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Mi, 07:15 Uhr
04.09.2013

Die Altstadt – Leere hinter Glasfassaden

Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh lädt für kommenden Dienstag, den 10. September, zur Altstadtkonferenz ins Museum „Flohburg“ ein. Die Altstadt, sagt Zeh, sei seit Langem ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung und für ihn von besonderer Bedeutung. Die Veranstaltung soll einen kleinen Überblick über die städtischen und einzelnen privaten Initiativen geben. Gesprächsstoff und Arbeit bietet die Altstadt zur Genüge. Kurt Frank machte sich mit Fotoapparat und Notizbuch auf Spurensuche...

Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank) Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)

Unser Rundgang beginnt Am Alten Tor. Wo man einst in der Fleischerei Brüggemann leckere Schnitzel und Würste kaufen konnte, ist heute hinterm Schaufenster gähnende Leere. Wenige Meter weiter ist im Schaufenster zu lesen: „Provisionsfrei zu vermieten“. Gleich in der Nähe verkaufte Kamphausen einmal Elektrogeräte.

Der Weg führt ins Altendorf. Im Schaufenster der ehemaligen Fleischerei Hucke ist nichts mehr zu finden, was an ihre Glanzzeiten erinnert. Vielleicht werden die einstigen Räumlichkeiten Wohnungen. An der Ecke Rosengasse ebenfalls leere Fenster. Nach Rundfunk und Fernsehen befand sich im Objekt so etwas wie ein Internetcafe.

In der Kurzen Meile der Barfüßerstraße stehen gleich drei Geschäfte leer. Das an der Ecke Blasiistraße ist zu vermieten. Foto-Schlegel, jahrzehntelang ein renommiertes und stadtbekanntes Geschäft, ist heute nur noch Geschichte. Preisgünstig, verkündet ein Werbeschild in der Nähe, sind 48 Quadratmeter zu vermieten.
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
Leere in der Altstadt (Foto: Kurt Frank)
In der Kranichstraße sieht der Passant in einem Neubau Richtung Dom hinter Glasfassaden eines ehemaligen Fotoladens derzeit nur Räume ohne ein Möbelstück. Am Markt fallen zwei Geschäfte auf, die auch schon bessere Zeiten erlebten. Im Grimmel/Ecke Weidensraße, wo der Rundgang endet, warb in besseren Zeiten ein Modegeschäft um Kunden. Im Grimmel befindet sich noch ein weiterer Laden, der auf seine eventuelle Auferstehung wartet.

Ohne Zweifel: Mehr kleine Läden und Lädchen stünden der Rolandstadt gut zu Gesicht. Kommen sie mit dem neuen Einkaufszentrum am Pferdemarkt? Zu den Optimisten, die darauf hoffen, das es die Altstadt belebt, zählen Sabine Riebel, im Rathaus für die Stadtentwicklung zuständig, und Hans-Jürgen Nüßle von der Altstadtinitiative. Der Einkaufstempel, der mehr einem Beton- als einem Glaspalast gleicht, werde die Innenstadt beleben und Einheimische wie Besucher aus nah und fern in die Altstadt locken, was letztlich ihrer weiteren Entwicklung dienlich sei, sind sie überzeugt.

Die Stadt allein kann keinen neuen Laden öffnen, auch das künftige Einkaufszentrum nicht. Um Kunden dauerhaft anzulocken, müsste es ein Warenangebot bereithalten, das dem von Herkules, Marktkauf & Co. überlegen ist und zum Kundenmagnet wird. Oder trägt das neue Einkaufsparadies womöglich noch zusätzlich zum Sterben kleinerer Geschäfte bei? In einem Jahr wissen wir mehr. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
nachbar65
04.09.2013, 09:11 Uhr
Hoffnung stirbt zuletzt
Der Leerstand zahlreicher Ladengeschäfte in der Altstadt ist wohl auch das Ergebnis der fehlenden Zusammenarbeit zwischen Händlern der Bahnhofststrasse , der Südharzgalerie und der Altstadt. Es gab viel zu wenig gemeinsame Aktionen!
Jeder kochte sein eigenes Süppchen und niemand hatte eigentlich was von dieser Politik. Und ob sich die Zahl der vermieteten Geschäfte durch das Altstadtforum wirklich ändern wird, halte ich ebenfalls für fraglich.Wird es nicht eher so sein, wie damals bei Eröffnung der Südharzgalerie ? Händler mit ihren Laden aus dem Stadtgebiet ziehen um in das neue Center und noch mehr Laden stehen leer? Ist das neue Center selbst überhaupt schon voll vermietet ?
Ich bin gespannt und Wünsche den Händlern, dass die versprochene Belebung tatsächlich eintreten möge!
Volkline
04.09.2013, 17:28 Uhr
Klein gegen Groß
Kleine Geschäfte haben es schwer,aber in Nordhausen wird es besonders schwer sich am Konsummarkt zu halten.Der neue Einkaufstempel wird einigen kleinen Geschäften in der Innenstadt das Genick brechen.Zwei Galerien sind meiner Meinung zuviel für Nordhausen.Jetzt beginnt doch schon daß hin und her geschiebe von Ladenflächen.Die Einrichtungen am Kornmarkt sind doch nur an anderen Ecken dicht gemacht worden.Aber es würde ja schlecht aussehen wenn die Geschäftsunterlagerungen bei sehr schön sanierten Plattenbauten lehr stehen würden.Wenn nichts mehr geht,Schaufenster zu mauern und Wohnraum draus gemacht!Die Altstadt von Nordhausen hat als Einkaufsstandort eh keine Chance.Selbst die kurze Meile wird sich mal erledigen!
Nörgler
04.09.2013, 17:56 Uhr
Super
Ein super Beitrag. Die Altstadt wird nie so belebt werden, wie die Südharz- Galerie oder der neue Einkaufstempel.Dieser Realität muss man ins Auge schauen und sich endlich stellen. Lippenbekenntnisse der Politiker ziehen noch lange keine Mieter an....
Paulinchen
04.09.2013, 19:55 Uhr
Wir sind eine parkfreundliche Stadt…
Mit diesem Satz wirbt die Stadt Donauwörth um Kunden und Besucher. Was soll ich sagen, ich war dabei.

Im Zentrum der Stadt Parkmöglichkeiten kein Problem. Viele Gaststätten, jede Menge kleine Lädchen und Bäckerläden. Eben einfach toll. Im Zentrum parken kostet nichts man sollte nur die Parkuhr stellen. (2h) Im Parkhaus haben vier Stunden 2,80 € gekostet. Na bitte – geht doch.

Wasserburg am Inn:
Parken in der Innenstadt kein Problem. Vergiss die Parkuhr nicht zu stellen. Passt schon. 4 Stunden für 2,-€ der Bezahlplatz. Das gesamte Zentrum/Altstadt besteht nur aus Geschäften und Restaurants.

Traunstein:
Parkmöglichkeiten in Massen in unmittelbare Nähe zum Zentrum. (Aufzug u. Rolltreppe zum Zentrum) 2 Stunden Kurzzeitparkplatz oder Bezahlplatz. Beim Kauf von Waren im Zentrum kommt immer an der Kasse die Frage nach dem Parkzettel. Man bekommt einen Euro vom Kaufpreis der Waren abgezogen, damit es beim Kassenautomaten erträglich wird. Am Ende stand ich im Parkhaus gratis.

Hallo Ihr lieben Stadtverantwortlichen – so geht Tourismusfreundlichkeit und Gastlichkeit!
Dann klappt es auch mit der Kundschaft. Gier macht nicht immer reich.
Doerfler
04.09.2013, 21:51 Uhr
Logische Zusammenhänge...
... werden hier bewußt ignoriert oder verdrängt.
1. Das Geld kann nur einmal ausgegeben werden.
Wer also schon im Tempel gelöhnt hat, wird das gleiche nicht nochmal im kleinen Lädchen kaufen.
2. Woher soll die Kaufkraft kommen bei den Hungerlöhnen Ost, die hier gezahlt werden? Bei vielen Arbeitnehmern geht es monatlich rechnerisch als NullSummenSpiel aus - es bleibt nichts übrig was man ausgeben könnte.
3. Parkmöglichkeiten (haben meine Vorkommentatoren schon erwähnt) Gibt es eigentlich VERNÜNFTIGE Gründe, warum in der ohnehin toten Altstadt die Parkdauer auf 2h begrenzt ist - und das auch noch am Sonnabend?
Werktags parken im Altendorf derzeit ohnehin nur Kleintransporter-Baufahrzeuge durch die Bautätigkeit.
Und die Gelbe-Zettel-Wut des Ordnungsamtes auch gegenüber "Uhswärtigen" wird potentielle Besucher eher abschrecken ein 2.Mal herzukommen.
4. Das Umfeld: Solange solche Bauruinen wie Altendorf 44-46, das Trümmergrundstück gegenüber neben Hucke, Altendorf 30, die Bude in der oberen Rosengasse oder das Bäcker-Gumpert-Kranichstraßen-Quartier so aussehen, wird es nichts mit Touristen.
Diese Stadt besitzt nicht mal ein vernünftiges Hotel und die "Sonne" baut ein "Investor" zu Studentenwohnungen um...

Ein besseres Zitat eines Gastes zum Thema als dieses hier gibt es nicht:
"Die Nordhäuser Altstadt wird immer schöner! Die wird bestimmt mal richtig schön, wenn erst die ganzen alten Häuser abgerissen sind..." (Helge Schneider bei seinem Auftritt in der Wiedigsburghalle)
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