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Fr, 09:26 Uhr
06.09.2013

Café Sternstunde in der guten Stube

In der neuen "guten Stube" des Mehrgenerationenhauses der Lift gGmbH war Birgit Keller jetzt zu Gast. Seit drei Jahren engagiert sich die Landrätin als Schirmherrin und informiert sich regelmäßig über das aktuelle Angebot...

Schön gespielt (Foto: J. Piper) Schön gespielt (Foto: J. Piper)

"Der Aufruf, Leute um Möbel zu bitten, war eine tolle Idee. Hier ist eine schöne Sammlung entstanden", meinte Birgit Keller. Die gute Stube mit dem alten Buffet, dem großen Esstisch und der geblümten Couch ist ein Erinnerungszimmer - für besondere Gäste, die ins MEGEHA kommen. "Hier treffen sich einmal in der Woche rund zehn Demenzerkrankte", sagte Franca Bergmann, Bereichsleiterin Generationen und bürgerschaftliches Engagement bei Lift gGmbH.

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Die Demenzerkrankten trinken gemeinsam Kaffee, erzählen, singen, basteln. Eines dieser gebastelten Werke schaute sich Birgit Keller an - eine Stadt aus buntem Papier, die mit jedem Besuch der Senioren im MEGEHA wächst. Betreut werden sie von einer Krankenpflegerin und ehrenamtlichen Seniorenhelfern. "Wir wollen pflegende Angehörige entlasten, denn die Pflege zuhause ist ein 24-Stunden-Job", so Franca Bergmann. Abrechenbar ist diese zeitweise Betreuung, die auch zuhause möglich ist, privat oder über die Pflegestufe Null.

"Die Demenzerkrankten sind komplett integriert in den Alltagsablauf im MEGEHA, essen beispielsweise mit allen anderen Gästen gemeinsam Mittagessen", sagte Babett Käferstein, stellvertretende Geschäftsführerin von Lift. Das MEGEHA gibt zudem Rat in der Sprechstunde "Betroffen", ist anerkannt als Anlaufstelle für ältere Menschen in einem Bundesprogramm und bietet pflegenden Angehörigen im Café Sternstunde die Möglichkeit zum Austausch. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Diagnose Demenz oft schwer zu verkraften ist. Unsere Gesellschaft wird immer älter, aber Demenz ist nach wie vor für viele noch ein Tabu-Thema", so Babett Käferstein. "Solche Angebote sind wichtig, um sich auch mit diesen Folgen unserer alternden Gesellschaft offen auseinanderzusetzen und ein würdevolles Altern zu unterstützen", sagte Birgit Keller.

2007 startete Lift mit dem Mehrgenerationenhaus in Nordhausen. "Wir haben uns im Aktionsprogramm der Bundesregierung beworben, weil wir bereits Angebote für Senioren hatten, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe waren und uns der generationsübergreifende Ansatz reizte. Wir bekamen damals sofort Unterstützung vom Landratsamt, weil auch der Landkreis großes Interesse daran hatte, dass ein Mehrgenerationenhaus nach Nordhausen kommt", erinnert sich Babett Käferstein an die "Bombenbewerbung", die sie vor sieben Jahren nach Berlin schickten.

"Der Kern war und ist der Treff MEGEHA, unser öffentliches Wohnzimmer, das für alle zugänglich ist", Babett Käferstein. Mittags gibt es hier ein warmes Essen, nachmittags Kaffee und Kuchen. Dazu bietet das MEGEHA alltagsnahe Dienstleistungen, Projekte wie die Lesementoren in Schulen und Kurse von Stricken bis Yoga. "Ohne Ehrenamtliche wäre eine so breite Palette von Angeboten nicht möglich", sagt Babett Käferstein. "Hier wirken rund 75 Ehrenamtliche mit, viele regelmäßig, andere punktuell wie beim bundesweiten Vorlesetag, den wir im Landkreis organisieren. Die Ehrenamtlichen sind eine riesige Ressource. Gerade die wertvollen Erfahrungen der Älteren versickern, wenn wir sie nicht nutzen."

Dieses Potential soll auch dabei helfen, das nächste Ziel zu realisieren: das breite Angebot noch stärker als bislang in den ländlichen Raum zu tragen. "Wenn wir wollen, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, dann müssen wir das Umfeld attraktiver gestalten", weiß Babett Käferstein. So könne man den Auswirkungen des demografischen Wandels und Abwanderungstendenzen entgegenwirken. "Gerade um einer möglichen Vereinsamung im ländlichen Raum zu begegnen, sind Kommunikationszentren wichtig, also öffentliche Plätze, an denen sich Menschen treffen und miteinander reden können", meint Landrätin Keller.
Autor: red

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