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So, 17:10 Uhr
08.11.2015
Forum

Wurden wir schon wieder entmündigt?

Nicht wenige deutsche Patienten mit unheilbaren Krankheiten wurden offensichtlich von den Abgeordneten des Deutschen Bundestages mehr als nur enttäuscht. Die Abgeordneten beschlossen, die gewerbsmäßige Sterbehilfe per Gesetz zu verbieten. Dazu Anmerkungen eines Lesers unserer Online-Zeitungen...


Meiner Meinung nach ist dies ein schwerwiegender Eingriff in das Persönlichkeitsrecht eines deutschen Staatsbürgers.

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Wie kann es sein, dass die Politik über den Wunsch eines schwer an Krankheit und Schmerzen leidenden Menschen sich darüber hinwegsetzt, dass er von seinen Qualen erlöst werden will? Nicht selten passiert es, dass Patienten hochwertige und wirksame Medikamente von der Krankenkasse nicht bezahlt werden, aber dafür minderwertige Medikamente aus Kostengründen angeboten werden.

Unser Staat sollte sich eher gemeinsam mit der Kirche schämen, wenn es um das „Kinderkriegen“ geht. Eine Frau mit ungewollter Schwangerschaft, wird nicht selten bewusst von beiden Genannten auf Entscheidungstermine vertröstet, bis man ihr letztlich sagen kann, dass eine Abtreibung aus Zeitgründen nicht mehr vertretbar ist. Um das geborene Kind kümmern sich später beide Institutionen kaum. Die Frau steht nicht selten mittellos und allein auf weiter Flur.

Die Pflege der alten und kranken Menschen kann meist von den berufstätigen Menschen nicht bewältigt werden, ein Platz im Pflegeheim ist nahezu nicht mehr bezahlbar. Der Staat kürzt die Renten wo immer es geht, die Krankenkassen klagen über Mangel an Geldvorräten, sollten beide nicht eher darüber froh sein, wenn sich unheilbare Patienten wünschen, am Ende ihres Lebens in WÜRDE sterben zu dürfen?

Nach meiner Auffassung lindern schöne Worte des Pfarrers nicht die Qualen, Morphine der Ärzte verzögern den ersehnten Tod oder die herbeigesehnte Erlösung in sinnloser Weise.

Ich habe viele Jahre in einem Pflegeheim gearbeitet. Dabei habe ich erfahren müssen, dass einige Menschen (!) nur noch die Decke des Zimmers anstarrten, ihre Umgebung in keiner Weise mehr wahrnehmen und nicht wussten, ob heute Ostern oder Weihnachten ist. Abgesehen davon, dass sie nicht mehr in der Lage waren, sich zu artikulieren. Doch letztlich sind es Menschen, die gegenüber ihren Angehörigen mal den Wunsch geäußert haben, sich im Alter niemals quälen zu müssen. Doch der Staat nimmt sich das Recht heraus, sich darüber hinwegzusetzen!! Darf er das überhaupt??

Ich möchte hier betonen, das ich nicht von Menschen mit „Honig im Kopf“ spreche, nein – nur von denen, wie oben erwähnt! Die Folge von dem Bundestagsbeschluss ist nun die, dass ich heute auf diesen Artikel gestoßen bin: „In nur einem Tag haben sich Dutzende Deutsche an Schweizer Sterbehelfer gewandt." Wie die "Schweiz am Sonntag" berichtet, wollen sich die Deutschen in der Schweiz zum Sterben anmelden. Nachdem der Deutsche Bundestag am Freitagnachmittag entschieden hatte, die "geschäftsmäßige" Sterbehilfe zu verbieten, gingen die Anfragen bei der Sterbehilfeorganisation Exit ein. Zwei Anrufer wollten gar innerhalb der nächsten Tage die Sterbehilfe beanspruchen.“

Ja, liebe Bundestagsabgeordnete – so ist das Leben eben, Druck erzeugt Gegendruck auch in einer angeblichen Demokratie. So werden wohl demnächst die unheilbaren schwerkranken Patienten nach den Niederlanden und in die Schweiz reisen, um dort in Würde sterben zu dürfen, weil es hier dafür kein Verständnis gibt. Und so ganz nebenbei wird da und dort auch dann noch die deutsche Bestattungspflicht unterwandert werden. War das nun wirklich ein gelungenes Gesetz, was Sie auf den Weg gebracht haben?
J. Kleemann, Nordhausen
Autor: red

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Kommentare
sputnik
08.11.2015, 17.46 Uhr
Ja, wir wurden wieder entmündigt.
Stolz verkündet man, dass es bei dieser Entscheidung im Buindestag keinen Fraktionszwang gegeben habe und die Abgeordenetn nur frei nach ihrem Gewissen entschieden haben. Nun, wer hat uns als mündige Bürger und vor allem auch als Wähler der Herrschaften im Bundestag nach unserem freien Willen und Gewissen gefragt? Die Floskel vom mündigen Bürger ist für mich nur noch eine Farce.

Jeder soll doch selbstbestimmt das Recht haben zu bestimmen wenn für ihn das "Leben" nur noch Leid und Schmerzen sind, ohne Aussicht auf Besserung, dass man den Zeitpunkt der Beendigung dieser "Qualen" selbst bestimmen kann. Sicher ist mir auch bewusst, dass das nicht im Interesse der Intensivmedizin ist, denn mit jedem Patienten wird Geld verdient. Dass da leider das einzelne und persönliche Schicksal auf der Strecke bleibt ist in diesem System nicht einkalkuliert. Der Mensch wird zur "Abrechnungsnummer".
Eric Cartman
08.11.2015, 18.14 Uhr
Da redet ein Blinder über Farbe
"...Morphine der Ärzte verzögern den ersehnten Tod oder die herbeigesehnte Erlösung in sinnloser Weise..."

Blödsinn!
----1
08.11.2015, 20.22 Uhr
Todesfahrt!
das Wort bekommt eine ganz neue Bedeutung. Nicht mal der Tot wird einem gegönnt. Diese Politik ist kaum noch zu ertragen,die Herrschaften sollten mal das Volk entscheiden lassen. Da hat man der Medikamenten Lobby aber wieder ein gefallen getan. Die andere Seite der Medaille ist der Mensch dem dieses Schicksal nun ereilt.

Nicht mal in WÜRDE sterben darf man hier "Pfui" diese Politiker sollten sich schämen. Menschen so zu demütigen halte ich für absolut Verantwortungslos. Aber mit Verantwortungslosigkeit kennen sich ja die Damen und Herren in Berlin bestens aus. Ich sage jetzt lieber nicht was ich diesen Herrschaften von ganzen Herzen Wünsche.

ein hoch auf unsere Versager Politik!
chrissi2685
08.11.2015, 21.02 Uhr
Was?
Was heißt denn hier Blödsinn? Ich habe schon viel leid gesehen. Ich kann es verstehen wenn jemand diese Entscheidung für sich trifft, aus dem Leben zu scheiden bevor alles unerträglich wird. Ich würde für mich auch diesen weg wählen, wenn es keine Chance auf Heilung gäbe und der Leidensweg immer schlimmer wird. Bevor ich nicht mehr ich selbst bin.
Mister X
08.11.2015, 22.48 Uhr
Profit
Kann es sein, dass an diesen Menschen die jeweiligen Einrichtungen viel Geld, verdienen ohne viel dafür tun zu müssen? Man hört ja in den Medien so einiges, man sollte meinen, dass der Profit dieses Gesetz geschrieben hat und nicht die Sorge um todkranke Menschen. Kommen sie bloß nicht mit den Spruch in Menschenwürdiger Art zu sterben, ist es menschenwürdig ein Menschen mit Drogen und sonstigen Schmerzmitteln, unbedingt am Leben zu erhalten, nur weil man daran Geld verdient.
Menschenwürdig wäre es in meinen Augen, wenn man sich dem Willen des todkranken Menschen beugt. Wir sind in Deutschland schon so weit, dass per Gesetz bestimmt wird, wann man sterben darf.
Leser X
09.11.2015, 07.33 Uhr
Und das alles im Namen der Freiheit
Wie frei sind wir denn noch? Unser Leben wird immer mehr reglementiert. Und nun soll sich das auch noch im Prozess des Sterbens fortsetzen? Aber jeden Tag von Freiheit schwätzen...
Franziskus
09.11.2015, 09.50 Uhr
Freiheit
Freiheit muß man sich nehmen und dabei an kein Gesetz anstoßen.
darkmoon
09.11.2015, 10.03 Uhr
2017 sind Wahlen!!!!!!!!!!!!!!!
2017 können wir alle diese Regierung endlich abwählen, die in vielen Dingen versagt hat. Natürlich werden Sie uns wieder vorher "schöne Dinge" versprechen, die sich dann nach der Wahl als Luftblasen entpuppen. Denen geht es nur um Macht und Geld, dass eigene Volk ist denen so was von egal( das betrift rot/grün/schwarz. Und die Linken sind ja die schlimmsten, ich hätte nie gedacht, dass die sich so korrumpieren lassen. Nur Geld und Macht!!!

Und alle anderen Parteien oder Gruppierungen, die sich gegen dieses System stellen, werden als rechtspopulistisch eingestuft, um dem "Wähler 2017" gleich mal Angst zu machen und den Wind aus den Segeln zu nehmen. Unsere Politiker sind so erbärmlich und lassen sich von den Lobbyisten kaufen. Ich schäme mich für diese Leute.
ALSO BÜRGER GEHT 2017 WÄHLEN UND WÄHLT DIESE REGIERUNG AB!!!!!!!!!!!!!!!!!!
NDHler
09.11.2015, 10.57 Uhr
Landtagswahlen 2016
2016 sind schon diverse Landtagswahlen unter anderem im März in Sachsen Anhalt. Insgesamt sind es fünf Landtagswahlen 2016 inkl. Berlin. Nicht ausgeschlossen, dass es nach diesen Wahlen schon zu Neuwahlen im Bundestag kommt. Fragt sich nur welche Alternativen sich zu CDU / CSU positionieren und ob diese auch Lösungen für andere Probleme parat haben, nicht nur für die Flüchtlingskriese. "Deutschland den Deutschen" und Ausländer aus" reichen da nicht aus!
Ickarus
09.11.2015, 13.54 Uhr
Warum "fragt sich nur"?
@NDHler, warum schreiben Sie "fragt sich nur" im Bezug auf die Festlegung auf eine Partei bei einer Wahl?

Ich denke das größte Problem, welches wir bezüglich der Wahlen haben, ist das Desinteresse an einer Wahl überhaupt und den Programmen/Inhalten einer Partei.

Ganz ehrlich, wer studiert vor einer Wahl das Wahlprogramm oder informiert sich an einem Infostand oder sucht den direkten Kontakt zu einem regionalen Parteimitglied um sich über die Partei und auch die Programmen/Inhalte zu informieren?

Wenn dies nämlich gemacht werden würde, dann hätten wir heute keine Regierung aus SPD, Linken und Grünen hier in Thüringen.
NDHler
09.11.2015, 15.37 Uhr
Ickarus
Weil sich jeder der wählen geht genau überlegen sollte wo er seine Stimme macht! Parteien wie NPD oder AFD streben doch eine Landesregierung beispielsweise überhaupt nicht an. Die sehen sich doch nur als so genannte „Protestpartei“. Jedenfalls sehe ich von NPD Plakaten, egal zu welcher Wahl, immer nur dieselben abgedroschenen Sprüche! Was bringt es denn aber eine solche Partei zu wählen, am Ende habe ich dann RRG weil die nämliche ihre Genbossen so gebrieft haben, dass da alle wählen gehen. Der Protest geht nach hinten los!
Ickarus
09.11.2015, 17.03 Uhr
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