Di, 14:00 Uhr
31.03.2015
Jede Stunde ein Unfall
In den vier Nordthüringer Landkreisen ereignete sich im Jahr 2014 alle 62 Minuten ein Unfall auf Straßen und Autobahnen. Heute wurden die exakten Zahlen am Nordhäuser Darrweg vorgestellt. Besonderes Augenmerk legten die Beamten auf junge Fahrer, Senioren und Motorradfahrer...
Tödlicher Motorradunfall Mitte September in Nordhausen (Foto: nnz)
"Insgesamt gute Zahlen" könne man vorlegen, sagte Polizeidirektor Michael Köster zur Pressekonferenz. In den wichtigen statistischen Kategorien bei der Unfallerfassung war die Tendenz durchweg positiv. Zurückgegangen sind die Unfälle mit getöteten, mit verletzten Personen und die Unfälle mit Sachschaden. "Die Bevölkerung und auch die Menschen, die durchfahren, sind sehr sicher unterwegs", sagte Köster.
Im Landesvergleich sind die Unfallzahlen für den Einzugsbereich der Polizeiinspektion traditionell höher, so Köster weiter, was sowohl am ländlichen Raum als auch an der gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur liege. Insgesamt müssen die Beamten ein Straßennetz von gut 2000 Kilometern überwachen, wobei die Bundesstraßen, und damit die Möglichkeit zum schnellerem Fahren, mit 1.156 km deutlich überwiegen.
Zu den Zahlen: Im zurückliegenden Jahr wurden 8.532 Unfälle in den vier Nordthüringer Landkreisen registriert, dabei wurden 1.369 Personen verletzt und 20 Menschen getötet. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 konstatierten die Beamten noch 12.306 Unfälle in Nordthüringen, bei denen 51 Menschen ums Leben kamen. Der Rückgang sei dabei nicht nur der Verdienst der langfristigen Arbeit der Polizei, sondern auch ein Erfolg der Partner in Sachen Verkehrssicherheitsarbeit, erklärte Köster. Hinzu kämen Optimierungen im Straßenbau, im Rettungswesen und vor allem bei der Sicherheit der Fahrzeuge.
Gleichgeblieben sind nach wie vor die Hauptunfallursachen. An der Spitze steht die nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit, danach Nichtbeachten der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, gefolgt vom ungenügenden Sicherheitsabstand, Fahren unter Alkoholeinfluss oder falsches Verhalten gegenüber Fußgängern. Einen Anstieg verzeichnete man vor allem beim fahren unter Alkoholeinfluss und dem Fehlverhalten von Fußgängern.
Der Donnerstag ist in Nordthüringen der gefährlichste Wochentag. Hier ereigneten sich bislang die meisten Unfälle, getötete Personen waren vor allem an Wochenenden zu beklagen. Die meisten Unfälle geschehen in den Sommermonaten Juli und August. Der Schwerpunkt hat sich aber von der Nacht auf den Tag verlagert, was auch daran liege, dass man in den vergangenen Jahren ein striktes Programm gegen "Discounfälle", also Unfälle die auf dem Heimweg von nächtlichen Feiern passierten, durchgeführt habe, hieß es auf der Pressekonferenz.
So sank die Zahl der von jungen Fahrern verursachten Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um 139 auf 1.010 Fälle. Die Unfälle an denen junge Fahrer beteiligt waren, verringerten sich um 160 Fälle auf 1.350. Von 1.063 Unfällen mit Personenschaden waren 384 sogenannte "Alleinunfälle", also Unglücke an denen nur ein Fahrzeug beteiligt war. Auch hier verzeichnete man in Hinsicht auf die jüngeren Führerscheininhaber einen Rückgang. Die Zahl sank von 129 Fällen im Jahr 2013 auf 109 im vergangenen Jahr. Das sei positiv, so Köster, "aber noch nicht die Zielstellung".
Polizeidirektor Michael Köster (Mitte) stellte die Unfallstatistik 2014 für die Nordthüringer Kreise vor (Foto: Angelo Glashagel)
Allerdings könne man nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, das betonen Köster und seine Kollegen immer wieder. Die meisten würden durchaus vernünftig fahren, das Problem seien die "erlebnisorientierten" Fahrer. Diese würden selten aus der Region stammen, sondern von außerhalb kommen und sich Harz und Kyffhäuser als Tagestour vornehmen. Gerade bei schönem Wetter lockt die Route viele Kradfahrer an. "Wir haben ein touristisch gut angenommenes Gebiet mit einem hohen Erlebniswert aber auch hohen Anforderungen an das fahrerische Können", erläuterte Köster, der selber einst begeisterter Motorradfahrer war.
An die Risikogruppen heranzukommen sei "sehr, sehr schwer". Der Verbund aus Repression und Prävention greift hier nicht so gut, wie bei anderen Verkehrsteilnehmern. Zum einen sind Geschwindigkeitsüberschreitungen schwerer zu ahnden - ein Autofahrer wird geblitzt und bekommt zeitnah ein entsprechendes Beweisfoto zugesandt, bei Motorradfahrern verhindert der Helm das bisher, es muss individuell kontrolliert werden. Digitale Technik soll hier aber bald abhilfe schaffen. Bis dahin muss die Polizei Personalintensive Kontrollen durchführen. "Während wir einen Fahrer kontrollieren, rauschen zehn
an uns vorbei", sagte Kommissar Frank Stecher, Leiter der Abteilung Verkehr.
Zudem zeigten sich die rasenden Motorradfahrer, das sind vor allem Erwachsene Männer im Alter von 30 Jahren und mehr, nicht selten beratungsresistent, der Appell an die eigene Verantwortung verhalle zu oft, monierten die Beamten. "Prävention und Repression - Was wir tun können, ist immer wieder auf die Strecke gehen, immer wieder kontrollieren, das Gespräch suchen", sagte Thomas Günzelmann, Sachbearbeiter im Einsatz Verkehr im Kyffhäuserkreis. Doch auch das hilft oft nicht. Günzelmann berichtete von einem besonders krassem Fall aus dem Jahr 2012: Bei einer drei-stündigen Kontrolle redeten die Beamten einem Fahrer noch einmal ins Gewissen. Zwei Stunden nach Ende der Kontrolle mussten die Polizisten wieder ausrücken, der Fahrer war auf derselben Strecke tödlich verunglückt.
Eine andere Möglichkeit die Zahl der Unfälle zu verringern, sind "Rüttelstreifen" auf der Fahrbahn, wie sie im Kyffhäuser eingesetzt werden. Die sollen "den Rasern den Spaß verderben", sagte Köster. Ob die Maßnahme Wirkung zeigt, wird man in den kommenden Jahren sehen müssen.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Länderübergreifende Aktion "Sicher durch den Harz", die dieses Jahr in Nordhausen durchgeführt wird. Am 25. April will man auf dem Petersberg mit einem Motorrad-Aktionstag den Kontakt zur Zielgruppe suchen.
Hier ereigneten sich 2.042 Unfälle, dabei wurden vier Menschen getötet und 218 verletzt. In 1.820 Fällen kam es zu Sachschaden.
Landkreis Eichsfeld
2.082 Unfälle schlagen hier zu Buche. Sechs Personen wurde getötet, 286 verletzt. Das ist ein leichtes Plus bei beiden Kennziffern.
Unstrut-Hainich-Kreis
Hier krachte es 2.694 mal, drei Personen kamen ums Leben, 337 mit Verletzten. Die höhere Anzahl an Verletzten rühre daher, das durch den Unstrut-Hainich-Kreis wesentliche Verkehrsverbindungen laufen und schlicht mehr Verkehr auf der Straße ist, erklärte Köster.
Kyffhäuserkreis
Bei sieben Unfällen waren im Jahr 2014 Menschenleben zu beklagen, bei 202 wurden Personen verletzt. Bei der Zahl der tödlichen Unfälle ist das ein Anstieg um 40 Prozent.
Im zurückliegenden Jahr ist im gesamten Nordthüringer Bereich der Kontrolldruck durch die Beamten der Landespolizeiinspektion erhöht worden. 29.016 Ordnungswidrigkeiten wurden angezeigt, ein Jahr davon waren es knapp 24.000. Ein ähnlicher Trend ist bei Barverwarnungen zu verzeichnen. 11.259 im Jahr 2013 stehen 13.350 im Jahr danach gegenüber.
auf die
ein Fahrverbot nach sich zogen.
Durch die Polizeiinspektionen wurden auch Kontrollen im Schwerverkehr durchgeführt. Im Bereich des Schwerverkehrs gab es 53 Beanstandungen nach dem Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG), der Europäischen Gemeinschaftsverordnung (EWG-VO) und Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO).
Die vier Jugendverkehrsschulen, die im Schutzbereich der Landespolizeiinspektion Nordhausen tätig sind, führten 745 Schulungen und Ausbildungen durch. Bei einer Teilnehmerzahl von 18.229 Schülern der 1. & 4. Klassen wurden 3.380 Stunden geleistet. Im Weiteren wurden 56 Vorträge bei Veranstaltungen, wie zum Beispiel Verkehrsteilnehmerschulungen der Kreisvolkshochschulen, gehalten. Die Teilnehmerzahl betrug hier 1.587 bei geleisteten 201 Stunden.
Bei den Aktionstagen Junge Fahrer geht es nicht um den Ausbau und die Unterstützung vorhandener Fähigkeiten und der damit verbundenen Verringerung eventuell vorhandener Defizite. Durch zielgerichtete Einflussnahme und einer breiten Palette von Veranstaltungsangeboten durch die Polizei soll die gleichmäßige Betreuung jugendlicher Verkehrsteilnehmer besser gewährleistet werden.
Das diese Möglichkeiten der Prävention auch erhalten bleiben, das wünscht sich Polizeidirektor Köster für die Zukunft. Der Erfolg der Maßnahmen sei nicht direkt messbar und somit ein potentielles Ziel für Einsparmaßnahmen, erläuterte Köster. In seinen Augen seien die präventiven Maßnahmen aber "unverzichtbar" und die postitiven Zahlen würden zeigen, das es gefruchtet hat.
Angelo Glashagel
Autor: red
Tödlicher Motorradunfall Mitte September in Nordhausen (Foto: nnz)
"Insgesamt gute Zahlen" könne man vorlegen, sagte Polizeidirektor Michael Köster zur Pressekonferenz. In den wichtigen statistischen Kategorien bei der Unfallerfassung war die Tendenz durchweg positiv. Zurückgegangen sind die Unfälle mit getöteten, mit verletzten Personen und die Unfälle mit Sachschaden. "Die Bevölkerung und auch die Menschen, die durchfahren, sind sehr sicher unterwegs", sagte Köster.
Im Landesvergleich sind die Unfallzahlen für den Einzugsbereich der Polizeiinspektion traditionell höher, so Köster weiter, was sowohl am ländlichen Raum als auch an der gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur liege. Insgesamt müssen die Beamten ein Straßennetz von gut 2000 Kilometern überwachen, wobei die Bundesstraßen, und damit die Möglichkeit zum schnellerem Fahren, mit 1.156 km deutlich überwiegen.
Zu den Zahlen: Im zurückliegenden Jahr wurden 8.532 Unfälle in den vier Nordthüringer Landkreisen registriert, dabei wurden 1.369 Personen verletzt und 20 Menschen getötet. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 konstatierten die Beamten noch 12.306 Unfälle in Nordthüringen, bei denen 51 Menschen ums Leben kamen. Der Rückgang sei dabei nicht nur der Verdienst der langfristigen Arbeit der Polizei, sondern auch ein Erfolg der Partner in Sachen Verkehrssicherheitsarbeit, erklärte Köster. Hinzu kämen Optimierungen im Straßenbau, im Rettungswesen und vor allem bei der Sicherheit der Fahrzeuge.
Gleichgeblieben sind nach wie vor die Hauptunfallursachen. An der Spitze steht die nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit, danach Nichtbeachten der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, gefolgt vom ungenügenden Sicherheitsabstand, Fahren unter Alkoholeinfluss oder falsches Verhalten gegenüber Fußgängern. Einen Anstieg verzeichnete man vor allem beim fahren unter Alkoholeinfluss und dem Fehlverhalten von Fußgängern.
Der Donnerstag ist in Nordthüringen der gefährlichste Wochentag. Hier ereigneten sich bislang die meisten Unfälle, getötete Personen waren vor allem an Wochenenden zu beklagen. Die meisten Unfälle geschehen in den Sommermonaten Juli und August. Der Schwerpunkt hat sich aber von der Nacht auf den Tag verlagert, was auch daran liege, dass man in den vergangenen Jahren ein striktes Programm gegen "Discounfälle", also Unfälle die auf dem Heimweg von nächtlichen Feiern passierten, durchgeführt habe, hieß es auf der Pressekonferenz.
Junge Fahrer
Die Polizei führt einen eigenen Veranstaltungskalender und kann auf Anmeldepflichtige Veranstaltungen mit der entsprechenden Personalplanung reagieren, erklärten die Beamten. Im Gesamtbild sind die Unfälle, an denen junge Fahrer beteiligt sind, rückläufig.So sank die Zahl der von jungen Fahrern verursachten Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um 139 auf 1.010 Fälle. Die Unfälle an denen junge Fahrer beteiligt waren, verringerten sich um 160 Fälle auf 1.350. Von 1.063 Unfällen mit Personenschaden waren 384 sogenannte "Alleinunfälle", also Unglücke an denen nur ein Fahrzeug beteiligt war. Auch hier verzeichnete man in Hinsicht auf die jüngeren Führerscheininhaber einen Rückgang. Die Zahl sank von 129 Fällen im Jahr 2013 auf 109 im vergangenen Jahr. Das sei positiv, so Köster, "aber noch nicht die Zielstellung".
Senioren
Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren auf 1385. Auf der "Schadensuhr" verunglückt alle 53 Stunden eine junge Person zwischen 18 und 25 Jahren und ein Senior. Das hier nahezu ein Gleichstand herrsche, würde zeigen das der demographische Wandel auch Nordthüringen erreicht habe, so Poliziedirektor Michael Köster. Gemeint sind Verkehrsteilnehmer im Alter von 65 Jahren und älter. Im Gegensatz zu jungen Menschen, die vor allem aufgrund unangepasster Fahrweise in Unfälle verwickelt werden, hapert es bei den älteren Fahrern zumeist an der Aufmerksamkeit - Vorfahrtsfehler und Fehler beim Abbiegen oder Wenden, führten in der Mehrzahl der Fälle zum Unfall. In Zukunft will man hier verstäkrt präventiv arbeiten, erklärte Köster, die Zielgruppe sei jedoch schwer zu erreichen.
Polizeidirektor Michael Köster (Mitte) stellte die Unfallstatistik 2014 für die Nordthüringer Kreise vor (Foto: Angelo Glashagel)
Motorradfahrer
Das gleiche gilt für die Motorradfahrer. Hier habe man "ein richtiges Problem", sagte Polizeidirektor Köster, wobei die Zahlen hierüber nur bedingt etwas aussagen könnten. Unfallursache Nummer eins ist persönliches Fehlverhalten der Fahrer durch zu hohe Geschwindigkeit und aggressiver Fahrweise. Die Zahl der von Kradfahrern verursachten Unfälle stieg von 157 im Jahr 2013 auf 174 im vergangenen Jahr. Insgesamt gab es 258 Unfälle, an denen Motorräder beiteiligt waren.Allerdings könne man nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, das betonen Köster und seine Kollegen immer wieder. Die meisten würden durchaus vernünftig fahren, das Problem seien die "erlebnisorientierten" Fahrer. Diese würden selten aus der Region stammen, sondern von außerhalb kommen und sich Harz und Kyffhäuser als Tagestour vornehmen. Gerade bei schönem Wetter lockt die Route viele Kradfahrer an. "Wir haben ein touristisch gut angenommenes Gebiet mit einem hohen Erlebniswert aber auch hohen Anforderungen an das fahrerische Können", erläuterte Köster, der selber einst begeisterter Motorradfahrer war.
An die Risikogruppen heranzukommen sei "sehr, sehr schwer". Der Verbund aus Repression und Prävention greift hier nicht so gut, wie bei anderen Verkehrsteilnehmern. Zum einen sind Geschwindigkeitsüberschreitungen schwerer zu ahnden - ein Autofahrer wird geblitzt und bekommt zeitnah ein entsprechendes Beweisfoto zugesandt, bei Motorradfahrern verhindert der Helm das bisher, es muss individuell kontrolliert werden. Digitale Technik soll hier aber bald abhilfe schaffen. Bis dahin muss die Polizei Personalintensive Kontrollen durchführen. "Während wir einen Fahrer kontrollieren, rauschen zehn
an uns vorbei", sagte Kommissar Frank Stecher, Leiter der Abteilung Verkehr.
Zudem zeigten sich die rasenden Motorradfahrer, das sind vor allem Erwachsene Männer im Alter von 30 Jahren und mehr, nicht selten beratungsresistent, der Appell an die eigene Verantwortung verhalle zu oft, monierten die Beamten. "Prävention und Repression - Was wir tun können, ist immer wieder auf die Strecke gehen, immer wieder kontrollieren, das Gespräch suchen", sagte Thomas Günzelmann, Sachbearbeiter im Einsatz Verkehr im Kyffhäuserkreis. Doch auch das hilft oft nicht. Günzelmann berichtete von einem besonders krassem Fall aus dem Jahr 2012: Bei einer drei-stündigen Kontrolle redeten die Beamten einem Fahrer noch einmal ins Gewissen. Zwei Stunden nach Ende der Kontrolle mussten die Polizisten wieder ausrücken, der Fahrer war auf derselben Strecke tödlich verunglückt.
Eine andere Möglichkeit die Zahl der Unfälle zu verringern, sind "Rüttelstreifen" auf der Fahrbahn, wie sie im Kyffhäuser eingesetzt werden. Die sollen "den Rasern den Spaß verderben", sagte Köster. Ob die Maßnahme Wirkung zeigt, wird man in den kommenden Jahren sehen müssen.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Länderübergreifende Aktion "Sicher durch den Harz", die dieses Jahr in Nordhausen durchgeführt wird. Am 25. April will man auf dem Petersberg mit einem Motorrad-Aktionstag den Kontakt zur Zielgruppe suchen.
Unfallflucht
Leicht entspannt hat sich das Geschehen der Unfallfluchten. Waren es im Jahr 2013 noch 1.780, so wurde im vergangenen Jahr zu 1.733 Unfallfluchten ermittelt. In zwei Fällen wurden dabei Menschen getötet. "Das sind zwei zuviel" sagte Köster und erinnerte daran, das Unfallflucht kein Kavaliersdelikt sondern kriminelles Unrecht ist.Der Blick in die Landkreise
Landkreis NordhausenHier ereigneten sich 2.042 Unfälle, dabei wurden vier Menschen getötet und 218 verletzt. In 1.820 Fällen kam es zu Sachschaden.
Landkreis Eichsfeld
2.082 Unfälle schlagen hier zu Buche. Sechs Personen wurde getötet, 286 verletzt. Das ist ein leichtes Plus bei beiden Kennziffern.
Unstrut-Hainich-Kreis
Hier krachte es 2.694 mal, drei Personen kamen ums Leben, 337 mit Verletzten. Die höhere Anzahl an Verletzten rühre daher, das durch den Unstrut-Hainich-Kreis wesentliche Verkehrsverbindungen laufen und schlicht mehr Verkehr auf der Straße ist, erklärte Köster.
Kyffhäuserkreis
Bei sieben Unfällen waren im Jahr 2014 Menschenleben zu beklagen, bei 202 wurden Personen verletzt. Bei der Zahl der tödlichen Unfälle ist das ein Anstieg um 40 Prozent.
Im zurückliegenden Jahr ist im gesamten Nordthüringer Bereich der Kontrolldruck durch die Beamten der Landespolizeiinspektion erhöht worden. 29.016 Ordnungswidrigkeiten wurden angezeigt, ein Jahr davon waren es knapp 24.000. Ein ähnlicher Trend ist bei Barverwarnungen zu verzeichnen. 11.259 im Jahr 2013 stehen 13.350 im Jahr danach gegenüber.
Unfallschwerpunkte
Unfallschwerpunkte die sich in den letzten Jahren auf den Bereich der Bundesstraßen B 4, B 85, B 247 und B 249 abgezeichnet haben, bedürfen weiterhin der Beachtung, um die Unfallzahlen weiter zurückdrängen zu können. Besonderes Augenmerk muss dabei außerortsauf die
- B 81, zwischen den Landesgrenzen Sachsen-Anhalt und Thüringen bis Ilfeld, weiter B 4 Nordhausen und Abzw. Hain, Neuheide und Sondershausen, zwischen Abzweig Obertopfstedt und Abzweig Wasserthaleben
- B 84, zwischen Bad Langensalza und Allmenhausen
- B 85, Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt und Einfahrt Denkmal
- B 247, zwischen Worbis-Leinefelde bis Mühlhausen,
- B 247 Höngeda und Großengottern,
- B 249 Sondershausen/Graß und Ebeleben gelegt werden.
Alkohol und Drogen
Im Jahr 2014 konnten in der polizeilichen Verkehrsüberwachung 876 Fahrer wegen Fahren unter Alkohol und Fahren unter Drogen im Straßenverkehr zur Verantwortung gezogen werden. Dabei mussten wegen des Verdachts des Fahrens unter illegalen Drogen 416 Blutentnahmen angeordnet und durchgeführt werden. Der Schwerpunkt liegt hier am Wochenende. Durch verstärkte Kontrollmaßnahmen stellten die Beamten 52,6 % des Fahrens unter Alkohol und 39,9 % des Fahrens unter illegalen Drogen fest.Kontrollen und Ordnungswidrikeiten
Bei der Feststellung von Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr ist ein Anstieg zu verzeichnen. Weiterhin wurden nach dem Straßenverkehrsgesetz, dem Strafgesetzbuch und dem Pflichtversicherungsgesetz 2.970 Anzeigen bearbeitet. 3.369 Maßnahmen der Polizei, wie Sicherheitsleistungen, Mängelberichte und Kontrollaufforderungen erfolgten. Bei den Kontrollen der Risikogruppe Junge Fahrer gab es allein an den Wochenenden 474 Geschwindigkeitskontrollen, in deren Ergebnis 127 Bußgeldverfahren eingeleitet wurden, dieein Fahrverbot nach sich zogen.
Durch die Polizeiinspektionen wurden auch Kontrollen im Schwerverkehr durchgeführt. Im Bereich des Schwerverkehrs gab es 53 Beanstandungen nach dem Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG), der Europäischen Gemeinschaftsverordnung (EWG-VO) und Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO).
Prävention
Im punkto Prävention werden für die Verkehrsteilnehmer umfangreiche Anstrengungen unternommen, um zielgerichtet das Unfallgeschehen zu beeinflussen. So leistet die Thüringer Landespolizei speziell im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit einen großen Beitrag. Schwerpunkte bilden hier besonders die Verkehrserziehung in den Kindergärten und Grundschulen, die Aufklärungsaktionen für die Gruppe der jungen Fahrer und immer mehr auch Aktionen für die älteren Verkehrsteilnehmer.Die vier Jugendverkehrsschulen, die im Schutzbereich der Landespolizeiinspektion Nordhausen tätig sind, führten 745 Schulungen und Ausbildungen durch. Bei einer Teilnehmerzahl von 18.229 Schülern der 1. & 4. Klassen wurden 3.380 Stunden geleistet. Im Weiteren wurden 56 Vorträge bei Veranstaltungen, wie zum Beispiel Verkehrsteilnehmerschulungen der Kreisvolkshochschulen, gehalten. Die Teilnehmerzahl betrug hier 1.587 bei geleisteten 201 Stunden.
Bei den Aktionstagen Junge Fahrer geht es nicht um den Ausbau und die Unterstützung vorhandener Fähigkeiten und der damit verbundenen Verringerung eventuell vorhandener Defizite. Durch zielgerichtete Einflussnahme und einer breiten Palette von Veranstaltungsangeboten durch die Polizei soll die gleichmäßige Betreuung jugendlicher Verkehrsteilnehmer besser gewährleistet werden.
Das diese Möglichkeiten der Prävention auch erhalten bleiben, das wünscht sich Polizeidirektor Köster für die Zukunft. Der Erfolg der Maßnahmen sei nicht direkt messbar und somit ein potentielles Ziel für Einsparmaßnahmen, erläuterte Köster. In seinen Augen seien die präventiven Maßnahmen aber "unverzichtbar" und die postitiven Zahlen würden zeigen, das es gefruchtet hat.
Angelo Glashagel

