Mo, 15:01 Uhr
31.08.2015
Thüringer Wirtschaft integriert Flüchtlinge
Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen
Vom 1. März bis 31. August 2015 testete die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt in einem Pilotprojekt die Prozessabläufe zur Integration von Flüchtlingen in die Wirtschaft...
Über ein neu gegründetes Vocational Training Center (VTC) – Berufsbildungszentrum – für Flüchtlinge wurden 42 Personen begleitet und innerhalb dieser kurzen Zeit bereits 12 ausländische Fachkräfte in Ausbildung, Arbeit oder ein Praktikum vermittelt.
Mit diesem Projekt begleiten und unterstützen wir junge Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Berufsausbildung, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Hierfür hätte die Kammer ein Netzwerk mit den zuständigen Institutionen und Behörden aufgebaut.
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse stimmen uns sehr zuversichtlich. 42 Flüchtlinge suchten die IHK bisher für eine Beratung zur Ausbildung oder Berufsanerkennung auf. Diese stammten hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien und Eritrea aber auch aus dem Iran, Libanon und Somalia. Die 31 Männer und 11 Frauen waren überwiegend zwischen 16 und 25 Jahre alt, fasst Grusser zusammen.
Der Erfolg des Projektes zeige, dass die regionale Wirtschaft ihrer sozialen Verantwortung gerecht werde. So könnten Menschen, die unter extrem schwierigen Umständen ihr Land verlassen mussten, in die Gesellschaft integriert und ihnen eine neue Heimat sowie berufliche Perspektive geboten werden. Mit Beendigung der Pilotphase nahmen acht Jugendliche eine Ausbildung auf, zwei wurden in eine Beschäftigung und zwei in ein betriebliches Praktikum vermittelt. Neun Flüchtlinge erhielten Kontaktadressen von interessierten Betrieben, alle weiteren zumindest einen Fahrplan zur kurzfristigen Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt des Freistaats, zieht der IHK-Chef ein positives Fazit.
So erlerne ein junger Mann aus Afghanistan ab September in der Sparkasse Mittelthüringen den Beruf eines Kaufmanns für Büromanagement, eine junge Frau aus dem Iran werde bei der KoWo in Erfurt zur Immobilienkauffrau ausgebildet und ein Flüchtling aus Syrien im Erfurter Schuhaus Zumnorde zur Kauffrau im Einzelhandel.
Ein Asylbewerber aus Eritrea habe eine Beschäftigung als Koch bei einer Cateringfirma in Gotha, ein Tunesier als Elektroniker bei KNV Logistik in Erfurt aufgenommen und das Bundesarbeitsgericht bot einen Praktikumsplatz für einen afghanischen Jugendlichen mit der Perspektive zur Ausbildung als Informatiker.
Die sechsmonatige Projektlaufzeit diente als Test verschiedener Varianten einer zügigen Integration ausländischer Jugendlicher in die Wirtschaft, so Grusser. Die Aufnahmebereitschaft der Betriebe sei überwältigend. Jede zweite ausbildende Firma hätte signalisiert, junge Flüchtlinge in eine Lehre aufzunehmen.
Das bisher allein von den Betrieben der IHK Erfurt finanzierte Pilotprojekt zeige die Potentiale auf, die zur Integration von Flüchtlingen vorhanden seien. Nun wäre die Thüringer Landesregierung gefragt: Aus den gewonnenen Erfahrungen haben wir mit dem zuständigen Sozialministerium ein thüringenweites Konzept erarbeitet, auf dessen Grundlage die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern im gesamten Freistaat die Eingliederung von Asylbewerbern koordinieren und umsetzen. Jährlich könnten darüber rund 900 Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden, schätzt Grusser ein. Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner müsse jetzt die Landesrichtlinie Arbeit für Thüringen gezielt anwenden, damit das Angebot der regionalen Wirtschaft schnellstmöglich den Flüchtlingen zugutekommt.
Autor: redÜber ein neu gegründetes Vocational Training Center (VTC) – Berufsbildungszentrum – für Flüchtlinge wurden 42 Personen begleitet und innerhalb dieser kurzen Zeit bereits 12 ausländische Fachkräfte in Ausbildung, Arbeit oder ein Praktikum vermittelt.
Mit diesem Projekt begleiten und unterstützen wir junge Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Berufsausbildung, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Hierfür hätte die Kammer ein Netzwerk mit den zuständigen Institutionen und Behörden aufgebaut.
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse stimmen uns sehr zuversichtlich. 42 Flüchtlinge suchten die IHK bisher für eine Beratung zur Ausbildung oder Berufsanerkennung auf. Diese stammten hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien und Eritrea aber auch aus dem Iran, Libanon und Somalia. Die 31 Männer und 11 Frauen waren überwiegend zwischen 16 und 25 Jahre alt, fasst Grusser zusammen.
Der Erfolg des Projektes zeige, dass die regionale Wirtschaft ihrer sozialen Verantwortung gerecht werde. So könnten Menschen, die unter extrem schwierigen Umständen ihr Land verlassen mussten, in die Gesellschaft integriert und ihnen eine neue Heimat sowie berufliche Perspektive geboten werden. Mit Beendigung der Pilotphase nahmen acht Jugendliche eine Ausbildung auf, zwei wurden in eine Beschäftigung und zwei in ein betriebliches Praktikum vermittelt. Neun Flüchtlinge erhielten Kontaktadressen von interessierten Betrieben, alle weiteren zumindest einen Fahrplan zur kurzfristigen Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt des Freistaats, zieht der IHK-Chef ein positives Fazit.
So erlerne ein junger Mann aus Afghanistan ab September in der Sparkasse Mittelthüringen den Beruf eines Kaufmanns für Büromanagement, eine junge Frau aus dem Iran werde bei der KoWo in Erfurt zur Immobilienkauffrau ausgebildet und ein Flüchtling aus Syrien im Erfurter Schuhaus Zumnorde zur Kauffrau im Einzelhandel.
Ein Asylbewerber aus Eritrea habe eine Beschäftigung als Koch bei einer Cateringfirma in Gotha, ein Tunesier als Elektroniker bei KNV Logistik in Erfurt aufgenommen und das Bundesarbeitsgericht bot einen Praktikumsplatz für einen afghanischen Jugendlichen mit der Perspektive zur Ausbildung als Informatiker.
Die sechsmonatige Projektlaufzeit diente als Test verschiedener Varianten einer zügigen Integration ausländischer Jugendlicher in die Wirtschaft, so Grusser. Die Aufnahmebereitschaft der Betriebe sei überwältigend. Jede zweite ausbildende Firma hätte signalisiert, junge Flüchtlinge in eine Lehre aufzunehmen.
Das bisher allein von den Betrieben der IHK Erfurt finanzierte Pilotprojekt zeige die Potentiale auf, die zur Integration von Flüchtlingen vorhanden seien. Nun wäre die Thüringer Landesregierung gefragt: Aus den gewonnenen Erfahrungen haben wir mit dem zuständigen Sozialministerium ein thüringenweites Konzept erarbeitet, auf dessen Grundlage die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern im gesamten Freistaat die Eingliederung von Asylbewerbern koordinieren und umsetzen. Jährlich könnten darüber rund 900 Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden, schätzt Grusser ein. Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner müsse jetzt die Landesrichtlinie Arbeit für Thüringen gezielt anwenden, damit das Angebot der regionalen Wirtschaft schnellstmöglich den Flüchtlingen zugutekommt.


