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Mi, 13:28 Uhr
15.07.2015
Händler kritisieren Pläne der Stadt

Parkplätze freigeben, "Badewannen" abschaffen

Vorgestern suchte Oberbürgermeister Zeh das Gespräch mit den Händlern der östlichen Kranichstraße. Denen seien die Pflanzkübel vor ihren Geschäften "ein Dorn im Auge". Mit dem, was von Seiten der Stadt als Ergebnis der Unterredung präsentiert wurde sind die Händler aber alles andere als zufrieden...

Die Badewannen sollen weg - stellvertretend für die Händler der Kranichstraße sprachen Ilona Harthaus, Ronald Kötz und Manuela Kratz (Foto: Angelo Glashagel) Die Badewannen sollen weg - stellvertretend für die Händler der Kranichstraße sprachen Ilona Harthaus, Ronald Kötz und Manuela Kratz (Foto: Angelo Glashagel)

Das Stadtentwicklungsamt solle prüfen, ob die Pflanzkübel in der Kranichstraße weiter Richtung Straße verschoben werden könnten, hieß es in der Pressemitteilung der Stadt. So solle mehr Platz auf dem Gehweg für Fußgänger geschaffen werden.

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So weit, so gut, auf zu neuen Aufgaben? Mitnichten. Denn obwohl die ansässigen Händler sich tatsächlich mehr Platz auf dem Gehweg für ihre Kunden wünschen, wollen sie nicht, dass die Kübel einfach ein Stück verschoben werden. Die "Badewannen" sollen ganz verschwinden. Das habe man auch im Gespräch mit Herrn Zeh deutlich gemacht.

Davon abgesehen das sie der Laufkundschaft zumindest auf Teilen des Gehweges zu wenig Raum lassen würde, insbesondere im Bereich der Treppen, seien sie auch unansehnlich und würden die Sicht auf die Geschäfte versperren, erklärten die Händler. Man habe sich bereits vor gut einem Jahr beschwert, als die Kübel aufgestellt wurden. Das Bauamt habe damals beschwichtigt und darauf hingewiesen, das die ursprünglich geplanten Pflanzschalen noch größer ausgefallen wären, man den Händlern also schon entgegen gekommen sei.

Doch die Kübel sind nicht das einzige Problem, das die Händler verärgert. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten und der Freigabe der Straße an der Engelsburg sind auch die Kurzzeitparkplätze vor den Geschäften in der Kranichstraße weggefallen.

Als man die Pflanzschalen im August vergangenen Jahres vor die Nase gesetzt bekam, da versichterte das Bauamt, die Händler müssten sich keine Sorgen machen, die Parkplätze würden erhalten bleiben.

Das die Plätze nun doch Geschichte sind, dahinter vermuten die Händler verschiedene Motive: zum einen wolle man wohl das Parkhaus voll haben, wofür man auch Verständnis hätte. Den eigenen Kunden würde man die Parkhausgebühr von 50 Cent sogar erstatten. Das Problem sei aber, dass diese Parkmöglichkeiten nicht vernünftig ausgeschildert seien, zumindest nicht wenn man aus Richtung Kornmarkt kommt.

Ein zweites Motiv, so wird unter den Händlern vermutet, könnte sein, dass sich mit dem Verbot der Parkmöglichkeit das Stadtsäckel gut füllen lasse. Zum Teil mehrmals am Tag würde jetzt nach Falschparkern Ausschau gehalten und entsprechend Knöllchen verteilt werden, ein Händler will das Ordnungsamt sieben mal an einem Tag in der Kranichstraße bei der Arbeit beobachtet haben.

Wenn aber pöbelnde Personen auf den Bänken vor den Geschäften die Kundschaft vergraulten, dann würde nicht viel geschehen, beschwerte sich Manuela Kratz vom CoCo.

Neue Parkplätze an der Engelsburg - der kürzeste Weg ist der beliebteste, trotz Verboten und Einschränkungen (Foto: Angelo Glashagel) Neue Parkplätze an der Engelsburg - der kürzeste Weg ist der beliebteste, trotz Verboten und Einschränkungen (Foto: Angelo Glashagel)

An der Engelsburg gibt es neue Parkplätze, die hätten sich aber noch nicht etabliert, meinte Ilona Harthaus vom Spielzeugland, und das man in der Kranichstraße nicht mehr halten könne, sei für die Kunden nicht ersichtlich.

Der Mensch ist ein Herdentier, könnte man sagen und, seien wir ehrlich, noch dazu oft ziemlich faul. Der kürzeste Weg zum Geschäft der Wahl ist der beliebteste. Sieht man also ein Fahrzeug am Straßenrand parken, wird sich bald ein weiteres hinzugesellen und dann noch eins, und ein weiteres und so weiter.

In der Kranichstraße wird weiter "wild" geparkt werden, Kübel hin oder her. Die Händler sehen in den "Badewannen" wie auch den verlorenen Parkplätzen einen Standortnachteil und klagen darüber das ihnen die Kundschaft fehtl. Ihrem Ärger haben sie einmal mehr Luft gemacht, der Ball liegt jetzt wieder im Feld der Stadtverwaltung.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
gosalianer
15.07.2015, 15:25 Uhr
Ist das so wichtig?!?
Nicht ausreichend Platz für Fußgänger? Ich sehe 3 Personen, die problemlos nebeneinander passen. Das ist Nordhausen, nicht die Königsallee in Düsseldorf.

Fehlender Umsatz weil die Sicht versperrt wird? Vielleicht liegt es auch einfach an der eigenen Ramschbude, die schlecht läuft und nicht an irgendwelchen Blumenkübeln. Fragt mal den Tabakhändler an der Ecke ob er Umsatzprobleme wegen den Kübeln hat?!? Ich glaube eher nicht...

Ja, die Dinger sind Geschmacksache. Ja, die Parkplätze sind eng und ein 2 Tonnen SUV wird es schwer haben einzuparken, aber muss man dafür extra wieder Gelder verschwenden?
Pressesprecher Stadt Nordhausen
15.07.2015, 18:43 Uhr
Preisgericht hat zu Kranichstrasse entschieden
Zu den Pflanzgefäßen:
 
Eine Entfernung der Pflanzgefäße ist ausgeschlossen. Das Konzept  für die Neugestaltung dieses Innenstadtbereichs wurde ausführlich diskutiert und beraten, ein Preisgericht hat den umgesetzten Entwurf ausgewählt. Der Stadtrat hat anschließend ebenfalls darüber beschlossen.
 
Zu diesem Entwurf gehörte auch die Begrünung der Kranichstraße. Baumpflanzungen waren ausgeschlossen aufgrund von Leitungen im Untergrund. Deshalb wurde die Schalen-Lösung beschlossen.  Wie erwähnt: Den Hinweisen der Händler mit Blick auf die durch Pflanzschalen entstehenden Engstellen soll nachgekommen werden durch die Prüfung der Versetzung der Schalen in Richtung Straße.
 
Zur Problematik der Parkplätze:
 
Sie haben Recht: Aus der nnz-Meldung vom August des Vorjahres kann man ableiten, dass die Kurzzeitparkplätze dauerhaft erhalten bleiben.
 
Allerdings muss beachtet werden, in welchem zeitlichen Zusammenhang die damalige Aussage stand: Sie bezog sich auf die Zeit der Bauarbeiten. Damals gab es die Kurzzeitparkplätze an der Engelsburg noch nicht, die in der Vorwoche frei gegeben wurden.
Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen
nemoi
16.07.2015, 10:00 Uhr
wildparkende SUV & co in der kranichstrasse
das problem mit den parkmöglichkeiten in der kranichstrasse ist das eine....
andererseits parken im parkverbot dort doch nur vorwiegend die dicken fetten autos, von den leuten sie glauben sich auf grund ihrer automarke alles erlauben zu können.
da wird schon mal der dicke benz oder bmw halb auf der fahrbahn abgestellt und somit andere verkehrsteilnehmer regelrecht genötigt die sperrlinie in den gegenverkehr zu überfahren....

wäre doch eine wirklich lohnende sache dort noch intensiver zu kontrollieren....

parkmöglichkeiten in diesem bereich sind aus meiner sich total unangebracht.

also die ungeliebten badewannen etwas mehr zur strasse und viele probleme lösen sich so fast von allein......................
Paulinchen
16.07.2015, 10:51 Uhr
Ja wenn der Nordhäuser nicht…
…mit dem Auto bis an die Kneipentheke fahren kann, dann geht er halt nicht in die Kneipe.

Ich finde, es ist schon eine Katastrophe, dass Nordhausen nicht eine Straße hat, durch die nicht die Autos, Fahrräder oder gar die Straßenbahn fahren. Vor wenigen Tagen war ich in der „Fußgängerzone“ der Bahnhofstraße. Dort parkten mal eben „nur“ NEUN (!) Fahrzeuge, einige andere konnte man vom Bahnhof aus durchfahren sehen in Richtung Rautenstraße. Ja und die Radfahrer, die klingeln und drängen die Fußgänger mit hohem Tempo zur Seite.

Dabei konnte man den Eindruck gewinnen, dass dieser Bereich der Stadt ein gesetzloser sein muss, denn weder die Mitarbeiter des Ordnungsamtes noch die Polizei waren zu sehen. Die Polizei soll ja für den rollenden Verkehr zuständig sein – oder?

Nun zur Kranichstraße:
Für die gehfaulen Kunden bieten die Parkhäuser in der Marktpassage und im Protzbau der Stadt Nordhausen, hinter dem Rathaus, ausreichend Parkmöglichkeiten. Auch in der Engelsburg, Rautenstraße und Weberstraße bestehen ausreichend Parkmöglichkeiten. Alle befinden sich in einem Umkreis von max. 500 m zum neuen Zentrum der Stadt. Deshalb verstehe ich die ganze Aufregung nicht! Schauen Sie bitte mal über den Tellerrand und benennen Sie mal eine Stadt, die so viele Parkmöglichkeiten, für so wenige Geschäfte bereit hält wie Nordhausen!

Frei nach dem Motto: „Jeder Gang macht schlank“, weg mit den Parkmöglichkeiten in der Kranichstraße und endlich her mit einer Zone, in der man sich als Fußgänger nicht durch parkende Autos zwängen muss und für den rollenden Verkehr noch eine ausreichende Weitsicht zur Verfügung hat. Liebe Nordhäuser – wann haben Sie das letzte Mal in Berlin, auf (!) dem Alexanderplatz, Ihr Auto geparkt?

Lassen wir uns doch überraschen, wie unseren Stadtverantwortlichen die Neugestaltung des Platzes vor der Kirche gelingt. Vielleicht bekommen wir ja doch ein recht ansehnliches neues Stadtzentrum durch welches wir demnächst gern flanieren können, ohne dass uns die Radfahrer dabei über den Haufen fahren und uns parkende Autos die Sicht auf die schön dekorierten Schaufenster versperren.

Da fällt mir noch ein, liebe Händler in der Kranichstraße, schauen Sie mal nach Goslar. Dort haben die Händler sich zusammen geschlossen und lochen die Parkkarten vom Parkhaus ihrer Kundschaft, der dann ein Bonus am Kassenautomaten verrechnet wird. Einige ziehen den Bonus aber auch schon gleich vom Warenwert ab. Ach ja- die pöbelnden Menschen auf den Bänken gibt es übrigens auch im Bereich zwischen der Weberstraße und Töpferstraße. Dort finden sich die Pöbelnden nahezu täglich auf mehrere Bierchen. Deren Zigarettenkippen um diesen Bereich herum, sprechen für sich!! Kann man diesen Personen nicht mal ein Knöllchen in die Tasche stecken, liebes Ordnungsamt?
altmeister
16.07.2015, 11:30 Uhr
Parken
Klar, Jeder ist bequem, irgendwo.
Aber, in der Kranichstraße gibt es keine Parkplatznot, es sind genügend Parkplätze im Umkreis vorhanden.
Egal, ob ich in z.B. Erfurt, Leipzig, Wernigerode bin, parken ist in den Zentren meist nur sehr eingeschränkt möglich, wenn dann meist in Parkhäusern. So dringend kann kein Einkauf sein, dass ich nicht auch mal ein paar Schritte zu Fuß gehen kann.
Das hat allerdings nichts mit meiner Meinung zu den Betonklötzen zu tun, die sind noch immer hässlich, auch wenn ein Preisgericht hier entschieden hat. Das gleiche Problem wird am Blasiikirchplatz kommen, wurde da auch von nicht dort Lebenden ein Projekt auf den Thron gehoben. Aber, vielleicht ist unsere Stadtregierung doch noch lernfähig und nimmt die Bürger noch in die Gestaltungsplanung dazu? Wir haben wirklich mit den Bauten der letzten Jahre genug Diskussionen, weil die Stadtoberen am Bürger vorbei Millionen verbraucht haben. Da helfen auch sonst welche gewonnenen Preise nichts, wir müssen jeden Tag damit leben und dafür Steuern zahlen!
Und, was keiner gesagt hat, früher oder später sind auch diese Neubauten alt und für sehr viel Geld zu renovieren. Da gibt es dann keine Fördermittel mehr.
Altstadtbewohner
16.07.2015, 12:43 Uhr
Ist schon gut so
Da parkende Autos oft zu dicht an der Strasse standen mussten größere Fahrzeuge wie Bus oder LKW ein Stück auf die Gegenfahrbahn.
Das beeinträchtigt den fließenden Verkehr der durch die komische Kreisel-/Zebrastreifenanordnung eh schon beeinträchtigt ist.
Kann mir jemand evtl sagen wozu die Inseln mitten auf der Strasse dienen?
Steh da auf den Schlauch und seh den Sinn dahinter nicht.
muendh
23.07.2015, 18:25 Uhr
Ich habe da eine Idee ...
... die Badewannen könnten doch einen halben Meter näher zum Strassenrand geschoben werden. Da hätten die Fußgänger mehr Platz und es würden keine Autos mehr parken können die die Sicht auf die Geschäfte verhindern.

Parken ist ja jetzt schon nicht nicht mehr erlaubt.

Das Ordnungsamt würde entlastet und die Nörgler würden zufrieden gestellt.

Und Blümchen würden weiter das Strassenbild beleben.

Allen einen schönen Tag noch.

muendh
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