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Di, 15:40 Uhr
01.04.2014

Dorfladen als Gemeindezentrum

Klimaschutz, demografischer Wandel, Daseinsvorsorge – der Schlüssel für die Bewältigung dieser Zukunftsfragen liegt in ihrer gemeinsamen Betrachtung und der Entwicklung integrierter Strategien. In diesem Fall liegt der Schlüssel in Werther...


"Durch die Eröffnung des Mehrzweck-Dorfladens und die Inbetriebnahme eines Elektroautos für Hol- und Bringdienste gehen wir neue Wege, um Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu geben. Hier entsteht ein neues Zentrum der Gemeinde. Wir brauchen gerade im ländlichen Raum mehr solcher Ankerpunkte“, sagte die Staatssekretärin für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Inge Klaan, heute bei der Eröffnung des Dorfladens in der Gemeinde Werther.

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Zuvor erläuterte Bürgermeister Hans-Jürgen Weidt die Historie dieses Gemeinschaftsprojektes, das vor zwei Jahren gemeinsam mit René Kübler und anderen Akteuren der Lift gGmbH angeschoben und bis zum heutigen Tag begleitet wurde. Danach begrüßte Weidt gefühlte 60 Minuten lang all jene, die irgendeinen Anteil am Projekt des Dorfladens haben, das mit einem elektromobilen Hol- und Bringedienst verknüpft ist.

„Die Gemeinde Werther ist eine für die ländlich geprägten Räume des Freistaats typische Gemeinde: acht Ortsteile, etwa 3.300 Einwohner auf einer Fläche von gut 60 Quadratkilometer. Das stellt die Organisation der Daseinsvorsorge vor große Herausforderungen“, so Klaan weiter. „Durch das Engagement der Menschen vor Ort ist es gelungen, ein neues Mehrzweck-Gemeindezentrum zu etablieren.“
Dorfladen eröffnet, Werther-Mobil übergeben (Foto: nnz)
Dorfladen eröffnet, Werther-Mobil übergeben (Foto: nnz)
Dorfladen eröffnet, Werther-Mobil übergeben (Foto: nnz)
Ein Dorfladen mit Poststelle bietet in Werther künftig Waren des täglichen Bedarfs an. Eine Kaffeeecke dient als Treffpunkt und lädt ein zum Gespräch. Gedacht ist auch an das Angebot von Dienstleistungen – vom Schuhmacher über die Wäscherei bis zur Änderungsschneiderei. Bei Bedarf soll auch ein Mittagstisch etabliert werden.

Das Elektroauto soll durch Hol- und Bringdienste den älteren Mitbürgern ermöglichen, sich länger eigenständig in der eigenen Wohnung zu versorgen. „Wir unterstützen gerne dieses Engagement für ein Gemeindezentrum in Werther. Wir wollen es auch auf seine Übertragbarkeit auf andere ähnlich strukturierte Kommunen hin untersuchen“, sagte die Staatssekretärin.

Das Verkehrsministerium fördert das Modellprojekt über einen Zeitraum von zwei Jahren mit knapp 120.000 Euro. Das Elektroauto soll auch Mitfahrdienste zum nächsten ‚ÖPNV-Verknüpfungspunkt‘ organisieren. Gleichzeitig soll mit dem „WertherMobil“ ein zunächst gemeindeinternes Car-Sharing-Angebot entwickelt werden, das einen Beitrag zur Stärkung der lokalen Identität leistet und eine Alternative zum Individualverkehr darstellt.

„Nicht nur unter dem umweltpolitischen Aspekt der Reduzierung von CO2-Emissionen erhoffen wir uns durch die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts durch die Fachhochschule Erfurt wertvolle Erkenntnisse für andere Thüringer Regionen. Es geht auch um die Erprobung innovativer Mobilitätskonzepte, die die Erreichbarkeit des ÖPNV ab der eigenen Haustür in den Blick nehmen“, so die Staatssekretärin.

Und die Aussichten sind gut für Werther. Noch ist der Dorfladen inklusive Post im Keller des Gebäudes eingebaut, doch bald soll der Umzug in die eigentlichen Räume vollzogen werden. In den kommenden Monaten ist dann noch eine E-Tankstelle am Dorfladen geplant.
Autor: red

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