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Fr, 08:06 Uhr
26.09.2014

Östliche Zuversicht

In die Zukunft der Bundesrepublik setzen die Menschen in den neuen Bundesländern mehr Hoffnung als im Vorjahreszeitraum: Hier steigt der Anteil der Optimisten im Herbst 2014 um neun Prozentpunkte auf 34 Prozent. Das Vertrauen der Ostdeutschen in ihr Privatleben bleibt dagegen stabil...

Grafik (Foto: Allianz AG) Grafik (Foto: Allianz AG)
Auf die Frage, wie sie ihrer persönlichen Situation in den nächsten zwölf Monaten entgegen sehen, antworten 56 Prozent der Befragten „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“ vor einem Jahr waren es zwei Prozentpunkte weniger. Das zeigt die aktuelle repräsentative Allianz Zuversichtsstudie, ein Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.

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Insgesamt wurden bereits mehr als 50.000 Menschen im Rahmen der Studie zur Zuversicht für Deutschland und für ihr persönliches Leben befragt.

Auch im bundesweiten Vergleich spiegelt sich das gewachsene Vertrauen der Bürger wider, die in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Hause sind: Die Zuversicht für Deutschland und die Zuversicht für das persönliche Leben sind im dritten Quartal 2014 um einen beziehungsweise zwei Ränge geklettert. Im Vorjahreszeitraum 2013 und im Sommer 2014 belegten die östlichen Bundesländer in beiden Kategorien noch den letzten Platz unter den sieben verglichenen Regionen.

Höhere Zuversicht in den Arbeitsmarkt

Das Vertrauen in die allgemeine Wirtschaftslage ist im dritten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte gestiegen, und die Zuversicht für den Arbeitsmarkt hat um drei Prozentpunkte zugenommen. „Die Arbeitslosenzahlen in Ostdeutschland sinken“, sagt Frank Brettschneider, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. „Der wirtschaftliche Aufschwung hält in den neuen Bundesländern immer noch an. Das stärkt die Zuversicht der Menschen wenn auch angesichts der weltweiten Krisen nur leicht.“

Die Zuversicht für den Umwelt- und Klimaschutz ist in Ostdeutschland um zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal zurückgegangen. Sie liegt mit 26 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 30 Prozent.

Die steigende Zahl extremer Wetterereignisse und Naturkatastrophen macht die Menschen nachdenklich. „Allein im vergangenen Jahr hat die Allianz in Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen 36.000 Schäden reguliert. Die Schadensumme belief sich auf mehr als 300 Millionen Euro. Hier schlägt das Hochwasser vom Juni 2013 zu Buche", sagt Dr. Andreas Bittl, Repräsentant der Allianz am Standort Leipzig.

Eigenes Zuhause stiftet am meisten Zuversicht

Für Rückenwind bei der persönlichen Zuversicht sorgen das eigene Zuhause und das familiäre Umfeld. Mit 82 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) und 76 Prozent (plus 14 Prozentpunkte) sind diese beiden Kategorien die wichtigsten Hoffnungsträger im Osten Deutschlands. Die Zuversicht für Familie, Partnerschaft und Kinder hat den höchsten Wert seit Beginn der Allianz Zuversichtsstudie im Jahr 2007 erreicht. „

"Ostdeutschland ist bei der Kinderbetreuung auf einem guten Weg“, sagt Frank Brettschneider. „Die Betreuungsquote liegt teilweise schon bei über fünfzig Prozent und ist bundesweit an der Spitze. Die Länder investieren in den weiteren Ausbau. Das schafft große Zuversicht.“ Weniger optimistisch als im Herbst 2013 sind die Menschen jedoch für die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes (minus sieben Prozentpunkte).

Jubel währt in Deutschland nur kurz

Die gute Stimmung vor der Fußball-WM ist der Ernüchterung gewichen. Trotz des Titelgewinns ist insgesamt die Zuversicht für Deutschland nach einem Allzeithoch im zweiten Quartal kontinuierlich zurückgegangen. Die Sorgen über die weltweiten Krisen überlagern die Freude über den Titelgewinn. Die monatlichen Werte zeigen diesen Trend deutlich: Seit Mai ist der Anteil der Optimisten für die Entwicklung Deutschlands in den nächsten zwölf Monaten von der Hälfte (49 Prozent) auf lediglich ein Drittel (32 Prozent) im September gesunken.

Für das dritte Quartal 2014 beträgt der Anteil der Optimisten damit nur noch 38 Prozent nach 44 Prozent im Vorquartal. Die gute Stimmung, die die WM im Vorquartal mitbedingt hat, war damit nicht von Dauer. Langfristig betrachtet, ergibt sich ein positiveres Bild: Seit der erstmaligen Erhebung der Ergebnisse im Jahr 2007 liegt die Zuversicht für Deutschland heute auf dem dritthöchsten gemessenen Wert.

Vor allem die Zuversicht für die Wirtschaft (minus zehn Prozentpunkte) und die Sicherheit der Arbeitsplätze (minus fünf Prozentpunkte) weisen im Vergleich zum Vorquartal einen deutlich rückläufigen Trend auf. „Die seit Monaten andauernden weltweiten Krisen verunsichern die Menschen zunehmend. Viele Branchen hängen vom Export ab. Drohen Märkte aufgrund von Krisen auszufallen, sinkt das Vertrauen in die Sicherheit der Arbeitsplätze“, erklärt Dr. Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG.
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