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Fr, 11:19 Uhr
17.10.2014

Migration und Integration ist Vorteil

Das durchschnittliche nominale Nettoeinkommen der Migranten ist hier mehr als doppelt so hoch wie im Auswanderungsland. Einwanderer mit sehr guten Sprachkenntnissen erzielen rund 20 Prozent mehr Lohn als diejenigen, die die deutsche Sprache nicht gut beherrschen. Das sind zentrale Ergebnisse der neuen...


... IAB-SOEP-Migrationsstichprobe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

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Vor der Zuwanderung betrug der durchschnittliche Nettomonatsverdienst der Migranten 506 Euro, in Deutschland liegt er dagegen bei 1.273 Euro. Die realen Unterschiede sind allerdings aufgrund der Kaufkraftunterschiede zwischen Deutschland und den Herkunftsländern geringer als die nominalen.

Gute und sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache steigern sowohl die Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig zu sein, als auch die Verdienste deutlich. Der monatliche Nettolohn von Personen, die sehr gute Sprachkenntnisse vorweisen, liegt fast 22 Prozent über dem Lohnniveau von Personen, die über keine oder schlechte Deutschkenntnisse verfügen. Zugleich sinkt mit steigenden Sprachkenntnissen das Risiko, nicht entsprechend der beruflichen Qualifikation beschäftigt zu werden.

Mit der Anerkennung der beruflichen Abschlüsse steigt der Verdienst um 28 Prozent und sinkt das Risiko, ausbildungsinadäquat zu arbeiten. Rund ein Drittel der Migranten hat die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen beantragt. Bei 50 Prozent der Antragsteller wurden die Abschlüsse als vollständig gleichwertig, bei weiteren 20 Prozent als teilweise gleichwertig anerkannt.

Netzwerke sind für die Arbeitsuche entscheidend

Mehr als die Hälfte der Migranten fand ihre erste Arbeitsstelle durch Familienangehörige, Freunde und Bekannte, rund ein Fünftel durch eine öffentliche oder private Arbeitsvermittlung.

Die Lebenszufriedenheit der Migranten steigt an, wenn soziale Kontakte zu Personen ohne Migrationshintergrund gepflegt werden. Der Untersuchung zufolge haben drei Viertel der seit 1995 nach Deutschland zugezogenen Menschen private Kontakte zu Personen ohne Migrationshintergrund. Bei den vor 1995 zugezogenen Migranten liegt der Anteil sogar bei fast 85 Prozent. Umgekehrt hat nur ein Viertel der Personen ohne Migrationshintergrund in Deutschland private Kontakte zu Migranten.

Insgesamt sind in Deutschland lebende Migranten und ihre Nachkommen nicht unzufriedener oder zufriedener als Personen ohne Migrationshintergrund. Gut die Hälfte der befragten Migranten gibt allerdings an, dass sie in Deutschland aufgrund ihrer Herkunft Diskriminierungserfahrungen gemacht haben. Von den Befragten mit Diskriminierungserfahrung berichtet ein Viertel sogar von häufigen Diskriminierungserfahrungen.

Neue Muster gewinnen an Bedeutung

Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise ist der Anteil von Zuwanderern, die vor ihrem Zuzug nach Deutschland bereits in anderen Ländern gelebt haben, sprunghaft angestiegen. Betrug deren Anteil an den Zuwanderern im Zeitraum von 2000 bis 2007 noch rund 20 Prozent, verdoppelte er sich im Zeitraum von 2008 bis 2013 auf etwa 40 Prozent.

Die Studie beruht auf der neuen IAB-SOEP-Migrationsstichprobe mit rund 5.000 Befragten. Dabei werden Informationen zu ihrer Migrations-, Bildungs- und Erwerbsbiografie erhoben, aber auch zur Lebenszufriedenheit und zu Diskriminierungserfahrungen. Der Datensatz eröffnet neue Analysepotenziale für die Migrations- und Integrationsforschung und die Politikberatung, insbesondere im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration von Migranten und ihre Nachkommen.
Autor: red

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