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Di, 19:00 Uhr
04.11.2014

Mund auf gegen Blutkrebs

Leukämie ist vor allem deswegen nur schwer zu heilen, weil man einen möglichst passgenauen Spender von Stammzellen braucht. Viele Variationen müssen hier bedacht werden, deswegen wird eine breite Datenbasis benötigt. An der Fachhochschule wurde heute nach potentiellen Spendern gesucht...

Mund auf gegen Blutkrebs (Foto: Angelo Glashagel) Mund auf gegen Blutkrebs (Foto: Angelo Glashagel)

Anja Arlet arbeitet als Laboringenieurin an der Fachhochschule. Im Jahr 2010 ließ sie sich im Rahmen einer sogenannten "Typisierung" als Stammzellspenderin erfassen. Mehr als eine Gewebeprobe der Wangenschleimhaut war nicht nötig. Ihre Daten wurden in der deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eingetragen. Weltweit können Ärzte und Mediziner, die nach passenden Spendern suchen, die Datenbank durchforsten.

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In Deutschland erhält laut DKMS alle 16 Minuten jemand die Diagnose: Blutkrebs. Um Erkrankungen des Blutbildenden Systems zu besiegen, eignen sich Stammzellen. Da der Körper diese aber abstoßen würde, wenn nicht eine möglichst große Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger besteht, braucht man eine breite Datenbasis. "Es gibt zehn Gewebemerkmale, die abgeglichen werden müssen", erläuterte Christopher Krügelstein von der DKMS, "die Möglichkeit der Variation reicht von 1 zu 20.000 bis zu 1 zu mehreren Millionen".

Frau Arlet erreicht irgendwann ein Paket. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie als mögliche Spenderin in Betracht kommt. Es folgte eine Blutuntersuchung und eine eingehendere Voruntersuchung beim Arzt. Schließlich wurden ihr periphär Stammzellen entnommen. Über fünf Tage wird einem dabei ein Medikament verabreicht, das die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut erhöht. Ähnlich einer Blutspende wird dann Blut entommen und die Stammzellen extrahiert. Diese Verfahren kommt in 80% der Fälle zum Einsatz. Die bekanntere Knochenmarksspende wird seltener angewandt. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach den Belangen des Patienten.

Anja Arlet und Christopher Krügelstein beantworteten Fragen (Foto: Angelo Glashagel) Anja Arlet und Christopher Krügelstein beantworteten Fragen (Foto: Angelo Glashagel)
Für die periphere Entnahme ist kein stationärer Aufenthalt nötig. "Eine Stunde nachdem ich gespendet hatte, konnte ich bei der DKMS anrufen und erfahren, wem ich geholfen hatte", erzählte Anja Arlet.

Gesucht werden vor allem jüngere Menschen. "Zum einen haben haben sie potentiell weniger Vorerkrankungen, die eine Spende verhindern könnten", erklärte Christopher Krügelstein, "zum anderen darf man nur bis zum 61 Lebensjahr spenden. Das heißt es fallen jeden Tag Menschen aus der Datenbank heraus". Jüngere verbleiben längerfristig in der Datenbank und das ist gut für die Datenbasis. Mit 4,7 Millionen Einträgen ist die DKMS der weltweit größte Datenverbund dieser Art. Vor allem aus der EU und den USA kommen Einträge hinzu, auf anderen Kontinenten hat man bisher noch nicht Fuß fassen können.

Anja Arlet spendete ihre Stammzellen für einen 60 Jahre alten Mann aus den USA. Ob die Therapie auch geholfen hat, ist nicht ausgemacht. Das kommt auf den Patienten an. Für Frau Arlet war es der Startschuss sich selbst bei der DKMS zu engagieren. Sie ist in der Region unterwegs, klärt auf und organisiert Aktionen wie jetzt die Typisierung an der Fachhochschule. Ab 14 Uhr wartete man auf Studenten, die sich Typisieren lassen wollten. Kurz nach 15 Uhr hatten sich schon 60 Personen das Stäbchen in den Mund gesteckt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
NDHler
04.11.2014, 22:08 Uhr
Gute Sache!
Ein zäher Kampf gegen diese heimtückische Krankheit!
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