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Do, 09:25 Uhr
17.10.2013

Dolmetscher im weißen Kittel

Wie das Südharz-Klinikum auf Verständigungsprobleme bei Patienten mit Migrationshintergrund reagiert, darüber hat sich jetzt der Integrationsbeirat des Landkreises informiert. Und wir geben diese Info gern an Sie weiter...

Beirat tagte im Südharz Klinikum (Foto: J. Piper) Beirat tagte im Südharz Klinikum (Foto: J. Piper)

Dabei nutzt das Klinikum das Potential der ausländische Ärzte und der Ärzte mit guten Fremdsprachenkenntnissen, die sich als Übersetzer für Patienten engagieren, berichtete Geschäftsführer Guido Hage. Im Intranet des Klinikums sind alle Ärzte aufgelistet, so dass jeder - egal ob auf Station oder im MVZ - der Hilfe bei Verständigungsproblemen braucht, diese Ärzte als Dolmetscher anfragen kann - für arabisch, ungarisch oder slowakisch beispielsweise.

Und die Mediziner kommen dafür auch ins Klinikum, wenn sie gerade keinen Dienst haben. Durch diese Sprachenvielfalt kann das Klinikum gut auf Patienten mit Migrationshintergrund zugehen, für die möglicherweise die Verständigung schwierig ist. Die meisten Migranten, die sich geplant im Klinikum behandeln lassen, "lösen mögliche Sprachprobleme in Eigeninitiative", so Guido Hage. Sie lassen sich beispielsweise von Familienangehörigen und Freunden helfen. Oder man kommuniziert auf Englisch. Wenn überhaupt komme es zu größeren Problemen bei ungeplanten Behandlungen, beispielsweise nach einem Unfall.

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Dann springen Ärzte häufiger als Dolmetscher, so Personalleiterin Anne Funk. Auch Aufklärungsbögen sind in Fremdsprachen verfügbar, beispielsweise in der Anästhesie in zehn, in anderen Bereichen in fünf Sprachen.

Bisher sei man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gut zurecht gekommen, so Guido Hage. Große Verständigungsprobleme kommen kaum vor und nur sehr, sehr selten kann ein Patient gar kein Deutsch. In Ausnahmefällen nutze das Klinikum externe Dolmetscher, muss die Kosten dafür allerdings selbst tragen. Stichwort Kosten: Es komme vor, dass das Klinikum bei Patienten aus dem Ausland auf den Behandlungskosten sitzen bleibe, beispielsweise bei LKW-Fahrern auf der Durchreise. Allerdings halte sich dies in einem sehr überschaubaren Rahmen, so Guido Hage. "Wir behandeln auch gezielt Kinder aus Krisengebieten, wo wir auf Einnahmen verzichten und kooperieren hier mit SOS-Kinderdörfern."

Wenn es tatsächlich zu Verständigungsproblemen in einer Sprache kommt, die kein Mitarbeiter des Krankenhauses spricht, kann das Südharz-Klinikum auch auf den SprIntpool Thüringen zugreifen. Koordinatorin Josina Monteiro stellte das geförderte Projekt vor, das es bundesweit gibt: ein Vermittlungsservice von speziell medizinisch geschulten Sprach- und Integrationsmittlern - kurz SprInt. "Studien zeigen, dass sich durch die Unterstützung von geschulten Sprachmittlern im Gesundheitssystem langfristig Kosten senken lassen, weil Mehrfachbehandlungen und -termine vermieden werden", sagt Josina Monteiro. Die Vergütung für diese Dienstleistung tragen die Krankenhäuser, ein Budget dafür gibt es bei den Krankenkassen nicht.

Als Fazit zogen der Beiratsvorsitzende Nader Mahboubkhah und Landrätin Birgit Keller, dass die Situation für Patienten mit Migrationshintergrund im Südharz-Klinikum vergleichsweise gut sei. Schwieriger könne es da bei niedergelassenen Ärzten werden, da die nicht auf einen Dolmetscher-Pool zugreifen können und auch Angebote wie die Sprach- und Integrationsmittler nicht so kurzfristig verfügbar sind. Hier springen Migranten wie Nader Mahboubkhah ein und helfen bei Bedarf Landsleuten bei der Übersetzung.
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
17.10.2013, 11:18 Uhr
Sorry
Sprachprobleme in einem Klinikum dürfen erst überhaupt nicht entstehen. Jemand der nicht vollständig der deutschen Sprache mächtig ist, sollte nicht am Patienten arbeiten. Das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern ist ein Gebot um den Patienten optimal behandeln und betreuen zu können.

Ich glaube zum Beispiel nicht, das z.B. in Los Angeles ein Arzt eingestellt wird, der nur polnisch spricht und ein paar Umgangsworte in britischem Englisch. Und ich möchte auch gern mal sehen, wie ein Patient nach einer OP im Intranet nach Dolmetschern sucht. Ich wünsche also allen Menschen, das Sie nicht krank werden. Das ist wohl das Beste!
DoctorS
17.10.2013, 12:05 Uhr
@Retupmoc
Die von Ihnen angesprochene Sprachbarriere kam in dem Artikel gar nicht wirklich vor. Es ging hier mehr um Patienten mit Migrationshintergrund und das diese unter Umständen sogar die einheimischen Ärzte nicht verstehen können.

Fachpersonal ist gelegentlich nur im Ausland zu finden, dies hat auch Budgetgründe. Deutsche Ärzte verlangen oft viel mehr Geld, aber darum geht es hier auch nicht.

Das von Ihnen angesprochen Problem besteht tatsächlich, es muss auch gewährleistet sein, dass ein deutschsprachiger Patient, einen Facharzt aus der Slowakei verstehen kann. In diesem Punkt gebe ich Ihnen Recht!
Janko
17.10.2013, 12:19 Uhr
@retupmoc
Reicht es Ihnen jetzt schon, einfach nur die Überschrift zu lesen, um sich sofort schriftlich zu echauffieren? Denn den Artikel können Sie schwerlich gelesen haben, da es dort nicht um Ärzte, sondern um Patienten geht, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.
I.H.
17.10.2013, 12:27 Uhr
Deitsche Sprache, swere Sprache
Dauerkommentator Harzer_Retupmoc sollte die Artikel vielleicht mal lesen und verstehen bevor er seinen Sermon absetzt. Es geht um Patienten mit anderer Muttersprache und nicht um die Ärzte.

Aber es steht ihm natürlich frei, sich von einem polnischen Arzt nicht behandeln zu lassen. Niemand wird zur Behandlung gezwungen. Insofern ist Harzer_Retupmocs genialer Kommentar irrelevant und mal wieder ein Tonnenprodukt.
Fischkopf
17.10.2013, 18:54 Uhr
nicht nur Patienten ...
... mit Migrationshintergrund brauchen einen Dolmetscher, sondern die deutschen Bürger genauso.

@ Statler

So irrelevant ist der Kommentar von Retupmoc nämlich nicht, denn es arbeiten im SHK Ärzte bzw.Anästhesisten, die die deutsche Sprache nicht richtig beherrschen. Es gab nämlich mehrmals Verständigungsschwierigkeiten. Und ich habe dann zum Schluß einfach nur noch genickt und zu allem ja gesagt, damit ich es hinter mir hatte.
Auf einen deutschen Anästhesisten konnte ich leider nicht zurück greifen, da keiner da war.

Also auch wir brauchen einen Dolmetscher. Es kann nicht sein, das mich jemand über die Risiken und Nebenwirkungen über eine OP aufklären will, der der deutsche Sprache nicht mächtig ist. Es ist einfach nur eine Zumutung für den Patienten.
Suse
17.10.2013, 20:59 Uhr
@Retupmoc hat Recht
auch deutsche Patienten brauchen einen Dolmetscher. Wer schon mal im Südharzkrankenhaus lag,wird das bestätigen. Schlimm ist es aber erst recht auf der Kinderstation,wenn einige Ärzte die deutsche Sprache nicht beherrschen. Wie soll man als Eltern dann das Gefühl haben,dass das Kind in guten Händen ist?Hier sollte wirklich von Seiten der Geschäftsleitung darauf geachtet werden,dass die Ärzte wenigstens verständlich mit dem Patienten und seinen Angehörigen reden können.Das schlimmste aber ist,dass die ausländischen Ärzte sicher gute Ärzte sind ,aber sehr billig von der Geschäftsleitung eingekauft werden.Zum Wohle des Patienten? wohl eher nicht,es geht leider im Gesundheitswesen nur noch ums Geld.
Harzer_Wolf
18.10.2013, 07:49 Uhr
Gut das es noch mitdenkende Menschen gibt
Fischkopf und Suse`s Kommentar kann ich mih nur anschließen. Als eine Bekannte von mir vor ein paar Wochen dort oben lag hatte Sie eine Verletzung am linken Arm. Auf dem Krankenblatt stand allerdings, das es der rechte Arm wäre, der verletzt ist. Kann sein, das es die Verständigung war. Vielleicht hat man auch nur rechts und links verwechselt. Es war auch nicht weiter für die Behandlung wichtig, sondern nur eine Nebensache. Wenn man dies allerdings vor einer OP macht, nicht auszudenken. Allen mitdenkenden Menschen wünsche ich einen shönen Freitag.
bseplus
18.10.2013, 12:39 Uhr
Know how und Verständnis
Zuerst einmal ist der Umstand, dass Ärzte aus beinahe 20 Nationen im SHK arbeiten, nicht schlecht. Hier geht es um den Austausch von Wissen auch über Ländergrenzen hinweg. Denn auch wir in Deutschland partizipieren vom Know how der Ärzte.

Hier geht es aber um Integration, im Artikel bezogen auf die sprachliche Unterstützung von Patienten mit Migrationshintergrund und fehlenden deutschen Sprachkenntnissen. Auch dieser Ansatz ist positiv, schließlich geht es ja um die Hilfe für die Patienten - noch immer der Hauptzweck eines Krankenhauses.

Was allerdings fehlt, ist die Frage der Verständigung zwischen Ärzten und Patienten (egal welcher sprachlicher Herkunft) in zwischenmenschlichen Dingen. Das geht von den in einem Kommentar angesprochenen Kindern bis hin zu den alten Menschen. Hier gibt es Fragen, die über medizinische Begriffe hinausgehen. Und die eine sprachliche Fertigkeit erfordern, die manchmal noch nicht einmal deutsche Muttersprachler unter den Ärzten beherrschen.

Integration bedeutet für mich also mehr als dem Patienten sagen zu können: sie haben die und die Krankheit. Und da sollte solch eine Integrationskonferenz ansetzen.
Glaskugel
18.10.2013, 14:12 Uhr
Deutschtümler haben Verständnisprobleme
Der Ansatz des SHK ist gut und begrüßenswert. Der Integrationsbeirat sollte sich aber auch um die Deutschtümler kümmern, denen ein deutscher Arzt wichtiger ist als fachliche Qualifikation. Dort besteht ebenfalls dringender Handlungsbedarf.

Wenn man von Kommentatoren z.B. liest " Auf einen deutschen Anästhesisten konnte ich leider nicht zurück greifen, da keiner da war" liegen die Probleme nicht nur im sprachlichen Bereich.

Die Probleme beginnen, wo Muttersprachler die einfachsten Aufklärungsbögen nicht verstehen. Dieser Kommentarstrang ist das beste Beispiel dafür, dass simples Lesen und Verstehen oftmals zur Hürde wird. Obwohl drei Kommentatoren den Inhalt des Artikels erklärt haben, konnten drei weitere den Inhalt überhaupt nicht erfassen.

Das zeigt praktisch ganz deutlich, dass bei zielführender Kommunikation nicht nur sprachliche Barrieren bestehen.
Suse
18.10.2013, 21:05 Uhr
@LisaH-auch sie haben wohl nicht verstanden
oder wollen es nicht verstehen.Ich habe absolut nichts gegen ausländische Ärzte und bezweifele auch nicht ihre Qualifikation.Tatsächlich ist es aber so,dass ich in den Land ,wo ich arbeite auch die Sprache vollkommen beherrschen muss.Das ist besonders im Gesundheitssektor von großer Bedeutung. Die Geschäftsleitung bemüht sich darum,dass ausländische Patienten hier optimal betreut werden können und dass ihnen alles in Ihrer Muttersprache erklärt werden kann. Das ist gut. Nur kann leider auch nicht jeder Patient perfekt ungarisch oder polnisch oder.. eine andere Sprache und man fühlt sich besonders hilflos,wenn man nicht richtig verständlich aufgeklärt werden kann.Das nächste Übel ist dann noch,dass diese Ärzte wohl noch mehr ausgebeutet werden,weil sie nämlich für einen Bruchteil des Gehaltes arbeiten,wie es wahrscheinlich für ihre Qualifikation tariflich vereinbart ist.Ich kannte sehr gute deutsche Ärzte,die vor ein paar Jahren das Südharzklinikum verlassen haben und noch heute in einem anderen Krankenhaus in Thüringen arbeiten. Das muss doch einen Grund haben? Aber das steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist ,dass die Geschäftsführung hier wohl für alle Patienten einen barrierefreien Weg der Verständigung finden muss.
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