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Mo, 10:05 Uhr
04.08.2014

Hilfe für Zuhause

Viele psychisch Kranke müssen sich immer wieder im Krankenhaus behandeln lassen. Doch es gibt eine Alternative zum sogenannten Drehtüreffekt: Mit dem neuen „NetzWerk Psychische Gesundheit“ bietet die DAK-Gesundheit in Thüringen den Betroffenen jetzt eine Möglichkeit, im vertrauten Umfeld zu bleiben...

Hilfe für Zuhause (Foto: DAK-Gesundheit/Wigger) Hilfe für Zuhause (Foto: DAK-Gesundheit/Wigger)

Mobile Teams unter fachärztlicher Leitung suchen die Patienten zu Hause auf, ein persönlicher Bezugstherapeut koordiniert die Behandlung. Mit dem Vertrag zur Integrierten Versorgung (IV) schließen die DAK-Gesundheit und ihr Vertragspartner IVPNetwork eine Versorgungslücke in Thüringen.

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Mit dem Spezialisten-Netzwerk will die Kasse eine Alternative zur Regelversorgung anbieten. „Bei der ambulanten Versorgung psychisch Kranker in Thüringen gibt es noch Nachholbedarf“, sagt DAK-Vertragschef Marcus Kaiser.

Hier setzt der neue Vertrag an: Der Versicherte soll in seinem sozialen und beruflichen Umfeld bleiben können und dort stabilisiert werden. „Zu Hause lassen sich psychische Erkrankungen vielfach besser behandeln“, betont Kaiser. Für Krisensituationen gibt es rund um die Uhr eine Telefon-Hotline und bei Bedarf auch geschützte Rückzugsräume. Betreut werden die Patienten durch ein Netzwerk aus Psychiatern, Psychotherapeuten, sozialpsychiatrischen Diensten sowie Haus- und Fachärzten.

Teilnehmen können Versicherte zwischen 10 und 80 Jahren. Die Patienten melden sich nicht selbst, sondern werden von der Kasse oder dem jeweiligen Kooperationspartner vorgeschlagen. Die Aufnahme erfolgt dann nach einer gründlichen Beratung durch den behandelnden Arzt. Von dem Vertrag profitieren vor allem Patienten mit schweren akuten und chronischen psychischen Erkrankungen.

Dazu gehören Depressionen, Psychosen, Persönlichkeits- , Verhaltens- und Angststörungen. „Diesen Menschen wollen wir durch eine enge Verzahnung aller erforderlichen Leistungssektoren helfen“, sagt Vertragschef Kaiser. Bis zu drei Jahre können Patienten das neue Modell der ambulanten Versorgung nutzen und um jeweils zwölf Monate verlängern. Auf Wunsch kann die Teilnahme auch jederzeit beendet werden. Nähere Informationen finden sich unter www.dak.de/psycho-netzwerk-thueringen

Der Vertrag gilt für ganz Thüringen. Kooperationspartner gibt es bislang in Altenburg, Erfurt, Jena, Mühlhausen und Pößneck. Dabei soll es allerdings nicht bleiben. „Wir streben an, ein flächendeckendes Netzwerk aufzubauen“, sagt Kaiser.

In Deutschland leiden rund sieben Millionen Menschen unter psychischen Erkrankungen. Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2014 zeigt, dass ihr Anteil auch in Thüringen einen erheblichen Umfang hat: Bei den Krankschreibungen stehen psychische Störungen mit 11,4 Prozent auf dem vierten Platz.

Die DAK-Gesundheit ist mit 6,3 Millionen Versicherten eine der größten Krankenkassen Deutschlands.
Autor: red

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