Fr, 14:29 Uhr
11.10.2013
Die große Kunst des Jagdhornblasens
Ihr Großvater war Jäger. Von ihm erbte sie den grünen Hut. Als kostbares Gut hält sie ihn in Ehren, trägt ihn zu besonderen Anlässen. Großvater, lebte er noch, würde stolz auf seine Enkeltochter sein. Sie trat nicht nur in seine Fußstapfen, auch das Jagdhorn erlernte sie gekonnt blasen, trägt zur Erhaltung eines alten Brauchtums bei. Kurt Frank besuchte die engagierte Frau in Niedersachswerfen...
Carola Kaempffe ist eine hervorragende Jagdhornbläserin. Der Perfektion ging geduldiges und langjähriges Üben voraus.
Schon als Kind hatte Carola Kaempffe einen Hund. Wald, Feld und Flur hatten es ihr angetan. Das Mädchen sammelte Pilze, kraxelte auf Bäumen herum, lernte die Natur lieben und ihre Geschöpfe kennen. Ihr Vater, Hobby-Angler, mochte wie sie den Aufenthalt im Freien. Nach und nach reifte in dem Teenager der Gedanke, eines Tages mit Hund, Fernglas und Flinte sich in die Jägerschaft einzuordnen.
1997 legte Carola die Jagdeignungsprüfung ab. Die war sie 26 . Die junge Frau wollte fortan nicht nur auf Pirsch gehen. Das jagdliche Brauchtum zu pflegen und zu erhalten war ihr ein besonderes Anliegen. Das erfolgreiche grüne Examen verband sie daher mit dem Wunsch nach einem Jagdhorn. Am sogenannten Grünen Abend, der Aufnahme als offizielles Mitglied in die Weidmannsgilde, bekam sie es geschenkt. Die Freude war riesig. Liebevoll streicht sie heute noch über das kleine Instrument.
Geduldig übte Carola Kaempffe, dem Jagdhorn zunächst erst einmal brauchbare Töne zu entlocken. Allein würde sie es wohl nicht schaffen, das Instrument perfekt zu beherrschen. Nur Jagdsignale blasen waren mit der Zeit dann doch zu langweilig. Sie wollte ohne Fehl und Tadel sein. Gern nahm sie die Jagdhornbläsergruppe Birkenmoor auf. Jeden Mittwoch wird geübt. Eisern. In der Ilfelder Gaststätte Poppenbergs Ruh. Das Repertoire der Gruppe kann sich sehen lassen: Neben dem Verblasen und den Signalen Jagd vorbei und Halali sind es Märsche, Fanfaren und Weidmannslieder wie Auf, auf zum fröhlichen Jagen.
Während ich der sympathischen Frau auf der Terrasse ihres idyllischen Gartenbungalows gegenüber sitze, erklärt sie mir: Das Jagdhorn erklinge auch zur Gestaltung und Leitung von Gesellschaftsjagden. Das gebräuchlichste sei das Fürst-Pleß-Horn, ein Naturhorn ohne Ventile, auf dem die einfachen Signale erklingen. Für Jagdmusik werde das Ventilhorn geblasen. Zunehmender Beliebtheit erfreue sich in Thüringen auch das Parforce-Horn.
Alle Hörner in harmonischem Klang zu vereinen, sei die große Kunst das Jagdhornblasens. Zur diesjährigen Hubertusmesse im Dom zu Nordhausen Anfang November werde man davon Proben geben. Zur Kreisjägerschaft gehören 15 aktive Jagdhornbläser, weiß Carola Kaempffe. Unter ihnen, was sie glücklich macht, fünf Mädels.
Sohn Nils trat in die Fußstapfen der Mutter. Heute ist der 19-Jährige Jung-Jäger. Sieben Jahre war er alt, als Mama diesen Hirsch erlegte.
Tochter Nicole will Mama nacheifern. Und ihrem Bruder Nils, dem 19-jährigen Jung-Jäger. Zunächst bekam die 10-Jährige erst einmal Pfeil und Bogen zum Geburtstag. Und bastelt geschickt Nisthilfen für Singvögel. Bei aller Euphorie für das Jagdhornblasen vergisst Mutter Carola nicht die eigentliche Jagd. Ein Fuchs, im Revier Woffleben erlegt, war ihre erste Beute. Mittlerweile kamen einige Stücke Schwarz-, Reh- und Rotwild hinzu. Die studierte Bauingenieurin, tätig bei der Kehmstedt Bau GmbH, gibt sich bescheiden. Sie habe nur ein Repetiergewehr. Ohnehin gebrauche sie das Fernglas weitaus mehr als die Flinte.
Immer an der Seite von Carola Kaempffe auf der Pirsch ist heute ihre Shira. Die Deutsche Wachtelhündin, Farbschlag: helltiger, bekam die 42-Jährige als Welpen und übernahm die Ausbildung. Ein Jahr ist die Hündin jetzt alt. Noch etwas verspielt, aber sehr gelehrig. Die jagdliche Brauchbarkeit, erklärt die Frau im grünen Rock, sei durch Prüfungen nachzuweisen. Die hat Shira bestanden.
Kurt Frank
Autor: redCarola Kaempffe ist eine hervorragende Jagdhornbläserin. Der Perfektion ging geduldiges und langjähriges Üben voraus.
Schon als Kind hatte Carola Kaempffe einen Hund. Wald, Feld und Flur hatten es ihr angetan. Das Mädchen sammelte Pilze, kraxelte auf Bäumen herum, lernte die Natur lieben und ihre Geschöpfe kennen. Ihr Vater, Hobby-Angler, mochte wie sie den Aufenthalt im Freien. Nach und nach reifte in dem Teenager der Gedanke, eines Tages mit Hund, Fernglas und Flinte sich in die Jägerschaft einzuordnen.
1997 legte Carola die Jagdeignungsprüfung ab. Die war sie 26 . Die junge Frau wollte fortan nicht nur auf Pirsch gehen. Das jagdliche Brauchtum zu pflegen und zu erhalten war ihr ein besonderes Anliegen. Das erfolgreiche grüne Examen verband sie daher mit dem Wunsch nach einem Jagdhorn. Am sogenannten Grünen Abend, der Aufnahme als offizielles Mitglied in die Weidmannsgilde, bekam sie es geschenkt. Die Freude war riesig. Liebevoll streicht sie heute noch über das kleine Instrument.
Geduldig übte Carola Kaempffe, dem Jagdhorn zunächst erst einmal brauchbare Töne zu entlocken. Allein würde sie es wohl nicht schaffen, das Instrument perfekt zu beherrschen. Nur Jagdsignale blasen waren mit der Zeit dann doch zu langweilig. Sie wollte ohne Fehl und Tadel sein. Gern nahm sie die Jagdhornbläsergruppe Birkenmoor auf. Jeden Mittwoch wird geübt. Eisern. In der Ilfelder Gaststätte Poppenbergs Ruh. Das Repertoire der Gruppe kann sich sehen lassen: Neben dem Verblasen und den Signalen Jagd vorbei und Halali sind es Märsche, Fanfaren und Weidmannslieder wie Auf, auf zum fröhlichen Jagen.
Während ich der sympathischen Frau auf der Terrasse ihres idyllischen Gartenbungalows gegenüber sitze, erklärt sie mir: Das Jagdhorn erklinge auch zur Gestaltung und Leitung von Gesellschaftsjagden. Das gebräuchlichste sei das Fürst-Pleß-Horn, ein Naturhorn ohne Ventile, auf dem die einfachen Signale erklingen. Für Jagdmusik werde das Ventilhorn geblasen. Zunehmender Beliebtheit erfreue sich in Thüringen auch das Parforce-Horn.
Alle Hörner in harmonischem Klang zu vereinen, sei die große Kunst das Jagdhornblasens. Zur diesjährigen Hubertusmesse im Dom zu Nordhausen Anfang November werde man davon Proben geben. Zur Kreisjägerschaft gehören 15 aktive Jagdhornbläser, weiß Carola Kaempffe. Unter ihnen, was sie glücklich macht, fünf Mädels.
Sohn Nils trat in die Fußstapfen der Mutter. Heute ist der 19-Jährige Jung-Jäger. Sieben Jahre war er alt, als Mama diesen Hirsch erlegte.
Tochter Nicole will Mama nacheifern. Und ihrem Bruder Nils, dem 19-jährigen Jung-Jäger. Zunächst bekam die 10-Jährige erst einmal Pfeil und Bogen zum Geburtstag. Und bastelt geschickt Nisthilfen für Singvögel. Bei aller Euphorie für das Jagdhornblasen vergisst Mutter Carola nicht die eigentliche Jagd. Ein Fuchs, im Revier Woffleben erlegt, war ihre erste Beute. Mittlerweile kamen einige Stücke Schwarz-, Reh- und Rotwild hinzu. Die studierte Bauingenieurin, tätig bei der Kehmstedt Bau GmbH, gibt sich bescheiden. Sie habe nur ein Repetiergewehr. Ohnehin gebrauche sie das Fernglas weitaus mehr als die Flinte.
Immer an der Seite von Carola Kaempffe auf der Pirsch ist heute ihre Shira. Die Deutsche Wachtelhündin, Farbschlag: helltiger, bekam die 42-Jährige als Welpen und übernahm die Ausbildung. Ein Jahr ist die Hündin jetzt alt. Noch etwas verspielt, aber sehr gelehrig. Die jagdliche Brauchbarkeit, erklärt die Frau im grünen Rock, sei durch Prüfungen nachzuweisen. Die hat Shira bestanden.
Kurt Frank



