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Mo, 14:58 Uhr
09.02.2015

nnz-Forum: Schon lange bekannt

In einem nnz-Beitrag zur Spendenaktion heißt es, dass die Gipsfirmen in großem Stil Flächen für Ihre Abbauvorhaben aufkaufen. Dieses Problem aber ist seit 25 Jahren bekannt, meint ein Leser der nnz...


Damals begann die Treuhand, die ihr von der Politik "weitsichtig" übertragenen Flächen an die Industrie zu verhökern. Eine Spendenaktion zur Unterstützung des öffentlichen Vorkaufsrechts klingt und ist es auch, scheint mir aber andererseits das Ergebnis einer sehr, sehr späten Einsicht in die Realität zu sein.

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Über ein viertel Jahrhundert hinweg hat sich die Politik kaum einmal eindeutig von den Bergbauvorhaben distanziert. Nicht einmal die Grünen sagten im letzten Wahlkampf eindeutig "No" zum Gipsabbau, obwohl auch Steinbrucherweiterungen zu massivem Landschaftsverbrauch führen. Wenn man nun noch die Übernahme des DDR-Bergrechts durch die einstigen Kohl/De Mezieres-Marionetten-Regierung in das Anschlussgebiet einbezieht, wird mein Vertrauen in die Politik, und damit in die etablierten Parteien vollständig zerstört.

Sie tut gut daran, sich massiv und effektiv für die Erhaltung unserer gebeutelten Landschaft einzusetzen, um überhaupt erst einmal wieder als echte und glaubhafte Wahrer dieser Existenzgrundlagen und damit unserer Identität wahrgenommen zu werden. Zu sagen, die Bergbaufirmen allein seien an der Misere Schuld, entspricht einer armseligen Haltet-Den-Dieb-Mentalität von Leuten, die ihren Kopf nur sehr mühselig aus dem Sand zu heben bereit zu sein scheinen.

Diese Mühsal beruht vielleicht auch auf dem einstigen Gipskompromiss, der Anfang der 90er zwischen Industrie und Politik geschlossen wurde. Nach diesem soll nur außerhalb der Naturschutzgebiete abgebaut werden. Auch diese Faulstellen hat die Politik also zu verantworten.

Von den sehr erfreulich besonders aktiven Gipsschützern in unserer Region wünsche ich mir zwar eine gedeihliche Zusammenarbeit mit der Politik zur Lösung des Problems. Vertrauen täte ich in sie jedoch nicht setzen. Vergessen wir nicht, dass sie ein Teil des Systems ist, das gesellschaftlichen Fortschritt mit Gewinnmaximierung gleichsetzt. Das und die oben beschriebenen Folgen dieser Grundhaltung, sollten stets mit auf der Tagesordnung stehen.
Bodo Schwarzberg, Nordhausen
Autor: red

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