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Do, 21:30 Uhr
06.11.2014

Entwicklungen in Ilfeld

Der Bau des privaten Gymnasiums, die Ortsdurchfahrt und der Bau eines Supermarktes waren die Hauptthemen der Bürgerfragerunde auf der heutigen Ilfelder Einwohnerversammlung und auch ein Landtagsabgeordneter nahm daran teil...

Rund 70 Ilfelderinnen und Ilfelder trafen sich zur heutigen Einwohnerversammlung im Hotel „Harzparadis“. Unter ihnen waren die Ortsteilbürgermeister Hartmut Sauermann aus Ilfeld, Ulrich Wilke aus Niedersachswerfen, Vertreter des Gemeinderates Harztor, des Sozialverbandes VDK und Ilfelder Vereine.

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Wir haben es geschafft, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, begrüßte Harztor Bürgermeister Stephan Klante die Anwesenden. In die Landgemeinde wurden in diesem Jahr über 2,5 Millionen Euro investiert, davon trägt die Gemeinde Harztor einen Eigenanteil in Höhe von 600.000 Euro. Über zwei Jahre haben wir darauf hingearbeitet, dennoch steht die Landgemeinde mit 600.000 Euro im Minus. Größter Kostenpunkt im Haushalt ist die Kreis- und Schulumlage aber auch für die Kindertagesstätten muss Harztor rund 600.000 Euro aufbringen. Die Zuweisungen vom Land Thüringen bleiben zwar stabil aber die Kosten steigen immer weiter, berichtet Klante. Wir haben kaum noch Sparpotential, nur innerhalb der Verwaltung ist es möglich noch ein paar Euro weniger auszugeben. Wir überlegen mittlerweile, ob der Bleistift bei einer Länge von einem Zentimeter noch genutzt werden kann, verdeutlichte der Bürgermeister.
Harztor Bürgermeister (Foto: Sandra Witzel) Harztor Bürgermeister (Foto: Sandra Witzel)

Erfolgreich blickt er auch auf die Aktionen in der Gemeinde zurück. Zum ersten Mal fand in diesem Jahr ein Feriencamp statt, in Niedersachswerfen wurde aus Spenden ein Brunnen rekonstruiert und auch die Aktion „Neue Bänke für Harztor“, die ebenfalls durch Spenden finanziert wurde, wurde in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Der Harztorlauf, eine Sportveranstaltung die zum ersten Mal in Harztor durchgeführt wurde, könnte etwas ganz Großes werden, ist sich Klante sicher. Etabliert hat sich auch der Bürgerservice Harztor, der dank einer weiteren Förderperiode weiterhin im Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft zu finden ist.

Zurück in die Hand der Gemeinde ist der Ilfelder Burgberg. Nach Verkehrssicherungsmaßnahmen im kommenden Jahr wird der Harzer Sagenpfad dorthin verlegt.

Ein Schwerpunkt der Bürgeranfragen war die Ansiedlung eines Supermarktes im Gewerbegebiet. Der Gemeinderat hatte eine Bürgerbefragung in Betracht gezogen aber nicht durchgeführt. Dafür gibt es einen Grund, erläuterte Stephan Klante. Mittlerweile hat der Investor sein Angebot, einen 1.500 qm großen Markt zu errichten, zurück gezogen, will aber noch in diesem Jahr ein neues Konzept vorlegen. Wir können erst eine Befragung durchführen, wenn es konkrete Fakten gibt, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage.
Siegfried Gentele AfD (Foto: Sandra Witzel) Siegfried Gentele AfD (Foto: Sandra Witzel)

Kritisch sieht Landtagsabgeordneter Siegfried Gentele (AfD) die Ansiedlung eines neuen Supermarktes. Sind sie sich im Klaren, dass dadurch der Markt im Ortskern vielleicht schließen muss, fragte er die Anwesenden. Auf alle Fälle würde ein neuer Supermarkt die vorhandenen Strukturen durcheinander bringen.

Solange es den Gemeinderat in Ilfeld gab, bestand der Status „Erholungsort“, sogar schon vor der Wende, äußerte sich Walter Walzel enttäuscht über den Beschluss, von einer Neubeantragung abzusehen. Über Jahre hinweg wurde nicht kontinuierlich darauf hin gearbeitet, kritisierte das ehemalige Ortschaftsratsmitglied. Ilfeld wollte sich allein um das Thema „Tourismus“ kümmern, dazu gab es einen Beschluss im Gemeinderat, entgegnete Stephan Klante. Man muss einen Plan haben, für wen man den Tourismus anbieten möchte. Ein Konzept sieht der Harztorbürgermeister in Ilfeld noch nicht, das muss sich als erstes ändern. Einer späteren Neubeantragung stände dann nichts mehr im Wege.

Bereits im Frühjahr hatte das Straßenbauamt der Ilfelder Umgehungsstraße eine Absage erteilt. Die Begründung damals war, dass die Verkehrsbelastung noch nicht hoch genug ist, dennoch steht die Bundesstraße 4 auf der Agenda des Gemeinderates in Harztor, denn die Mitglieder sehen wie die Anwohner eine enorme Verkehrsbelastung. Eine Idee wäre ein Nachtfahrverbot für die LKWs auszusprechen, das muss aber noch geprüft werden.

Für das private Gymnasium in Ilfeld läuft derzeit eine Machbarkeitsstudie. Unser Wunsch war von Anfang an eine solche Schule hier zu eröffnen, sagte Stephan Klante. Das Problem sieht er nicht im Bau der Schule sondern darin, einen Betreiber zu finden. In den ersten drei Jahren erhält der Betreiber vom Land Thüringen kein Geld, muss also gut kalkulieren, dennoch ist er zuversichtlich.

Joachim Jauer vom Harzclub Ilfeld rief zum Abschluss der Einwohnerversammlung auf, für die Ilfelder Wetterfahne zu spenden. Sie ist ein Symbol für den Südharz aber leider abgefallen. Für den Wiederaufbau wir ein vierstelliger Betrag benötigt.

Sandra Witzel
Autor: swi

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