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Mo, 08:28 Uhr
07.10.2013

Überzahl nicht genutzt

Ausführlich hatten wir gestern bereits über die Regionalliga-Partie zwischen dem 1. FC Magdeburg und Wacker Nordhausen berichtet. Jetzt gibt es noch einmal eine Zusammenfassung von Lars Koch...


Am neunten Spieltag war Wacker Nordhausen beim FC Magdeburg gefragt. Trainer Jörg Goslar hatte nach dem 2:1-Heimsieg gegen Viktoria Berlin auch gegen Magdeburg etwas drin sei... und es war was drin. Zumindest einen Punkt hätten die Nordhäuser holen können.

Das erste Ausrufezeichen der Partie setzte Marcel Goslar, der schon in der ersten Spielminute über Löhmannsröben und Christoph Rischker in Szene gesetzt wird und dann allein auf Magdeburgs Keeper Matthias Tischer zumarschierte. Tischer bewahrt sein Team mit dem Fuß und toller Parade vor dem frühen Rückstand. Doch auch Magdeburg ist gleich hellwach, marschiert im Gegenzug Richtung Wacker-Tor. Die Flanke in den Strafraum findet auch einen Abnehmer, der Kopfball geht jedoch übers Tor.

Der erste von einigen Aufregern der Partie dann in der neunten Minute. Marcel Goslar marschiert wieder über den rechten Flügel und wäre wohl allein auf weiter Flur durch gewesen. Da konnte Magdeburgs Christopher Reinhard nur noch die Notbremse ziehen, foulte Goslar von hinten, ohne Chance den Ball zu treffen. Die einzig logische Konsequenz, bei der es keine zwei Meinungen geben konnte, war glatt Rot. Schiedsrichter Lutz Rosenkranz zögerte auch nicht, zog den Karton und schickte Reinhard in der elften Minute duschen. Das es aber doch zwei Meinungen gibt, zeigten die Trainer. Jörg Goslar und Andreas Petersen gerieten im Aufreger Nummer zwei der Partie in ein kurzes aber hitziges Wortgefecht.

Fußball gespielt wurde aber auch noch und Nordhausen machte klar, dass man die sich bietende Chance nutzen wollte. Die nächsten beiden richtig guten Möglichkeiten hatte Dennis Carl. Erst legte ihm der wieder sehr fleißige Benjamin Halstenberg einen Ball per Kopf schön vor die Füße. Carl zog aus 20 Metern ab, der Ball ging einen halben Meter am Tor vorbei. Nur eine Minute später der nächste Schuss von ihm: aus halblinker Position hatte er aus gut 25 Metern einfach abgezogen. Sein Schuss, nur einen halben Meter zu lang, senkt sich hinter der Latte auf das Außennetz. Tischer wäre an den wohl nicht heran gekommen.

Doch auch die Magdeburger hatten ihre Chancen, forderten Torhüter Patrick Siefkes gleich mehrfach. In der 27. Minute bewahrte er sein Team mit einer Großtat vor dem Rückstand, zwei Minuten später konnte er den dann aber nicht mehr verhindern. Wieder fiel ein Tor gegen Wacker genau dann, wenn Nordhausen eigentlich am Drücker war. Magdeburgs Lars Fuchs setzte Christian Beck auf dem linken Flügel ein. Der ließ Pascal Biank stehen, marschierte Richtung Tor und zog ab. Sein Schuss wäre vorbei gegangen, doch Siefkes, der sich ganz lang machte, war noch mit den Finger dran, gab dem Ball damit eine kleine Richtungsänderung mit. So kam Steffen Puttkammer noch ans Leder und es stand etwas überraschend 1:0 (29.).

Aber Wacker blieb dran und kurz vor dem Halbzeitpfiff war es dann soweit. Nach einer Goslar-Ecke herrscht Gewusel im Magdeburger Strafraum. Jan Benes war es dann, der den Ball ins Magdeburger Gehäuse schießt, der Jubel jedoch kam zu früh. Schiedsrichter Lutz Rosenkranz gibt den Treffer nicht. Warum wird wohl sein Geheimnis bleiben. Selbst auf den bewegten Bilder des MDR ist weder ein Foul noch eine Abseitsposition zu sehen. Eine klare Fehlentscheidung!

Nach diesem weiteren Aufreger folgte gleich der nächste. Auf dem Weg in die Kabine gerieten Wacker-Trainer Goslar und Magdeburgs Andreas Petersen schon wieder aneinander. Petersen ging Goslar an, hatte wohl die berechtigte rote Karte gegen Reinhard immer noch nicht verarbeitet.

Die erste richtig gute Möglichkeit nach dem Wiederanpfiff hatten die Gastgeber in der 50. Minute. Der Schuss ging jedoch über das Tor. In der 66. Minute meldete sich dann auch Wacker wieder zu Wort. Christoph Rischkers Schuss aus gut 30 Metern ging jedoch links am Tor vorbei. Was Chancen anging, waren die Nordhäuser gegen in unterzahl stark kämpfende Magdeburger im Vorteil, nach 72. Minuten hatten die Wackeren schon die fünfte Ecke, Magdeburg hatte zu diesem Zeitpunkt erst zwei Ecken getreten. Doch wie so oft in den letzten Wochen mangelte es bei Nordhausen wieder an der Genauigkeit der Standards und der Chancenverwertung.

Doch auch die Magdeburger machten es nicht viel besser. Christian Becks Schuss aus 14 Metern knallt an die Latte (74.), an den Ball wäre Siefkes nicht mehr rangekommen. In der Schlussphase hatte Wacker dann klar mehr vom Spiel und drängte auf den Ausgleich. Die größte Möglichkeit hatte der eingewechselte Martin Hauswald in der Nachspielzeit. Seinen Kopfball aus fünf Metern Entfernung kann Tischer mit ganz starkem Reflex klären und hält so das 1:0 und den Heimdreier für die Magdeburger fest.

Und da es der Aufreger noch nicht genug gab, ging es in der Pressekonferenz in die nächste Runde. Magdeburgs Trainer Petersen ließ sich von seinem Co-Trainer Danny König wegen "Magen-Darm" bei der Pressekonferenz nach dem Spiel entschuldigen. Wahrscheinlich war ihm seine eigene Unbeherrschtheit zur Halbzeitpause auf den Magen geschlagen.

Statt Nordhausens Trainer Jörg Goslar kam Wacker-Präsident Nico Kleofas zur Pressekonferenz. Er gratulierte den Magdeburgern zum Erfolg und entschuldigte das Fehlen von Goslar mit den Worten: "Da sollten Sie Herrn Petersen fragen, warum der Trainer nicht hier ist und nachher mal MDR gucken, dann wird die Frage sicherlich beantwortet sein", so Kleofas auf die Frage nach dem Fernbleiben des Wacker-Trainers zur Pressekonferenz.
Lars Koch
Autor: nnz

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