Mi, 13:08 Uhr
08.04.2015
IHK begrüßt digitale Offensive an Schulen
Die Bundesregierung hat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen verkündet, den Schulen in Deutschland eine digitale Bildungsstrategie zu verordnen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt begrüßt diesen Vorstoß, denn eine aktuelle Studie belegt: im internationalen Vergleich bilden deutsche Schulen bei der Computernutzung im Unterricht das Schlusslicht...
Das Umdenken kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Deutschland darf beim Thema Bildung den Anschluss nicht verpassen und muss sein einzigartiges duales Bildungssystem weiter stärken, begrüßt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die Planungen.
Die Bundesregierung will mit der Offensive auf die im November 2014 vorgestellten Ergebnisse der weltweiten Vergleichsstudie zu computer- und informationsbezogenen Kompetenzen (ICILS) reagieren. Dabei wurde untersucht, wie leicht es Schülern fällt, Informationen im Internet zu finden, einzuordnen und sicher zu nutzen.
Die Ergebnisse der Studie hält die Kammer für alarmierend, denn deutsche Achtklässler schneiden schlechter ab als der EU-Durchschnitt.
Rund 30 Prozent haben so geringe Kenntnisse, dass sie vom Weg in die Informationsgesellschaft abdriften könnten. Der Rest der Schülerinnen und Schüler erwirbt seine Fähigkeiten wohl nicht im Unterricht, sondern außerhalb der Schule, sagt Grusser.
Die Ausstattung vieler Bildungseinrichtungen sei beklagenswert. Im Schnitt teilten sich elf deutsche Schüler einen PC. Dieser Wert stagniert seit 2006. Selbst in Thailand und Chile wird der Computer häufiger im Unterricht eingesetzt als in Deutschland, stellt der IHK-Chef ernüchtert fest.
Zu den Spitzenreitern des Vergleichstests gehört Dänemark, wo im Unterricht regelmäßig mit mobilen Endgeräten gearbeitet wird. Die Schulen Australiens sind technisch am besten ausgestattet. 63 Prozent der Schüler bekommen einen Tabletcomputer zur Verfügung gestellt.
Doch nicht nur beim Nachwuchs, sondern auch in der Aus- und Weiterbildung deutscher Pädagogen spielen laut Studie digitale Medien noch immer eine Nebenrolle. In der Lehrerausbildung kommt der Einsatz digitaler Technologien nur am Rande vor. Vorbild ist hier Tschechien, das bereits einen nationalen Plan zur digitalen Bildung verabschiedet hat.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, unter welchem Handlungsdruck Deutschland steht, warnt Grusser und hofft, dass Thüringen den Vorstoß der Bundesregierung unterstützt. Im IHK-Bereich habe man bereits vor Jahren angefangen, Prüfungen und Seminare mit PC-Unterstützung durchzuführen. In der IHK Erfurt würden schon heute jährlich 30 Prozent aller Prüfungen im Weiterbildungsbereich am PC abgenommen.
Autor: redDas Umdenken kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Deutschland darf beim Thema Bildung den Anschluss nicht verpassen und muss sein einzigartiges duales Bildungssystem weiter stärken, begrüßt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die Planungen.
Die Bundesregierung will mit der Offensive auf die im November 2014 vorgestellten Ergebnisse der weltweiten Vergleichsstudie zu computer- und informationsbezogenen Kompetenzen (ICILS) reagieren. Dabei wurde untersucht, wie leicht es Schülern fällt, Informationen im Internet zu finden, einzuordnen und sicher zu nutzen.
Die Ergebnisse der Studie hält die Kammer für alarmierend, denn deutsche Achtklässler schneiden schlechter ab als der EU-Durchschnitt.
Rund 30 Prozent haben so geringe Kenntnisse, dass sie vom Weg in die Informationsgesellschaft abdriften könnten. Der Rest der Schülerinnen und Schüler erwirbt seine Fähigkeiten wohl nicht im Unterricht, sondern außerhalb der Schule, sagt Grusser.
Die Ausstattung vieler Bildungseinrichtungen sei beklagenswert. Im Schnitt teilten sich elf deutsche Schüler einen PC. Dieser Wert stagniert seit 2006. Selbst in Thailand und Chile wird der Computer häufiger im Unterricht eingesetzt als in Deutschland, stellt der IHK-Chef ernüchtert fest.
Zu den Spitzenreitern des Vergleichstests gehört Dänemark, wo im Unterricht regelmäßig mit mobilen Endgeräten gearbeitet wird. Die Schulen Australiens sind technisch am besten ausgestattet. 63 Prozent der Schüler bekommen einen Tabletcomputer zur Verfügung gestellt.
Doch nicht nur beim Nachwuchs, sondern auch in der Aus- und Weiterbildung deutscher Pädagogen spielen laut Studie digitale Medien noch immer eine Nebenrolle. In der Lehrerausbildung kommt der Einsatz digitaler Technologien nur am Rande vor. Vorbild ist hier Tschechien, das bereits einen nationalen Plan zur digitalen Bildung verabschiedet hat.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, unter welchem Handlungsdruck Deutschland steht, warnt Grusser und hofft, dass Thüringen den Vorstoß der Bundesregierung unterstützt. Im IHK-Bereich habe man bereits vor Jahren angefangen, Prüfungen und Seminare mit PC-Unterstützung durchzuführen. In der IHK Erfurt würden schon heute jährlich 30 Prozent aller Prüfungen im Weiterbildungsbereich am PC abgenommen.

