Do, 11:35 Uhr
06.03.2014
Die Wirtschaft und der Frauentag
Der zunehmende Fachkräftebedarf in Thüringer Unternehmen macht die Erschließung bisher nicht ausreichend genutzter Potentiale notwendig. Dazu gehört neben der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer oder der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland auch die stärkere Einbindung von weiblichen Arbeitskräften...
Die Erwerbstätigenquote der Thüringer Frauen ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, auf derzeit 71,2 Prozent. Damit liegt der Freistaat auf Bundesniveau, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
Allerdings arbeiten rund 42 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Freistaat in Teilzeit, so Grusser weiter. Um die weiblichen Fachkräfte künftig stärker einzubinden, sei deshalb die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einer der Hauptansatzpunkte.
Die IHK Erfurt unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe bei der Etablierung einer familienbewussten Personalpolitik. Dazu gehört vor allem eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung, macht der IHK-Chef aufmerksam.
Die Öffnungszeiten in den Tagesstätten und Schulen wären oftmals nicht an den tatsächlichen Bedarf angepasst und stellten insbesondere Mütter im Schichtdienst vor große Herausforderungen. Daher setze sich die Erfurter Kammer im Rahmen ihrer Interessenvertretung auch bei den lokalen Jugendämtern für verlängerte Kita-Öffnungszeiten ein.
Ein weiterer Aspekt, den Frauenanteil bei den Erwerbstätigen zu erhöhen, ist die Unterstützung der weiblichen Unternehmensgründungen. Fast jede dritte Neugründung wird von einer Frau vorgenommen. Diese positive Entwicklung will die IHK Erfurt auch künftig zielgerichtet unterstützen, erklärt Grusser. Mit Sprechtagen für Existenzgründerinnen würden passgenaue Beratungen angeboten und die Netzwerkbildung unter den Unternehmerinnen verstärkt begleitet.
Bei der Förderung der Karrierechancen von Frauen sieht der IHK-Chef ebenso Entwicklungsmöglichkeiten. Wir ermuntern Unternehmen, sich die guten Qualifikationen von weiblichen Beschäftigten zu Nutze zu machen, denn die Führungspotenziale von Frauen werden häufig noch nicht ausreichend einbezogen. Gesetzliche Vorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen lehne die IHK-Organisation hingegen ab, da es das freiwillige Engagement der Firmen untergrabe und somit für die nachhaltige Förderung von Frauen kontraproduktiv sei.
Ohnehin nehme der Anteil der Managerinnen in Führungsetagen stetig zu. In der Privatwirtschaft sei laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung inzwischen jede zweite Führungskraft bis 24 Jahre eine Frau. Nach Auffassung des Hauptgeschäftsführers ein erfreulicher Trend, der auch bei den Hochschulabsolventen zu verzeichnen wäre. Studienabschlüsse erhielten inzwischen mehr Frauen als Männer. Kompetente Frauen als Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden, ist für Unternehmen eine zentrale strategische Aufgabe, so Grusser.
Auch die IHK Erfurt selbst wirke im Rahmen der demokratischen Spielregeln darauf hin, mehr Unternehmerinnen für das ehrenamtliche Engagement in den IHK-Gremien zu gewinnen.
Autor: redDie Erwerbstätigenquote der Thüringer Frauen ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, auf derzeit 71,2 Prozent. Damit liegt der Freistaat auf Bundesniveau, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
Allerdings arbeiten rund 42 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Freistaat in Teilzeit, so Grusser weiter. Um die weiblichen Fachkräfte künftig stärker einzubinden, sei deshalb die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einer der Hauptansatzpunkte.
Die IHK Erfurt unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe bei der Etablierung einer familienbewussten Personalpolitik. Dazu gehört vor allem eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung, macht der IHK-Chef aufmerksam.
Die Öffnungszeiten in den Tagesstätten und Schulen wären oftmals nicht an den tatsächlichen Bedarf angepasst und stellten insbesondere Mütter im Schichtdienst vor große Herausforderungen. Daher setze sich die Erfurter Kammer im Rahmen ihrer Interessenvertretung auch bei den lokalen Jugendämtern für verlängerte Kita-Öffnungszeiten ein.
Ein weiterer Aspekt, den Frauenanteil bei den Erwerbstätigen zu erhöhen, ist die Unterstützung der weiblichen Unternehmensgründungen. Fast jede dritte Neugründung wird von einer Frau vorgenommen. Diese positive Entwicklung will die IHK Erfurt auch künftig zielgerichtet unterstützen, erklärt Grusser. Mit Sprechtagen für Existenzgründerinnen würden passgenaue Beratungen angeboten und die Netzwerkbildung unter den Unternehmerinnen verstärkt begleitet.
Bei der Förderung der Karrierechancen von Frauen sieht der IHK-Chef ebenso Entwicklungsmöglichkeiten. Wir ermuntern Unternehmen, sich die guten Qualifikationen von weiblichen Beschäftigten zu Nutze zu machen, denn die Führungspotenziale von Frauen werden häufig noch nicht ausreichend einbezogen. Gesetzliche Vorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen lehne die IHK-Organisation hingegen ab, da es das freiwillige Engagement der Firmen untergrabe und somit für die nachhaltige Förderung von Frauen kontraproduktiv sei.
Ohnehin nehme der Anteil der Managerinnen in Führungsetagen stetig zu. In der Privatwirtschaft sei laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung inzwischen jede zweite Führungskraft bis 24 Jahre eine Frau. Nach Auffassung des Hauptgeschäftsführers ein erfreulicher Trend, der auch bei den Hochschulabsolventen zu verzeichnen wäre. Studienabschlüsse erhielten inzwischen mehr Frauen als Männer. Kompetente Frauen als Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden, ist für Unternehmen eine zentrale strategische Aufgabe, so Grusser.
Auch die IHK Erfurt selbst wirke im Rahmen der demokratischen Spielregeln darauf hin, mehr Unternehmerinnen für das ehrenamtliche Engagement in den IHK-Gremien zu gewinnen.

