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Fr, 22:29 Uhr
06.11.2015
Bündnis gegen Rechtsextremismus

Dem 9. November angemessen gedenken

Am kommenden Montag jährt sich die Reichspogromnacht zum 77. mal. Und vorraussichtlich wird es etwas anders ablaufen als die vergangenen Jahre. Die Stadt will neue Formen des Gedenkens ausprobieren und eine andere Gruppierung will demonstrieren gehen. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus hat jetzt angekündigt darauf "angemessen" zu reagieren...

Der 9. November wird oft als "Schicksalstag der Deutschen" bezeichnet. An diesem Tag fiel 1989 die Berliner Mauer, begann 1918 die Novemberrevolution oder fand 1923 der Hitler-Ludendorff-Putsch in München statt. Die Ereignisse des um den 9. November 1938 stellen jedoch alle anderen Daten in ihren Schatten.

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Vom 7. bis 13. November dieses Jahres tobten die Novemberpogrome in Deutschland, die ihren traurigen Höhepunkt in der Nacht vom 9. auf den 10., der sogenannten Reichspogromacht fanden. Deutschlandweit wurden jüdische Geschäfte zerstört, brannten Synagogen und wurden Menschen jüdischen Glaubens attackiert. Allein für die Pogromnacht gehen Historiker von 400 Toten aus. Ca. 30.000 Menschen wurden inhaftiert und deportiert und viele davon wurden in der Folge in den Konzentrationslagern ermordet. Der 9. November 1938 kann somit als Start der systematischen Ermordung von Millionen von Juden in Deutschland und Europa angesehen werden.

Dieser Tag ist ist für uns ein Tag des Gedenkens und der Mahnung. Wir erinnern uns an die Menschen, die vor 77 Jahren und in der Folge den Tod durch eine mörderische Ideologie fanden. Wir nehmen deshalb mit Abscheu zur Kenntnis, dass eine rassistische Gruppierung mit tiefen Verstrickungen ins rechtsextreme Milieu, diesen Tag nutzt, um erneut ihre rassistische Ideologie auf die Straßen Nordhausens zu tragen.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus wird auf diese Provokation angemessen reagieren. Nicht durch Gegenprotest, sondern durch Teilnahme an der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadtverwaltung. Das Gedenken an die Opfer und die Mahnung an die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes steht für uns an diesem Tag im Vordergrund.
Autor: red

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Kommentare
Leser1
07.11.2015, 07:53 Uhr
Gedenkdemo zum 9. November für mehr Menschlichkeit
Demonstrieren gehen für Menschlichkeit und dann selber die Flüchtlinge in Nordhausen in Massenunterkünfte stecken, weils billiger ist als die freien Wohnungen. In Gotha kommen sogar 500 Flüchtlinge in einen Baumarkt.
henry12
07.11.2015, 09:46 Uhr
Unser aller Gedenken
Ja, so sind sie, unsere guten Gedenkfolkloristen.
Hoffentlich werden nicht wieder die Kinder für Mahnwachen missbraucht. Irgendwie ist das wie
mit dem Ablasshandel. In der Gegenwart wird
ungebremst Mist gebaut und dafür mit Schuldkult
und ewiger Betroffenheit gegen gerechnet.
Wolfi65
07.11.2015, 11:43 Uhr
Auf den Betrachtungswinkel kommt es an
Was vor 77 Jahren passiert ist, können doch wohl die Wenigsten noch nachvollziehen. Deshalb sollte man an das Ende des Realen Sozialismus in der DDR vor 26 Jahren gedenken. Da sich aber die reale Marktwirtschaft in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, fällt es mittlerweile vielen schwer, auch diesem Datum zu gedenken.

Leere Versprechungen von Freiheit, Demokratie und Mitbestimmung im vereinten Deutschland, haben ihre Spuren in den Köpfen der ehemaligen DDR Bürger hinterlassen.
Andreas Dittmar
07.11.2015, 17:12 Uhr
Fragen
Wer genau ist eigentlich gemeint mit Zitat : "rassistische Gruppierung mit tiefen Verstrickungen ins rechtsextreme Milieu, diesen Tag nutzt, um erneut ihre rassistische Ideologie auf die Straßen Nordhausens zu tragen." Geht das gegen die Menschen, die gegen völlig verfehlte Asylpolitk auf die Straße gehen, die sich wehren, das man den Kindern Schulen und Turnhallen wegnimmt und Menschen in Massenunterkünfte steckt ? Die einfach Angst haben vor den jetzigen Zuständen in diesem Land und von der Politik nur Worthülsen, Phrasen und falsche Beschwichtigungen als Antworten bekommen ? Die Situation ist doch mehr als außer Kontrolle. Vorgänge wie in Spielfeld, Passau, Freilassing, Suhl, Mühlhausen geben doch zu denken auch an einem 9. November.
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