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Mo, 06:41 Uhr
30.09.2013

nnz-Forum: Bitte an Fielmann

„Wir pflanzen Bäume und Sträucher nicht für uns, wir pflanzen für nachkommende Generationen. Und so hoffe ich, dass noch viele Menschen an diesem Grün Freude haben werden“, sagte Fielmann-Niederlassungsleiter Hebestreit und feierte mit diesen Worten das Pflanzen von 30 Thuja (=Lebensbaum)-Pflanzen im ehemaligen Pionierhaus. Dazu Anmerkungen eines Lesers im Forum der nnz...


Ich persönlich hoffe, dass die Thuja-Pflanzung nur ein nicht ernst gemeinter Ausrutscher des Billigbrillenkonzerns in Nordhausen ist. Thuja ist ein nicht einheimisches Gehölz, das in unseren Siedlungen gern als pflegeleichte Abgrenzung der artenarmen „englischen Rasen“ gepflanzt wird sowie von vielen Eigenheimbesitzern, die keine „Arbeit“ mit dem abgeworfenem Laub oder Nadeln heimischer Gehölze in ihrem Designgarten haben möchten.

Bäume und Sträucher für nachkommende Generationen zu pflanzen hieße doch, den Bestand heimischer Gehölze zu stützen. Denn hier gibt es echte Bedrohungen, zum Beispiel bei alten Obstsorten. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht. An fast allen Feldwegen im Landkreis begegnen uns stark überalterte Obstbaumbestände. Deren Erneuerung hinkt den sichtbaren Fakten hinterher.

Auf heimische Obstsorten zurückgreifen (Foto: B. Schwarzberg) Auf heimische Obstsorten zurückgreifen (Foto: B. Schwarzberg)

In der DDR wurde regelmäßig nachgepflanzt, weil die Obstbaumalleen wirtschaftlich, zur Selbstversorgung genutzt wurden. Heute wird Geldmangel ins Feld geführt, um zu begründen, dass nicht nachgepflanzt wird.

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Vom Aussterben bedroht aber ist auch die Schwarz-Pappel (nicht zu verwechseln mit der allgemein verbreiteten Hybrid-Pappel), deren letzte Bestände (einige Methusalems am Windlücker Weg) fast hoffnungslos überaltert sind. Diese nachzupflanzen, wäre ein wirkliches Aushängeschild für einen Konzern, der etwas auf sich hält.

Wenn ein Unternehmen „für nachkommende Generationen“ Bäume pflanzen möchte, dann sollte es aber auch um die Erhaltung der genannten, bedrohten Obstbaumbestände gehen, statt der Jugend das Gefühl zu geben, mit Thuja-Bäumen würde sie etwas Gutes tun. Letztere wurden vom Menschen aus rein ästhetischen Gründen eingeführt. Im System des einheimischen Arteninventars haben sie keinen Platz.

Etwas für nachkommende Generationen zu tun hieße also, das bei uns landeskulturell sowie natürlich Gegebene und durch unsere Wirtschaftsweise besonders Bedrohte zu erhalten und zu fördern. Lebensbäume haben wir in jeder Einfamilienhaussiedlung genug. Deren Pflanzung als etwas Zukunftsträchtiges zu bezeichnen, ist Ausdruck der verbreiteten Naturentfremdung und hat mit einer verantwortlichen Erziehung Jugendlicher nichts zu tun. Angst und bange wird mir, wenn ich so etwas lese.

In Baumschulen unserer Region kann Fielmann Nordhausen für künftige Aktionen heimische Bäume oder bedrohte Kultursorten erwerben. Sie werden Fielmann gewiss gern beraten
Bodo Schwarzberg
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
funeddi
30.09.2013, 08:25 Uhr
Fielmann
Wie können Sie sich anmaßen die Fielmanngruppe einen "Billigbrillenkonzern" zu nennen? Das ist eine Beleidigung und Beschimpfung welche man doch gerade von Ihnen nicht erwartet hätte. Grünanpflanzung,egal welcher Art,ist besser als gar nichts tun.
pitti7
30.09.2013, 09:03 Uhr
stimmt!
auch mir kamen beim lesen des angesprochenen artikels solche gedanken.
pflegeleicht muß ja heut alles sein, nur nicht viel in die zukünftige pflege investieren!
dabei haben z.b. die angesprochenen varianten, speziell obstbäume noch den vorteil das sie im frühjahr mit der blüte nicht nur herrlich aussehen (sieht man z.b. mit brillen von APOLLO auch sehr gut,wer muß) düfte verbreiten, insekten nahrung geben und unterschlupf finden und sogar im sommer oder herbst verwertbares obst anbieten.
nur arbeit machen sie....
Ines Gast
17.10.2013, 13:14 Uhr
Plädoyer für Fielmann
Ich kann den geäußerten Vorwurf so nicht stehen lassen. Die Firma Fielmann legt großen Wert darauf "richtig nachhaltige" Bäume zu pflanzen.

Nur in dem konkreten Fall hätten wir weder Eichen, Linden., Buchen, ... noch Obstbäume pflanzen können. Es ging um die Abgrenzung des Verbindungsweges vom neuen Bettenhaus zum Speiseraum gegenüber der vielbefahrenen Wallrothstraße. Also Lärm- und Sichtschutz auf einem abfallenden steinigen und schmalen Streifen. Sie sind herzlich eingeladen sich das anzusehen.
Vor zwei Jahren hat uns Fielmann heimische Laubbäume gespendet, die seitdem am neuen Bettenhaus wachsen und gedeihen. Auch dieses Mal hatte mich der zuständige Mitarbeiter noch einmal angerufen um mich darauf hinzuweisen, dass sie normalerweise heimische Gehölze spenden und uns nur in diesem speziellen Fall mit Tujas geholfen haben. Wir sind für beide Baumspenden überaus dankbar. Ansonsten gäbe es dort KEINE Bäume.
Paulinchen
17.10.2013, 14:53 Uhr
Ist Fielmann nicht eine große Optiker-Kette?
Wieso pflanzen die Bäume? Was machen denn dann "Die Grünen"? Ach ja, die treiben mit ihrer Politik die Energiepreise in die Höhe, schreiben uns vor wann wir was essen sollen, wann wir mit unserem Auto mit wie viel Personen wohin fahren dürfen usw.

Da muss ich doch sagen, DANKE „Fielmann“ für diese Aktion, zu mal es nicht zu Ihren Aufgaben gehört!
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