasser aus dem Hüttengraben auf die Straße geschüttet.
Zu dieser Zeit wurden Schnaps, Fruchtsäfte, Trockenobst bis hin der Schokolade vom Apotheker noch selbst hergestellt. Dieser musste rund um die Uhr erreichbar sein und hatte den halben Kreis Ilfeld und sein Umfeld zu versorgen. Es war viel Selbstversorgung angesagt. Zum Schlachten benötigte man einen riesigen Fleischklotz mit einem sehr großen Wiegemesser um das Fleisch für die Wurst zu zerkleinern. Kühlschränke usw. waren damals auch nicht vorhanden, so musste vieles eingepökelt, geräuchert und an der Luft getrocknet werden.
Es war für alle, ein interessanter Abend mit einem Ausflug in die Vergangenheit. Nur schade, dass von den Lehrern bis heute keiner den Weg zum Museum und zur Heimatgeschichte gefunden hat. Was diese nicht wissen können sie auch nicht weiter geben. Somit geht von der Heimatgeschichte vieles verloren.
Dieser Stammtisch wird am 14. Dezember um 18.30 Uhr im Alten Rathaus in Ilfeld fortgesetzt. Ich freue mich schon jetzt auf Ihr Kommen, um gemeinsam einen interessanten Abend zu erleben.
Mit harzlichen Grüßen und eine schöne Adventszeit
Manfred Kappler
Museum Ilfeld

