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Mo, 13:58 Uhr
14.07.2014

Go West - Feuer expandiert in den USA

Der Nordhäuser Kurbelwellenhersteller FeuerPowertrain expandiert in den USA. Unterstützung kommt da auch von Seiten der US-Regierung, die heute das Nordhäuser Werk in Augenschein nahm...


"Very impressive" - sehr beeindruckend, sagte Christina Sevilla, Deputy Assistant U.S. Trade Representative im Büro des US-Handelsbeauftragten, nach der Führung durch die Nordhäuser Werkshallen. Es sei erstaunlich, was hier in wenigen Jahren geschaffen worden sei.

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Auf ähnliche Erfolge hofft man nun auch in den USA. Sevilla sprach von einer "win-win" Situation für Deutsche und Amerikaner. Denn FeuerPowertrain errichtet nahe Memphis im Bundesstaat Mississippi derzeit ein neues Werk, in dem zunächst Kurbelwellen für eine V8-Motor gefertigt werden sollen. 40 Mitarbeiter werden dort noch dieses Jahr eingestellt, in vier bis fünf Jahren sollen es 300 sein. Für die Beschäftigten in Nordhausen sei das keine Gefahr, sagte Feuers CEO Bernd Gulden. Im Gegenteil, meinte Gulden, die Arbeitsplätze würden durch die Expansion eher sicherer werden.

Die USA sind der wichtigste Markt für das Unternehmen und dort zu produzieren, wo die Nachfrage am größten ist, sei der wirtschaftlich sinnvolle Schritt. Auf Exporte in die USA entfallen für FeuerPowertrain bisher etwa 2,5% Zollgebühren. Die könnten auf nahezu Null sinken oder ganz entfallen, wenn das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, auch als TTIP bekannt, in Kraft tritt, hofft man beim Kurbelwellenhersteller.

von links: Lori Cooper, Bernd Gulden, Christina Sevilla (Foto: Angelo Glashagel) von links: Lori Cooper, Bernd Gulden, Christina Sevilla (Foto: Angelo Glashagel)

Dem umstrittenen Abkommen, von dem Kritiker befürchten es könnte europäische Standards im Umwelt- und Verbraucherschutz aushöhlen und es Unternehmen ermöglichen, vor nicht-öffentlichen Schiedsgerichten gegen Staaten zu klagen, steht Gulden positiv gegenüber. Die Kritikpunkte seien "Peanuts" wenn man das gesamte Bild betrachte, so Gulden.

Ähnlich sahen das die US-Vertreterin Sevilla und ihre Begleiterin Lori Cooper vom Department of Commerce. Gut 13 Millionen existierende Jobs würden durch TTIP gesichert werden, so Sevilla. Durch die Eliminierung von Tarifen wie der Zollgebühr könnten die Kosten für Unternehmen wie FeuerPowertrain um gut zwei Milliarden Dollar gesenkt werden. "Wir wollen neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen und unsere Beziehungen stärken", sagte Seville.

Die sind nach der NSA-Affäre und den letzten Enthüllungen über Doppelagenten und Spionagevorwürfe auf höchster Ebene jedoch äußerst angespannt. "Die deutsch-amerikanische Allianz ist eine der stärksten der Welt", sagte Seville selbstsicher, "und ich bin von der Stärke dieser Beziehung überzeugt". Es gelte nun, die bisherige Allianz auch auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszudehnen und die Bemühungen im beiderseitigen Interesse zu verdoppeln.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
14.07.2014, 14:15 Uhr
Auf dem Teppich bleiben
Von der einen Seite lobt man die Expansion in den USA und von der anderen Seite kritisiert man die schleppende Situation zu einem Freihandelsabkommen zur EU.
Man will anscheinend nur für seinen Konzern die günstigsten Konditionen haben.
Was auch irgendwie verständlich ist.
Aber an so einem Freihandelsabkommen hängt eben ein bisschen mehr, als die Interessen von Power Train.
Da ist auch politischer Druck ein Mittel.
Notfalls könnte man ja das oder die europäischen Werke beim einem eventuellen Scheitern des Abkommens in Frage stellen.
Man wird sehen.
wehmeyer
15.07.2014, 02:08 Uhr
Schönrederei von TTIP
es ist wieder so ein typischer TTIP-Propagandartikel, der in keinster Weise die negativen Aspekte dieses Abkommens darstellt und dem Leser den Eindruck verschafft, dass Zitat: "...Die Kritikpunkte seien "Peanuts" wenn man das gesamte Bild betrachte" - so eine Äußerung ist einfach unfassbar und kann nur von jemanden stammen, dem das Allgemeinwohl egal ist und nur die Dollarnoten in den Augen hat!

Ich frage mich auch ernsthaft, woher die Beteiligten die Zahl mit den 13 Millionen Arbeitsplätzen haben, die dadurch angeblich gesichert werden? Fast nichts von diesem Abkommen dringt nach außen, nur vage Details, und dann wird so eine Zahl in den Raum geworfen?!? Eine Quellangabe bzw. die verwendete Berechnungsformel für diese Zahlen würde ich begrüßen!

Sicherlich wären manche Regeln dieses Abkommens vorteilhaft für deutsche Firmen, aber nicht in der Art und Weise, nur hinter verschlossenen Türen ausgearbeitet und unter Ausschluss der Öffentlichkeit - denn man braucht nur 1 und 1 zusammenzuzählen um zu erkennen, warum dies so gehandhabt wird? Die breite Masse soll keine Chance bekommen zu erkennen, was für ein Trugschluss sich für die Allgemeinheit dahinter verbirgt - denn nur die Firmen/Konzerne und die Finanzindustrie werden davon profitieren!
Retupmoc
15.07.2014, 13:52 Uhr
Stop TTIP
In anderen Ländern ist der Bürger aufgeklärter als in Schland. Beispiele gefällig:

Etwa 20 gentechnisch veränderte Pflanzen warten gerade auf die Zulassung durch die EU.

In den USA ist zum Beispiel erlaubt Hühner noch dichter, schmutziger und industrieller zu halten, als hier üblich.

Neben dem TIPP gibt es Geheimverhandlungen, in denen es um die Privatisierung des Wassers geht. Es steht die Daseinsorsorge mit Wasser auf dem Spiel. Und keiner merkts.

TIPP heißt noch mehr Macht für Lobbyisten. Und da sind wir bei Artikel. Na klar ...alles nur Peanuts, wenn es ums große Geld geht. Auch Powertrain ist Kapitalist. Was die 13 Millionen Arbeitsplätze betrifft, vortrefflich - gegen Arbeitsplätze kann man nichts sagen, auch wenn man die Zahl völlig aus Luft greift.

Von mir bekommen Sie, liebe Geheimverhandler , kein Mandat für den weiteren Ausverkauf der Wirtschaft, unserer Eigenständigkeit ( was nach 20 Jahren EU-Diktatur noch übrig ist ). Wenn uns die EU wie beim Vertrag von Lissabon wieder über den Tisch ziehen will, so muss man etwas dagegen tun.
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