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Di, 20:12 Uhr
21.04.2015

nnz-Betrachtung: Macht das Licht aus!

Groß waren die Hoffnungen, dass es für den Albert-Kuntz-Sportpark eine Flutlichtanlage geben könnte. Alle schienen an einem Strang zu ziehen: Der Verband, der Verein und die Stadt. Doch letztere ist wohl dafür zuständig, dass das Licht ausgeschaltet wird, ehe eine Anlage installiert ist...


Heute tagte im Nordhäuser Rathaus die Arbeitsgruppe zum Albert-Kuntz-Sportpark. Wer da konkrete Ergebnisse erwartet hatte, der kennt sich im Nordhäuser Rathaus überhaupt nicht aus.

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"Die Umsetzung der Auflagen zum Verbleib in der Regionalliga standen im Mittelpunkt der Beratung", ließ der Pressesprecher der Verwaltung verlauten. Man wolle eine gemeinsame Lösung mit dem Land suchen, damit Wellenbrecher im Gästeblock und Flutlicht angeschafft werden können. Auch wolle man einen Antrag auf Fördermittel beim Land stellen und einen Baubeginn vor der Ausreichung der Fördermittel beantragen.

Soweit das Ergebnis der Arbeitsgruppentagung. Aufmerksame Leser stellen sich die Frage, ob es sich um eine alte oder eine uralte Pressemitteilung handele. Nein, Sie werden es nicht glauben, die ist mal gerade ein paar Stunden jung. Was also hat sich bislang getan? Nichts. es ist dieses Nichts, das alle Beteiligten außerhalb der Rathausmauern zur Verzweiflung treibt.

Es sind immer und immer wieder die gleichen Plattitüden und Beschwichtigungen. Und es ist das Empören über das Vorprellen des Wacker-Präsidiums, die Vorfinanzierung der Flutlichtanlage selbst zu übernehmen, also in Vorleistung zu gehen. Und dabei echauffiert man sich, dass sich Wacker-Präsident Nico Kleofas erdreistet, die Firma für den Aufbau der Anlage selbst auszusuchen. Das würde vielleicht einige Stunden und einige Telefonate dauern. In der entscheidungsfreudigen Stadt eine Aufgabe von Wochen, wenn nicht sogar Monaten. Im Klartext: Das Präsidium von Wacker Nordhausen schafft 200.000 Euro an zusätzlichen Sponsorengeldern heran, geht in Vorleistung, um am 1. Juli die Flutlichtanlage zu haben.

Sicher, man soll auch die Position der Stadtverwaltung und des Stadtrates verstehen. Zumindest dann, wenn da mal ehrliche Ansagen kommen würden. Zum Beispiel wie einst - Anfang dieses Jahrtausends von Frau Rinke - "wir sind pleite!" Denn finanzieren kann dieses städtische Gemeinwesen nichts mehr, nur noch genüsslich verwalten. Und dabei ist es egal, ob es einen Haushalt gibt oder nicht. Nicht nur Wacker wird dabei den Bach runtergehen. Auch Straßen werden gesperrt, noch mehr Brücken für baufällig erklärt.

Doch es gibt da im Nordhäuser Stadtrat auch Kämpfer für die Kultur. Zum Beispiel die Mitglieder des Kulturausschusses, die sich "trotz der Verpflichtung zur Konsolidierung, sowohl eine Absicherung der Jugendkunstschule, der kulturellen Aktivitäten in den Ortsteilen, als auch eine Basisunterstützung für weitere kulturelle Aktivitäten" einstimmig wünschen.

Ja, da klopft das Herz der Hochkultur, mal den Jazzclub mit eingeschlossen, denn immerhin ist Hans-Georg Müller ja der Ausschussvorsitzende und Hannelore Haase glücklicherweise die zuständige Dezernentin. Das wird dann schon funktionieren und aus der Null hinter Zuschuss für Jugendkunstschule wird dann mindestens eine fünfstellige Zahl vermutet.

So einfach ist das im politischen Leben, wenn der entsprechende Verein eine Lobby hat, dann muss zum Beispiel seit Jahren für die Domstraße nicht einmal Miete gezahlt werden.

Und genau solch eine Lobby fehlt dem Fußball in Nordhausen. Kein Wunder, denn Hochkultur wird im Albert-Kuntz-Sportpark nicht gegeben, das ist eher Vergnügen für das gemeine Volk. Geht doch auch in der Thüringen-Liga - ohne Flutlicht.

Vielleicht wird es an der Zeit, dass die Verwalter dieses Gemeinwesens endlich Klartext reden. Endlich sagen, was wir uns noch leisten oder gönnen können und was nicht. Gespannt bin ich nur, wie Rathaus und Stadtverwaltung aus dem anstehenden Sanierungsdrama um das Theater herauskommen? Das müsste grundlegend für einen zweistelligen Millionenbetrag saniert werden. Aber vielleicht werden dafür nur noch drei bis vier Straßen in Nordhausen befahrbar sein und über Brücken werden Seilzüge angebracht.

Für den hochklassigen Fußball, der in den vergangenen Jahren Nordhausen über die Kreisgrenzen hinaus bekannt gemacht hat wie keine andere Sportart, für den gibt es nur eine Chance: Sponsoren und jede Menge privates Geld. Warum auch soll das mit der Gemeinsamkeit in Nordhausen funktionieren, was in Bautzen, Meuselwitz oder in Kleinkleckersdorf funktioniert?

Ganz einfach, weil dort die Politik klare Ansagen macht, Prioritäten setzt. In Nordhausen haben dafür die Lobbyisten das Sagen - im Rathaus und im Stadtrat. In beiden Gremien hatte der Fußball nie wirklich eine Lobby.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
andreas66
21.04.2015, 20:37 Uhr
Langsam finde...
ich das Rumgeiere der Stadtverwaltung zum Brechen und Kotzen. Wacker ist gut beraten wenn sie den Stadionumbau unter eigener Regie durchführt. Hab mir eben die Arbeit gemacht, auf den jeweiligen Homepages die Stadien von Meuselwitz, Auerhahn und Plan angeschaut. Schöne schicke kleine Arenen. Das müsste doch auch in Nordhausen zu packen sein.
NDHler
21.04.2015, 20:56 Uhr
Der AKS ist ja nur ein Beispiel!
Straßen, Brücken, Theater, oder die Feuerwache sind weitere. Selbst beim Haushalt kommt man nicht so recht voran. Und sich bietende Möglichkeiten bleiben ungenutzt. Für die Feuerwache steht ein privater Investor in den Startlöchern, die Art der Haushaltsführung welche Nordhausen so schlecht dastehen lässt ist in Thüringen fast einmalig, eine Privatisierung des Klinikums wird nicht einmal diskutiert, gleiches gilt für die Straßenbahn, Busse wären wirtschaftlicher und auch flexibler einsetzbar …! Es wurde in der Vergangenheit immer von schmerzhaften Einschnitten und Entscheidungen gesprochen, selbst da kommt nichts! Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis einige eingefleischte CDU Wähler die vom OB maßlos enttäuscht sind.
Im Rathaus wird verwaltet und nicht gestaltet!
Respekt an die Wacker Verantwortlichen. Auf Dauer wird es nur mit privaten Mitteln gehen solange Zeh OB ist! Ich sehe noch das Bild vor mir als der Bodo im AKS war. Die Anlage gezeigt hat ihm nicht der Hausherr des AKS, also der OB, sondern Wacker Präsident Kleofas. Zeh lief einige Meter hinterher als ginge ihm das alles nichts an. Zeh macht als OB in Nordhausen da weiter, wo er als Landtagsabgeordneter und Minister im Thüringer Landtag aufgehört hat. Schwach!
Zukunft
21.04.2015, 21:45 Uhr
Fakten benennen
Das die Stadt jetzt fast handlungsunfähig ist, ist doch der Politik zu SPD - Zeiten geschuldet und dem damaligen Stadtrat, der allen Vorlagen der Verwaltung zugestimmt hat. Die Stadt hat sich finanziell verhoben und nur in Prestigeprojekte investiert und nichts fuer die Unterhaltung getan. Das ist doch jetzt nicht alles aufzuholen. Aber irgendwelche Einsichten von den Stadträten sind nicht zu erkennen. Eher unter dem Motto "weiter so". Mit dem Verstehen und dem Begreifen ist das so eine Sache.
Horst Schneider
21.04.2015, 22:56 Uhr
Warum?
In einem Punkt ist dem Autor sicher recht zu geben:
Die Stadt soll klipp und klar sagen, dass es für Wacker nicht noch mehr Geld gibt, was übrigens auch richtig so ist.
Dieses Hinhalten der Politiker ist einfach widerwillig. Aber vor der Wahl ist das ja bekanntlich normal...

Sonst kann ich diese ganzen Forderungen von Wacker immer nicht verstehen und auch die Forderungen der ganzen Fans entbehren jeglicher Grundlage.
Halten wir doch mal ganz nüchtern fest, was Wacker eigentlich ist und was aus Wacker auch von den Journalisten hier gemacht wird:
1. Wacker erhält bisher schon eine hohe 6-stellige Summe für den fast ausnahmslos von ihnen genutzten AKS
2. Die komplette Mannschaft sowie das Trainerteam besteht aus nicht einheimischen Fussballern, die NUR in Nordhausen sind, weil es hier für Regionalligaverhältnisse viel Geld gibt - aus keinem anderen Grund!
3. Das Argument, dass Wacker die Stadt Nordhausen überregional bekannt macht! Was ist das bitte für ein Argument? Welche Vorteile hat die Stadt dadurch? Hochgerechnet sicher überhaupt keine bis sehr wenige. Welche auch? Bitte belegen Sie das mit einer Kosten-Nutzen-Rechnung liebe Befürworter!
4. Für gewöhnlich kommen ca. 500-700 Zuschauer (nicht Top-Spiele) zu den Spielen, was ca. 1-2% aller Nordhäuser entspricht.

Das sind nur ein paar wenige Fakten, die gegen ein Engagement der Stadt sprechen.
Warum soll die Stadt einen Verein unterstützen, bei dem alle Personen durch den bisherigen Aufstieg in die Regionalliga finanziell profitieren, außer die Stadt selber?
Auch mit Hinblick auf das geringe Interesse der Bevölkerung an den Spielen von Wacker ist es nicht vernünftig darstellbar, warum einem Verein, dessen Angestellte durch Fussballspielen Geld verdienen, noch mehr Geld gegeben werden muss, damit im Endeffekt dessen Angestellte noch mehr Geld (durch z. B. Aufstieg) verdienen können!?

Wer ein neues Stadion oder Flutlicht will, muss es natürlich auch selber bezahlen.
Vielleicht sollte man auch mal über den Tellerrand gucken, wie es bei anderen kleineren Vereinen im Kreis läuft - hier müssen viele Vereine selbst den Strom und das Gas bezahlen.
Und wenn ein Rasentraktor kaputt ist, muss der auch aus Vereinsmitteln bezahlt werden.
Wacker bekommt übrigens alles von der Stadt umsonst!

Auch wenn es so klingt, bin ich keinenfalls ein Wackerhasser, betrachte die Sache als einer der wenigen hier aber objektiv!
NDHler
22.04.2015, 07:21 Uhr
Horst Schneider
Die Forferungen stammen nicht von Wacker sondern vom Nordostdeutschen Fußballverband um weiter in der Regionalliga spielen zu können. Forderungen die anderswo übrigens kein Problem sind nur hier!
swk
22.04.2015, 08:29 Uhr
@Horst Schneider
Die Wacker-Fussballer bekommen in Nordhausen für RL-Verhältnisse viel Geld? Könnten Sie das mit ein paar Zahlen belegen?
Das, was die Fussballer verdienen, wird übrigens durch Sponsorengelder finanziert und nicht, wie Sie es darstellen, durch die Stadt.
Zum AKS: Ich habe bereits vor dieser Saison geäussert, die Stadt solle den AKS an den Verein verkaufen, dann käme etwas Geld ins leere Stadtsäckel und Nordhausen hätte einen finanziellen Klotz am Bein weniger.
Und was den Blick über den Tellerrand angeht, lesen Sie sich doch noch einmal den Kommentar von andreas66 durch...
pumpnC
22.04.2015, 09:57 Uhr
Host Schneider
Wenn man von diesem Thema keine Ahnung hat, sollte man sich lieber nicht mit Halbwissen dazu äußern.
H.Buntfuß
22.04.2015, 14:21 Uhr
Sehr treffend
Schauen wir uns die Personen doch einmal genau an, die da im Rathaus und im Stadtrat sitzen. Die wenigsten von ihnen haben Ahnung von den politischen Entscheidungen die sie zum angeblichen Wohle der Bürger von Nordhausen treffen. Immerhin haben aber einige Auserwählte das Glück in den Genuss der Wohltätigkeit zu kommen und dass ist doch schon was oder nicht?
Fußball gehört nun mal nicht zu den Genussreichen Erlebnissen, zu dem sich die Neureichen hingezogen fühlen. Man geht lieber in die Oper, zum Schauspiel oder zum Jazzabend und tut dort so, als hätte man das alles schon mit der Muttermilch aufgenommen, nicht wahr?
Im Text ist zu lesen: „Gespannt bin ich nur, wie Rathaus und Stadtverwaltung aus dem anstehenden Sanierungsdrama um das Theater herauskommen?“ Ich glaube, das kann ich schon heute beantworten, die Gelder werden nach reiflicher Überlegung und nach befragen des Gewissens, bewilligt. Da gibt es eben ein paar schlechtere Straßen mehr, was Solles.
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