Sa, 07:00 Uhr
20.12.2014
Lichtblick oder heller Wahnsinn?
Irgendetwas stimmt nicht mit uns Menschen hier in Deutschland. Dieser Verdacht kommt in mir auf, wenn ich in diesen Adventstagen – auf dem Weg zum Weihnachtsfest, durch Dörfer und Städte komme. Gedanken auf dem Weg zum Fest von Reinhard Süpke...
Auf dem Weg zum großen Fest versuchen wir uns in die richtige Stimmung zu bringen. Aber was dabei alles geschieht, ist überhaupt nicht mehr stimmig. Und das Ziel – Einstimmung auf das Fest am Heiligen Abend und am ersten und zweiten Christtag – wird verfehlt.
Ich will gar nicht erst darauf eingehen, dass die Adventszeit gar keine Vorweihnachtszeit ist. Sondern eine Zeit, in der man sich besinnen sollte, auf das, was im Leben wirklich wichtig ist, was wirklich zählt, sollte der Strom mal ausgehen und unsere Lichterketten nicht mehr blinkern.
Da bin ich schon bei meinem Thema: Der helle Wahnsinn mit den Lichterketten. Es gibt schöne Lichterketten – aber: Wir haben kaum weiße Weihnachten in Deutschland. (Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Mitteleuropa weiße Weinachten gibt, liegt bei 20 bis 30 %, also zwei bis dreimal alle zehn Jahre.) Aber wir haben aus vergangenen Jahrhunderten eine romantische Vorstellung: Da gab es weiße Weihnachten noch und nöcher.
Wenn man allerdings bei wikipedia nachliest, waren weiße Weihnachten vor 200 bis 300 Jahren keiner Meldung wert. Vor allem waren sie für die meisten Menschen nicht erfreulich. Und was tun wir: Wir hängen Lichterketten, die an Eiszapfen erinnern, an die Dachrinne. Nicht nur, dass der Strom Geld kostet. Nicht nur, dass wir damit auch etwas dafür tun, dass es noch wärmer wird, weil wir der Klimaerwärmung zur Hilfe eilen. Es wirkt auch grotesk, im Dunkeln bei Temperaturen über Null Grad durch den Ort zu gehen und solche Zapfen zu sehen. Das stimmt einfach nicht und bringt mich nicht in die richtige Stimmung.
Wie gesagt: Es gibt schöne Lichterketten – aber:
Es gibt auch nervige. Zum Beispiel die mit ätzendem blauem Licht, die den Augen wehtun. Oder die, die ständig blinkern! Vielleicht liegt die Stimmungsmache ja darin, dass die Betreiber froh sind, wenn Weihnachten vorbei ist? Endlich können sie die ausschalten und es wird alles wieder normal?
Kurz gesagt: Da stimmt was nicht mit dem hellen Wahnsinn mancher Lichterketten. Von Leonardo da Vinci stammt der Satz: Wer zur Quelle gehen kann, gehe nicht zum Wassertopf.
Die Quelle für die richtige Weihnachtsstimmung ist die Geburt eines Kindes, dessen Eltern ihm nicht einmal ein ordentliches Bett geben konnten. Es wurde in eine Krippe gelegt. Später waren sie mit dem Kind auf der Flucht, so wie viele Millionen weltweit Menschen in diesen Tagen auf der Flucht sind. Weihnachten erzählt uns jedes Jahr davon, dass Jesus geboren wurde. Und dass in diesem Kind der unfassbare, ewige Gott, einer von uns Menschen wird: Klein wie Kind, auf der Flucht, weil ein Despot ihn durch seine Schergen umbringen will. Später wird dieses Kind ein Mann, der weiß, was es bedeutet, mit seiner eignen Hände Arbeit sich das tägliche Brot zu verdienen.
Schließlich kommt die Zeit, als Jesus öffentlich auftritt und solche steilen Sätze sagt: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis leben, sondern das Licht des Lebens haben. So was hat seine Zuhörer damals geärgert. Solche Sätze ärgern bis heute. Denn damit sagt uns Jesus, dass es in unseren Herzen nicht stimmt, egal, in welcher guten oder schlechten Stimmung wir uns befinden. Jesus stellt vor die Wahl: Lernt von mir und versucht das, was ich sage, in euerm Leben umzusetzen. Dann werdet Ihr Euch auf die wirkliche Melodie des Lebens einstimmen. Dann wird Euer Herz die richtige Stimmung haben. Wenn nicht, müsst Ihr immer falsche Stimmung machen. Dann dürft Ihr Euch aber nicht wundern, wenn Ihr so oft verstimmt seid im Leben.
Einige der damaligen Zuhörer hat das so verärgert, dass sie Jesus ablehnten und ans Kreuz brachten. Aber auch in diesem Moment war Jesus auf Gott, seinen Vater, eingestimmt. Am Kreuz trug ER die Verstimmung, die uns Menschen von der Stimme Gottes und Seiner Liebe weggebracht hat. Die Verstimmung des Misstrauens gegen Gott. Wer seine Verstimmungen zu Jesus bringt, wird einen Neufanfan erleben. Weil Jesus nicht im Tod geblieben ist. ER ist auferstanden und erwartet uns mit offenen Armen.
Wie können wir diese echte Stimmung finden? Hier ein paar Möglichkeiten:
Lesen Sie in der Bibel die Geschichte von Weihnachten. Sie finden Sie im Evangelium nach Matthäus und Lukas im jeweils ersten und zweiten Kapitel.
Besuchen das Weihnachtsoratorium von Bach, falls das irgendwo in der Nähe aufgeführt wird. (Vielleicht geht es auch mit einer CD. Aber live is life.)
Nicht zuletzt: Gehen Sie am Heiligen Abend in eine Kirche zu einem der vielen Gottesdienste. Lassen Sie sich vom Krippenspiel anrühren, von der immer wieder neu erzählten Geschichte. Und hören Sie mit allen Sinnen auf die wirklichen Weihnachtslieder. (Rudolf das Rentier gehört definitiv nicht dazu!)
Eine echte Weihnachtsstimmung wünscht:
Pfarrer Reinhard Süpke
Autor: redAuf dem Weg zum großen Fest versuchen wir uns in die richtige Stimmung zu bringen. Aber was dabei alles geschieht, ist überhaupt nicht mehr stimmig. Und das Ziel – Einstimmung auf das Fest am Heiligen Abend und am ersten und zweiten Christtag – wird verfehlt.
Ich will gar nicht erst darauf eingehen, dass die Adventszeit gar keine Vorweihnachtszeit ist. Sondern eine Zeit, in der man sich besinnen sollte, auf das, was im Leben wirklich wichtig ist, was wirklich zählt, sollte der Strom mal ausgehen und unsere Lichterketten nicht mehr blinkern.
Da bin ich schon bei meinem Thema: Der helle Wahnsinn mit den Lichterketten. Es gibt schöne Lichterketten – aber: Wir haben kaum weiße Weihnachten in Deutschland. (Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Mitteleuropa weiße Weinachten gibt, liegt bei 20 bis 30 %, also zwei bis dreimal alle zehn Jahre.) Aber wir haben aus vergangenen Jahrhunderten eine romantische Vorstellung: Da gab es weiße Weihnachten noch und nöcher.
Wenn man allerdings bei wikipedia nachliest, waren weiße Weihnachten vor 200 bis 300 Jahren keiner Meldung wert. Vor allem waren sie für die meisten Menschen nicht erfreulich. Und was tun wir: Wir hängen Lichterketten, die an Eiszapfen erinnern, an die Dachrinne. Nicht nur, dass der Strom Geld kostet. Nicht nur, dass wir damit auch etwas dafür tun, dass es noch wärmer wird, weil wir der Klimaerwärmung zur Hilfe eilen. Es wirkt auch grotesk, im Dunkeln bei Temperaturen über Null Grad durch den Ort zu gehen und solche Zapfen zu sehen. Das stimmt einfach nicht und bringt mich nicht in die richtige Stimmung.
Wie gesagt: Es gibt schöne Lichterketten – aber:
Es gibt auch nervige. Zum Beispiel die mit ätzendem blauem Licht, die den Augen wehtun. Oder die, die ständig blinkern! Vielleicht liegt die Stimmungsmache ja darin, dass die Betreiber froh sind, wenn Weihnachten vorbei ist? Endlich können sie die ausschalten und es wird alles wieder normal?
Kurz gesagt: Da stimmt was nicht mit dem hellen Wahnsinn mancher Lichterketten. Von Leonardo da Vinci stammt der Satz: Wer zur Quelle gehen kann, gehe nicht zum Wassertopf.
Die Quelle für die richtige Weihnachtsstimmung ist die Geburt eines Kindes, dessen Eltern ihm nicht einmal ein ordentliches Bett geben konnten. Es wurde in eine Krippe gelegt. Später waren sie mit dem Kind auf der Flucht, so wie viele Millionen weltweit Menschen in diesen Tagen auf der Flucht sind. Weihnachten erzählt uns jedes Jahr davon, dass Jesus geboren wurde. Und dass in diesem Kind der unfassbare, ewige Gott, einer von uns Menschen wird: Klein wie Kind, auf der Flucht, weil ein Despot ihn durch seine Schergen umbringen will. Später wird dieses Kind ein Mann, der weiß, was es bedeutet, mit seiner eignen Hände Arbeit sich das tägliche Brot zu verdienen.
Schließlich kommt die Zeit, als Jesus öffentlich auftritt und solche steilen Sätze sagt: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis leben, sondern das Licht des Lebens haben. So was hat seine Zuhörer damals geärgert. Solche Sätze ärgern bis heute. Denn damit sagt uns Jesus, dass es in unseren Herzen nicht stimmt, egal, in welcher guten oder schlechten Stimmung wir uns befinden. Jesus stellt vor die Wahl: Lernt von mir und versucht das, was ich sage, in euerm Leben umzusetzen. Dann werdet Ihr Euch auf die wirkliche Melodie des Lebens einstimmen. Dann wird Euer Herz die richtige Stimmung haben. Wenn nicht, müsst Ihr immer falsche Stimmung machen. Dann dürft Ihr Euch aber nicht wundern, wenn Ihr so oft verstimmt seid im Leben.
Einige der damaligen Zuhörer hat das so verärgert, dass sie Jesus ablehnten und ans Kreuz brachten. Aber auch in diesem Moment war Jesus auf Gott, seinen Vater, eingestimmt. Am Kreuz trug ER die Verstimmung, die uns Menschen von der Stimme Gottes und Seiner Liebe weggebracht hat. Die Verstimmung des Misstrauens gegen Gott. Wer seine Verstimmungen zu Jesus bringt, wird einen Neufanfan erleben. Weil Jesus nicht im Tod geblieben ist. ER ist auferstanden und erwartet uns mit offenen Armen.
Wie können wir diese echte Stimmung finden? Hier ein paar Möglichkeiten:
Lesen Sie in der Bibel die Geschichte von Weihnachten. Sie finden Sie im Evangelium nach Matthäus und Lukas im jeweils ersten und zweiten Kapitel.
Besuchen das Weihnachtsoratorium von Bach, falls das irgendwo in der Nähe aufgeführt wird. (Vielleicht geht es auch mit einer CD. Aber live is life.)
Nicht zuletzt: Gehen Sie am Heiligen Abend in eine Kirche zu einem der vielen Gottesdienste. Lassen Sie sich vom Krippenspiel anrühren, von der immer wieder neu erzählten Geschichte. Und hören Sie mit allen Sinnen auf die wirklichen Weihnachtslieder. (Rudolf das Rentier gehört definitiv nicht dazu!)
Eine echte Weihnachtsstimmung wünscht:
Pfarrer Reinhard Süpke


