Mo, 12:05 Uhr
14.07.2014
Abschied nach 13 Jahren
Er hat die Entwicklung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora seit dem Beginn des neuen Jahrtausends entscheidend mitgeprägt. Nun nimmt Dr. Jens-Christian Wagner Abschied. Heute blickte er zurück – natürlich mit den Augen eines Historikers...
Dieser "Stapel" an Publikationen ist auch das Ergebnis von 13 Jahren Arbeit in Nordhausen
Wagner übernimmt zum 1. September 2014 als Geschäftsführer die Leitung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Er leitete die Gedenkstätte Mittelbau-Dora seit 2001. Während seiner Amtszeit wurde die Gedenkstätte von Grund auf neu konzipiert, denn er konnte auch über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen. Ein Umstand, der seiner Vorgängerin Dr. Cornelia Klose weitestgehend verwehrt war. Unter anderem entstand der Museumsneubau mit der ständigen Ausstellung, die 2006 eröffnet wurde.
Und Wagner hat auch außerhalb der Gedenkstätte Spuren hinterlassen. Er hat die Menschen in und um Nordhausen herum mehrfach sensibilisiert, sich mit dem KZ in unmittelbarer Nähe auseinander zu setzen. Mehr noch: sich mit den Spuren des Grauens, mit den Verwebungen in die damalige Gesellschaft hinein zu beschäftigen. Das hatte ihn nicht immer bequem gemacht. Aber was ist schon bequem in der historischen Aufarbeitung einer unbequemen Vergangenheit?
Wie allerdings geht es weiter? Momentan sei er traurig, dass er in diesem Raum - gemeint ist die Feuerwache - keine Ausstellung mehr etablieren könne. Mit dem Komplex Mittelbau Dora hatte sich Wagner bereits vor 20 Jahren, während seines Studiums in Göttingen, wissenschaftlich auseinandergesetzt. Zwar freue er sich auf die neue Aufgabe, doch es sei hier ein Super-Team gewesen, das er jetzt zurücklassen werde. Gemeinsam sei viel bewegt worden und nicht zuletzt sei die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora von einer Kreis-Gedenkstätte zu einer national und international beachteten Gedenkstätte entwickelt worden. Positiv in die Stadt Nordhausen wirkt nun auch die Verbindung zur Flohburg, die sich mittlerweile zu einem Veranstaltungsraum für die Gedenkstätte entwickelt hat.
Bis Ende August soll ein Nachfolger/Nachfolgerin für die Leitung der Gedenkstätte gefunden sein. Eine bundesweite Ausschreibung wurde vor einigen Tagen veröffentlicht. In seiner neuen Funktion in Niedersachsen ist 48jährige Wagner auch für die Gedenkstätte Bergen-Belsen verantwortlich. Das bedeutet eine künftig engere Zusammenarbeit.
Für die personelle Nachfolgeschaft bleibt noch viel zu tun: Alle 56 Baracken freilegen, das Gelände immer wieder pflegen und, und, und. Es wird darüber hinaus eine zweite personelle Veränderung geben. Der für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Andreas Froese-Karow wird sein Volontariat beenden, will der Gedenkstätte bei Nordhausen ebenfalls verbunden bleiben. In der Zeit der Vakanz wird sie von Dr. Regine Heubaum geleitet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDieser "Stapel" an Publikationen ist auch das Ergebnis von 13 Jahren Arbeit in Nordhausen
Wagner übernimmt zum 1. September 2014 als Geschäftsführer die Leitung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Er leitete die Gedenkstätte Mittelbau-Dora seit 2001. Während seiner Amtszeit wurde die Gedenkstätte von Grund auf neu konzipiert, denn er konnte auch über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen. Ein Umstand, der seiner Vorgängerin Dr. Cornelia Klose weitestgehend verwehrt war. Unter anderem entstand der Museumsneubau mit der ständigen Ausstellung, die 2006 eröffnet wurde.
Und Wagner hat auch außerhalb der Gedenkstätte Spuren hinterlassen. Er hat die Menschen in und um Nordhausen herum mehrfach sensibilisiert, sich mit dem KZ in unmittelbarer Nähe auseinander zu setzen. Mehr noch: sich mit den Spuren des Grauens, mit den Verwebungen in die damalige Gesellschaft hinein zu beschäftigen. Das hatte ihn nicht immer bequem gemacht. Aber was ist schon bequem in der historischen Aufarbeitung einer unbequemen Vergangenheit?
Wie allerdings geht es weiter? Momentan sei er traurig, dass er in diesem Raum - gemeint ist die Feuerwache - keine Ausstellung mehr etablieren könne. Mit dem Komplex Mittelbau Dora hatte sich Wagner bereits vor 20 Jahren, während seines Studiums in Göttingen, wissenschaftlich auseinandergesetzt. Zwar freue er sich auf die neue Aufgabe, doch es sei hier ein Super-Team gewesen, das er jetzt zurücklassen werde. Gemeinsam sei viel bewegt worden und nicht zuletzt sei die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora von einer Kreis-Gedenkstätte zu einer national und international beachteten Gedenkstätte entwickelt worden. Positiv in die Stadt Nordhausen wirkt nun auch die Verbindung zur Flohburg, die sich mittlerweile zu einem Veranstaltungsraum für die Gedenkstätte entwickelt hat.
Bis Ende August soll ein Nachfolger/Nachfolgerin für die Leitung der Gedenkstätte gefunden sein. Eine bundesweite Ausschreibung wurde vor einigen Tagen veröffentlicht. In seiner neuen Funktion in Niedersachsen ist 48jährige Wagner auch für die Gedenkstätte Bergen-Belsen verantwortlich. Das bedeutet eine künftig engere Zusammenarbeit.
Für die personelle Nachfolgeschaft bleibt noch viel zu tun: Alle 56 Baracken freilegen, das Gelände immer wieder pflegen und, und, und. Es wird darüber hinaus eine zweite personelle Veränderung geben. Der für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Andreas Froese-Karow wird sein Volontariat beenden, will der Gedenkstätte bei Nordhausen ebenfalls verbunden bleiben. In der Zeit der Vakanz wird sie von Dr. Regine Heubaum geleitet.
Peter-Stefan Greiner


