eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 11:32 Uhr
26.03.2015

Klaan zu Gipsstreit: Gut gemeint aber schlecht gemacht

In der gestrigen Stadtratssitzung musste Oberbürgermeister Klaus Zeh bekanntgeben, das die Stiftung Naturschutz das an sie übertragene Vorkaufsrecht für Flächen in der Rüdigsdorfer Schweiz nicht genutzt hat. Der Kreis hätte dieses Vorkaufsrecht selber ausüben können, wäre man Seitens des Ministeriums rechtzeitig informiert worden, kritisiert nun Inge Klaan...

Die Diskussionen um die Wahrnehmung der Vorkaufsrechte durch die Höhere Naturschutzbehörde der Landesverwaltung oder durch die Kommunen oder den Landkreis beschäftigen seit einigen Wochen den Kreistag und Stadtrat. Zugegeben, ich war überrascht über die Präsenz von der Umweltministerin Frau Siegesmund im Nordhäuser Stadtrat zum Thema Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz.

Anzeige symplr (1)
Sie hat nicht nur mit Ihrer Anwesenheit sondern vor allem mit Ihrer Rede eine große Erwartungshaltung an das Umweltministerium und dessen nachgeordneten Stiftungen und Verbänden zur Umsetzung des Naturschutzes in der Rüdigsdorfer Schweiz erzeugt. Ihre Zusage bezog sich auf den erforderlichen Grunderwerb.

Unterstützt wurde die Erwartungshaltung durch eine gemeinsame Beratung in Erfurt zur weiteren Zusammenarbeit der zuständigen Behörden mit klaren Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten.

Leider hat sich die Landesverwaltung entschieden bei einzelnen Grundstücken nicht das Vorkaufsrecht auszuüben. Die entsprechende Begründung dazu steht noch aus. Aber was für mich viel schlimmer ist, ist die Tatsache, dass es seitens des Ministeriums keine Information dazu gab. Der Kreis hätte bei rechtzeitiger Information selbst das Vorkaufsrecht ausüben können. Die entsprechenden Beschlüsse waren durch den Kreistag gefasst.

Schade, die gute Absicht einer Ministerin reicht nicht. Sie muss es auch über ihre Verwaltung aussteuern. Ich hoffe in Zukunft wird die Zusammenarbeit zwischen Landkreis- und Landesverwaltung im Sinne des Naturschutzes professioneller. Die neue Landesregierung wird sich an den Ergebnissen messen lassen müssen, denn in diesem Thema hat sie nicht nur im Wahlkampf den Bürgern der Region viel versprochen.
Inge Klaan Stadtrats- und Kreistagsmitglied
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Bodo Schwarzberg
26.03.2015, 18:07 Uhr
Klaan zu Gips: diskussionswürdige Wortmeldung
Inge Klaan: „Leider hat sich die Landesverwaltung entschieden bei einzelnen Grundstücken nicht das Vorkaufsrecht auszuüben. Die entsprechende Begründung dazu steht noch aus. Aber was für mich viel schlimmer ist, ist die Tatsache, dass es seitens des Ministeriums keine Information dazu gab. Der Kreis hätte bei rechtzeitiger Information selbst das Vorkaufsrecht ausüben können. Die entsprechenden Beschlüsse waren durch den Kreistag gefasst.“
Das klingt nach einem weiteren Schlag gegen die Bemühungen vieler Menschen, unsere Landschaft vor weiterer Zerstörung zu bewahren. Allerdings sind die Gründe für die fehlende Information der grünen Umweltministerin sogar unbedingt zu hinterfragen. Vielleicht war der (Vor-)Kauf der städtischen Flächen zunächst nicht wirklich dringlich, z.B. weil sie der Gipsindustrie aus rechtlichen Gründen gar nichts nützen, vielleicht sollen andere, bedrohtere Flächen für einen Kauf ins Visier genommen werden.
Wie dem auch sei: Eine Information der Ministerin an die Stadt wäre, schon aus Gründen des Vertrauens, wünschenswert gewesen und sie hätte längst erfolgen müssen.
Auf deren Erklärung können wir gespannt sein. Wichtig wäre, dass Stadt, Kreis und Landesregierung zu einer einheitlich ablehnenden Haltung gegenüber dem Naturgipsabbau finden. Zumindest nach meinem Empfinden passen weder der von CDU und Linken gewollte Runde Tisch, noch das Verhalten der grünen Ministerin zu dieser Notwendigkeit. Das seit der Wende halbherzige Hintertürchengeschacher und Gefeilsche der Verantwortlichen um eine der wertvollsten Landschaften Europas geht also in weitere Runden. Das Gejammere um Arbeitsplätze passt gut dazu. Wer wirklich das Sagen hat, sehen wir gut.
Arbeitsplätze, die auf Landschaftszerstörung beruhen, sollten jedoch hinterfragt werden. Die Baustoffindustrie besteht nicht nur aus dem Abbau und der Verarbeitung von Naturgipsen. Die Alternativen sind bekannt und publiziert. Damit sollten sich die Parteien beschäftigen, bevor noch mehr Jahrmillionen alte Landschaft mit einem unwiederbringlichen Arteninventar für immer zerstört ist.. Denkt bitte daran, liebe Parteien: Laut nnz-Umfrage sind drei Viertel der Beteiligten gegen den Gipsabbau. Solltet Ihr Euch nicht langfristig um potentielle Wähler bemühen? Derweil bringt Sachsen-Anhalt sein abbaufreies Biosphärenreservat und seinen sanften Tourismus in Schuss!
Das nennt man nachhaltig und wirklich langfristig gedacht. Daran sollten sich die Verantwortlichen orientieren.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)